Der Hafenbetrieb Rotterdam, der Bundesstaat Espirito Santo, die Gemeinde Presidente Kennedy und Projektentwickler Terminal Presidente Kennedy (TPK) unterzeichneten am Ostermontag, dem 9. April um 15.00 Uhr (Ortszeit) in Vitória, Brasilien, einen Vertrag zur Entwicklung des Porto Central, eines neuen Hafens in Brasilien. Der sogenannte “Greenfield Port” muss noch angelegt werden, und zwar im äußersten Süden der Provinz Espirito Santo, nördlich von São Paulo und Rio de Janeiro. Es geht um einen Industriehafen mit Lage an tiefem Seewasser für den Umschlag von Öl, Gas, Offshore Services, trockenem Massengut sowie Stückgut.
Das erste Schiff soll in einigen Jahren in den neuen Hafen einlaufen. Die Jahre 2012 und 2013 werden genutzt, um an den Markt heranzutreten und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. In der ersten Phase wird dann mit dem Bau des zunächst 1.000 ha großen Industriehafens begonnen.
Joint venture
Für die Entwicklung des Porto Central schließt der Hafenbetrieb einen Kooperationsvertrag mit TPK, einer Gruppe brasilianischer Unternehmer mit Erfahrung im Bergbau und Offshore-Bereich. Der Hafenbetrieb wird sich vornehmlich durch die Beisteuerung von Erfahrung und Sachkenntnis zum Hafenmanagement beteiligen. Der Kooperationsvertrag wird in ein Joint venture umgewandelt, wenn einige grundlegende Bedingungen (wie Genehmigungen und erste Verträge mit Kunden) erfüllt sind. Porto Central wird ein Hafen nach dem in Rotterdam erprobten Landlord-Prinzip. Der Eigentümer entwickelt die Infrastruktur und vermietet das Grundstück an die Terminal-Operators und andere Nutzer des Hafens, die ihrerseits wieder in die spezifische Suprastruktur ihres Geschäftsbereichs investieren.
Brasilien
Die Auslandspolitik des Hafenbetriebs ist auf strategische Arbeitsgemeinschaften und neue internationale Beteiligungen ausgerichtet, wie sie in den vergangenen Jahren im Hafen von Sohar, Oman, realisiert wurden. Der Hafenbetrieb prüfte vor anderthalb Jahren im Auftrag des brasilianischen Staates eine übergreifende Strategiestudie zu einer Reform des brasilianischen Hafensektors, der 34 öffentliche Häfen entlang der 8.000 km langen brasilianischen Küste umfasst. Der Hafenbetrieb hat Anfang dieses Jahres in São Paulo, Brasilien, ein neues Büro eröffnet. Zusammen mit der Hauptgeschäftsstelle in Rotterdam wird er sich intensiv für die weitere Entwicklung des Porto Central einsetzen.
