AMBITION ROTTERDAM: VORREITER BEI DER ENERGIEWENDE

Wir stehen vor einer klaren Aufgabe: Wir möchten den Rotterdamer Hafen mit den Zielen des Klimaübereinkommens von Paris in Einklang bringen. In Partnerschaften mit Unternehmen arbeiten wir auf einen CO2-neutralen Hafen hin. Damit möchten wir einen Hafen mit einer Industrielandschaft schaffen, die netto keine negativen Auswirkungen auf unser Klima hat.

Dies erfordert einen radikalen Wandel und neue Technologien. Diese werden erarbeitet und in Pilotprojekten erprobt. Inzwischen ergreifen wir bereits Maßnahmen, mit denen wir Emissionen in möglichst großem Umfang kurzfristig einschränken können, beispielsweise mit dem Plan, CO2 in den kommenden Jahren unter dem Meeresboden zu speichern.

Dadurch haben Industriezweige genügend Zeit, weitere strukturelle Änderungen in den Unternehmensprozessen umzusetzen und eine unnötige Wertvernichtung wird vermieden. Der Hafenbetrieb Rotterdam übernimmt gerne eine Regierolle bei zwei wichtigen Aufgaben:

Unsere Bestrebungen

Die Erderwärmung stellt uns vor eine große Aufgabe. Die Emission von Treibhausgasen, wie CO2 und Methan, muss erheblich verringert werden. Im Klimaübereinkommen von Paris wurde vereinbart, die Erderwärmung auf maximal 2° C, besser noch auf 1,5° C zu begrenzen. Etwa 200 Staaten unterstützen diese Vereinbarung. Auch die Niederlande haben dieses Übereinkommen unterzeichnet. Um den Zielen in der Praxis gerecht zu werden, möchte die niederländische Regierung die Emission von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 49 % verringern, nach Möglichkeit sogar um 55 %.

2050 soll die Emission um 95 % verringert sein. Der Hafenbetrieb Rotterdam handhabt die gleichen Ziele für das Hafengebiet wie auf nationaler Ebene. Die Industrie stößt in diesem Gebiet fast 20 % der Gesamtemission in den Niederlanden aus, d. h., dass man in Rotterdam viel für das Klima unternehmen kann. In Partnerschaften mit Unternehmen arbeiten wir auf einen CO2-neutralen Hafen hin. Damit möchten wir einen Hafen mit einer Industrielandschaft schaffen, die netto keine negativen Auswirkungen auf unser Klima hat.

Chancen für eine solide Wettbewerbsposition

Die Herausforderungen der Energiewende bieten Chancen, den Rotterdamer Hafen als internationales Beispiel mit Vorbildfunktion zu profilieren. Dies gelingt, wenn wir die Energiewende nicht als Ende eines Industriezeitalters, sondern als Beginn einer neuen und nachhaltigen Wirtschaft betrachten. Gerade hier, im Rotterdamer Hafen, können wir die Energiewende umsetzen. Durch die vorhandene Industrie und das verfügbare Know-how sind alle Voraussetzungen für eine führende Rolle in diesem Bereich gegeben.

Die Energiewende ist mit einem gemeinsamen, gebietsorientierten Vorgehen realisierbar. Für ein einzelnes Unternehmen oder eine einzelne Organisation ist sie zu groß. Das Schlüsselwort lautet Zusammenarbeit; die Maßstabsgröße ist eine Voraussetzung. Daher schaffen wir Arbeitsgemeinschaften, mit denen wir die Erneuerung vorhandener Industriezweige unterstützen und neue, nachhaltige Unternehmen begrüßen. Wenn wir damit erfolgreich sind, verbessert sich auch das Ansiedlungsklima, sodass hier neue Industriezweige, Stellen und Innovationen entstehen.

Szenarien für einen CO2-neutralen Hafen

Das deutsche Wuppertal Institut hat 2017 untersucht, ob ein fast CO2-neutraler Hafen im Einklang mit den Klimazielen von Paris realisierbar ist.

Industriecluster

Die Aufgabenstellung für den Rotterdamer Industriecluster ist umfangreich und komplex. Ab 2030 muss die Industrie zur Energienutzung und für Produktionsprozesse eine Umstellung von fossiler Energie auf ein völlig neues System vornehmen. Dafür ist eine tiefgreifende Wende erforderlich, für die wir jetzt bereits die erforderlichen Schritte setzen, beispielsweise durch einen effizienteren Umgang mit Energie und die Abscheidung und unterirdische Speicherung von CO2.

Was können wir unternehmen?

Nach Angaben des Wuppertal Instituts ist eine CO2-Reduktion um insgesamt 98 % möglich. Im Hinblick darauf wurden verschiedene Klimaschutzszenarien definiert. Zur Realisierung der Zielsetzung ist eine Kombination verschiedener Pfade erforderlich.

