Biobasierte Industrie

Industrie auf der Grundlage pflanzlicher Rohstoffe

Die biobasierte Industrie bedient sich erneuerbarer, natürlicher Rohstoffe - dies sind Mais, Korn, pflanzliches Öl, tierische Fette, altes Frittierfett und holzartige Biomasse - für die Produktion von Energie, Brennstoffen und Chemikalien. Der Hafenbetrieb ist sich dessen bewusst, das die kommerzielle und gesellschaftliche Nachfrage nach erneuerbaren Rohstoffen steigt. Auch erkennt der Hafenbetrieb die Bedeutung eines starken und gesunden (Petro)-Energie- und Chemieclusters. Dieser Cluster bestimmt in beträchtlichem Maße das günstige Niederlassungsklima für (neue) biobasierte Industrie in Rotterdam.

Von fossilen Brennstoffen zu biobasierter Industrie
Fossile Rohstoffe wie Erdöl, Kohle und Erdgas sind vor Millionen Jahren aus Biomasse entstanden, wodurch CO2 aus der Atmosphäre gespeichert wurde. Dieses gespeicherte Kohlendioxid wird nun in relativ kurzer Zeit durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe emittiert. Die biobasierte Industrie benutzt pflanzliches Material. Hierdurch wird viel weniger Kohlendioxid freigesetzt, denn Pflanzen nehmen durch die Photosynthese Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Dieses CO2 wird bei der Verbrennung wieder freigesetzt, kann jedoch dann aufs Neue aufgenommen werden. Tragen nun fossile Brennstoffe somit zum negativen Klimawandel bei, sorgt die biobasierte Industrie für einen viel geringeren Kohlendioxid-Ausstoß.

Der Rotterdamer Hafen: ein idealer Ort für biobasierte Industrie

Import und Lagerung
Für die Herstellung von Brennstoffen auf der Grundlage von biobasierten Produkten sind eine Menge Rohstoffe erforderlich. Diese können nur zum Teil in den Niederlanden hergestellt werden. Den Rest müssen wir importieren. Die Lage des Rotterdamer Hafens ist für den Import und die Lagerung der ersten und zweiten Generation Biomasse ideal. Dies gilt für alle Arten Biomasse - beispielsweise für Mais, Zucker und Holzhackschnitzel.

Biobasierte Industrie im Hafen
Im Rotterdamer Hafen befindet sich der weltgrößte Industrie-Cluster, der Biomasse als Rohstoff nutzt. Biobasierte Unternehmen profitieren hier von den unendlichen Möglichkeiten für die Zufuhr aller denkbaren Formen von Biomasse sowie für den Vertrieb von Endprodukten. Das Vorhandensein eines starken petrochemischen Clusters sowie das Knowhow und die Erfahrung der vorhandenen biobasierten Industrie sorgen dafür, dass Rotterdam ein attraktives Niederlassungsklima zu bieten hat.

Komponenten der biobasierten Industrie

Brennstoffe
Die biobasierte Industrie kann zur Energiewende beitragen, indem sie die fossile Brennstoffindustrie im Laufe der Zeit (zum Teil) ersetzen kann. Im Rotterdamer Hafen kommen Produktion, Handel, Lagerung und Umschlag von Biobrennstoffen zusammen. Die Lage des Hafens ist für die Zufuhr von Rohstoffen und Biokraftstoffen aus der ganzen Welt ideal. Dasselbe gilt für den Vertrieb von Biokraftstoffen in ganz Europa. In Rotterdam haben sich fünf Biokraftstoff-Produktionsanlagen angesiedelt und ist Spielraum zur Schaffung von Wachstum vorhanden.

Chemie

Viele Unternehmen möchten ihre CO2-Bilanz (Emission) senken, indem sie ihre auf traditionellen (fossilen) Chemikalien basierenden Produkte durch Produkte auf der Grundlage biobasierter Chemikalien, wie beispielsweise die ‚Plant-Bottle‘ von Coca Cola, ersetzen. Unternehmen mit diesen Ambitionen verlangen dann auch häufig, dass biobasierte Industrie auf lange Sicht nicht teurer sein soll als die traditionelle Produktion, wobei die Kosten für Biochemie im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen, vor allem bei einem niedrigen Ölpreis, höher sein können. Eine alternative Vorgehensweise ist in diesem Zusammenhang beispielsweise die so genannte Waste-2-Chemicals-Industrie, wo aus Restabfallströmen Synthesegas und danach Methan hergestellt werden.

Ein anderes Lösungskonzept besteht darin, dass Unternehmen nach alternativen Werten oder Anwendungen aus den Bio-Rohstoffen suchen können, die andere ‚nicht-biobasierte‘ Produkte nicht aufweisen können. Dies ist möglich, indem sie beispielsweise nach Produkten auf die Suche gehen, die einfacher aus Biomasse - wie Zucker - als aus fossilen Rohstoffen gewonnen werden können oder z.B. Verpackungsmaterial, das zu Kompost verarbeitet werden kann. Hiermit wird der Wert der biobasierten Rohstoffe erhöht.

Energie

Vor allem die Mitverbrennung in Kraftwerken oder Dampfkesseln kann Teil einer biobasierten Industrie sein. Das gilt sowohl für die derzeitige Mitverbrennung in Kohlekraftwerken als mögliche zukünftige Bio-Raffinerien. Wenn Zucker und Stoffe, mit denen Chemikalien hergestellt werden, der Biomasse entzogen werden, bleibt Lignin übrig. Verbrennt man dieses Lignin, wird Energie erzeugt.

Kontakt

Für weitere Informationen zu diesem Thema, nehmen Sie Kontakt auf zu:

Stijn Effting
Program Manager Renewable Chemicals and Fuels

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