Closed carbon cycle

Dieser Pfad zielt in hohem Maße auf die Schließung von Kreisläufen ab. Es werden zwar noch fossile Rohstoffe genutzt, allerdings ausschließlich für Produkte, die außerdem fast vollständig recycelt werden.

Biomasse und CCS

Biomasse und CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS) stützt sich stark auf die Abscheidung, Speicherung und Wiederverwendung von CO2, kombiniert mit Biomasse als Rohstoff für Chemie.

Technological progress

Dieser Pfad ermöglicht eine Reduktion um 75 %. Die Hauptelemente sind hier die Abscheidung in großem Maßstab, Nutzung und Speicherung von CO2 sowie die weitere Technologieentwicklung.

Business as usual

Bei diesem Szenario gibt es keine großen Trendbrüche. Der Einsatz der „Best available technology“ ermöglicht effizientere Industrie und geringere CO2-Emissionen. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass sich die Produktion verringert, da der Bedarf an Brennstoffen zurückgeht. Das Ergebnis ist eine um 30 % geringere CO2-Emission im Jahr 2050.

Transport- und Logistikbranche

2018 führte das Wuppertal Institut erneut eine Studie im Auftrag des Hafenbetriebs durch, und zwar zur CO2-Emission der Transport- und Logistikbranche. Mit anderen Worten: Es ging um die gesamte Schifffahrt über See und Richtung Hinterland mit dem Rotterdamer Hafen als Ausgangs- oder Zielort. Dabei geht es jährlich um ca. 25 Mio. t CO2. Mit Routen zwischen beispielsweise China und Rotterdam kann der größte Teil, 21,5 Mio. t, dem Seetransport zugeschrieben werden. Wenn wir nichts unternehmen, beträgt die voraussichtliche Zunahme der CO2-Emission durch die Schifffahrt zwischen 50 % und 250 % im Jahr 2050. Auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Seeschifffahrt formulierte das Wuppertal Institut zwei wichtige Aufgaben sowohl für den maritimen als auch für den Hinterlandtransport.

Dekarbonisierung des maritimen Transports

Kurzfristig können technische und betriebliche Maßnahmen die CO2-Emission für die maritime Industrie verringern. Durch Effizienzmaßnahmen beim Kraftstoffverbrauch ist eine Verringerung um 20 bis 50 % erzielbar. Mittelfristig müssen wir auf Elektromotoren, Wasserstoff und synthetische Brennstoffe wie Methanol umsteigen. Von 2020 bis 2050 können Flüssigerdgas (LNG) und Biokraftstoffe können als Übergangskraftstoffe eingesetzt werden.

Dekarbonisierung des Hinterlandtransports

Hierfür gelten die gleichen Maßnahmen im Bereich der Effizienz und des Umstiegs auf alternative Brennstoffe. Ein zusätzlicher Beitrag wäre der Umstieg vom Straßentransport zum Transport per Binnenschiff.

7 Entwicklungsprogramme

Von der Strategie zur Umsetzung für einen CO2-neutralen Hafen. Die Energiewende besteht aus zahlreichen Schritten vieler Partner über einen langen Zeitraum hinweg, sodass wir Schritt für Schritt auf einen CO2-neutralen Industriekomplex hinarbeiten. Abwarten kommt nicht in Betracht. Daher haben wir 7 Programme initiiert, in denen wir gemeinsam mit Partnern Projekte entwickeln. Inzwischen wurden über 40 Projekte ins Leben gerufen. Wir verfolgen eine Doppelstrategie: Wir helfen der vorhandenen Industrie, ihre CO2-Emission drastisch zu senken und versuchen gleichzeitig, neue, nachhaltige Industrie anzusiedeln.

  1. Wirtschaft mit Biomasse als Rohstoff
  2. Elektrifizierung im großen Maßstab
  3. Alternative Brennstoffe
  4. Energieeffizienz
  5. Energieinfrastruktur
  6. Regenerative Energie
  7. Kreislaufwirtschaft

Laufende Projekte

Derzeit laufen über 40 Projekte in verschiedenen Entwicklungsstadien. Der Hafenbetrieb nutzt ein Projektprogramm mit strikten Kriterien, um Konzepte und Ideen zu entwickeln und die Realisierung zu überwachen.

Gemeinsam zum Erfolg

In Zusammenarbeit mit Unternehmen, Wissenseinrichtungen und Behörden initieren wir Projekte zur CO2-Reduktion, mit denen der Rotterdamer Hafen ein nachhaltiger Hafen wird.

Contact

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Energie & Procesindustrie
+31 (0)10 252 1676

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