In drei Schritten CO₂-neutral

Die Aufgabe, vor die uns die Energiewende stellt, ist glasklar: Wir möchten den Rotterdamer Hafen mit den Zielen des Klimaabkommens von Paris in Einklang bringen. Gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen arbeiten wir in drei Schritten auf einen CO₂-neutralen Hafen hin. Die Schritte eins bis drei betreffen die Effizienz, beziehungsweise die Infrastruktur auf dem Weg zu einem neuen Energiesystem sowie zu einem neuen Rohstoff- und Kraftstoffsystem.

SCHRITT 1: Effizienz & Infrastruktur

Projekte Schritt 1 – Effizienz & Infra

Die Industrie kann sich schrittweise hin zu einer CO2-neutralen Wirtschaft entwickeln. Schritt 1 besteht darin, dass die vorhandene Industrie eine Reihe von Effizienzmaßnahmen ergreift. Restwärme wird dazu verwendet, Wohnungen, Betriebsgebäude und Gewächshäuser zu beheizen, und CO2 wird aufgefangen und unter der Nordsee gespeichert. Diese Entwicklungen erfordern in den kommenden Jahren viel zusätzliche Infrastruktur, wie beispielsweise Rohrleitungen und Kabel.
Effizienterer Umgang mit Energie und Rohstoffen

Bevor die Gesellschaft auf einem neuen Energiesystem läuft, wird noch viel Technologie entwickelt und erweitert werden müssen. Der erste wichtige Schritt bei der Energiewende ist deshalb der effizientere Umgang mit den aktuellen Ressourcen.

Laut Studien kann die Industrie durch die Optimierung von Fertigungsprozessen, die Verwendung besserer Isolierung, Kraftstoffeinsparungen oder den Einsatz alternativer Kraftstoffe, vor allem aber durch eine intelligentere Kooperation mit anderen Unternehmen ca. 20 % Energie einsparen. So hat das eine Unternehmen Dampf übrig, während das andere diesen gut gebrauchen kann. In der Zwischenzeit kann hart an neuen Technologien gearbeitet werden, die erforderlich sind, um das Hafengebiet Rotterdam noch nachhaltiger zu machen.

Infrastruktur: kilometerweise neue Kabel und Leitungen

Das Ziel, das Rotterdamer Hafengebiet nachhaltiger zu machen, erfordert in den kommenden Jahren viel zusätzliche Infrastruktur. Das gilt für verschiedene Bereiche. Die im Hafengebiet Rotterdam ansässigen Betriebe stehen aktuell in enger Beziehung miteinander. Sie liefern sich gegenseitig Produkte über Pipelines und Kabel. In den kommenden Jahren werden immer mehr nachhaltige Produkte, wie beispielsweise Dampf, Wärme und Wasserstoff, untereinander ausgetauscht werden. Außerdem werden wir mit den Windkraftanlagen in der Nordsee immer mehr Energie erzeugen. Die von diesen Windparks generierte Energie muss zum Hochspannungsnetz an Land transportiert werden. Letzten Endes werden wir von der Industrie produziertes CO2 abscheiden und unter der Nordsee speichern. Auch für diese Technologie brauchen wir neue Infrastruktur.

SCHRITT 2 – ZU EINEM NEUEN ENERGIESYSTEM

Zweiter Schritt - Energiewende

Der zweite Schritt besteht in der Veränderung des Energiesystems. Anstatt Öl und Gas für zu Heizzwecken einzusetzen, wird die Industrie auf Elektrizität und (grünen) Wasserstoff umstellen. Zu diesem Zweck benötigt man viel bezahlbare Elektrizität aus nachhaltigen Quellen, wie beispielsweise Wind- und Sonnenenergie.
Elektrifizierung und Wasserstoff

Großflächige Elektrifizierung

Gut ein Drittel des Energiebedarfs in unserem Land wird von der Industrie beansprucht. Hauptsächlich, um Wärme für betriebliche Prozesse zu erzeugen oder Elektrizität zu generieren. Dafür werden zurzeit fossile Kraftstoffe, wie beispielsweise Öl und Gas, eingesetzt. Dabei wird viel CO2 freigesetzt. Deswegen müssen Öl und Gas durch Elektrizität und Wasserstoff ersetzt werden, um einen CO₂-neutralen Hafen zu bekommen.

Die Industrie kann die Elektrifizierung nutzen, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Dies betrifft insbesondere:
* Ersetzen Sie grauen Strom aus fossilen Quellen durch Ökostrom, der z.B. auf Solar- und Windenergie basiert.
* Nutzen Sie Ökostrom zur Erzeugung der in der Prozessindustrie benötigten Wärme.
* Nutzung von Ökostrom zur Wasserstofferzeugung. Dieser Wasserstoff kann zur Erzeugung von Hochtemperaturwärme für die Prozessindustrie, aber auch als Rohstoff, zum Beispiel in der chemischen Industrie, genutzt werden.

Der Elektrizitätsbedarf im Hafen wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Um die Elektrifizierung langfristig in großem Umfang nutzen zu können (direkt und zur Herstellung von Wasserstoff), wird viel Ökostrom benötigt, insbesondere aus Quellen wie Sonne, Wind und Wasserkraft. Dieser Strom muss auch bezahlbar sein.

Diese Entwicklung wurde in Gang gesetzt, zum Beispiel mit der Erhöhung der Anzahl der Offshore-Windparks und der Landung von hauptsächlich Windenergie auf der Maasvlakte. Die nachstehende Animation veranschaulicht die Besonderheiten der Elektrifizierung.

Blauer und grüner Wasserstoff

Eine groß angelegte Produktion von Wasserstoff ist derzeit ausschließlich mit Erdgas möglich. Wir wollen das dabei freigesetzte CO2 abscheiden und unter der Nordsee speichern. Auf diese Weise wird blauer Wasserstoff erzeugt. Ab 2030 wird auch eine groß angelegte Produktion von grünem Wasserstoff möglich sein. Der grüne Wasserstoff wird gewonnen, indem Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Diesen Vorgang nennt man Elektrolyse. Für Elektrolyse ist viel Strom erforderlich. Wenn der dafür verwendete Strom aus Windparks stammt, sind sowohl der Prozess als auch das Produkt vollständig nachhaltig und der Wasserstoff wird als grüner Wasserstoff bezeichnet. Derzeit steht uns dafür noch zu wenig Windenergie zur Verfügung. Aus diesem Grunde liegt grüner Wasserstoff erst nach 2030 im Bereich der Möglichkeiten.

Sonnenenergie

Erneuerbare Energie wie Wind und Sonne sind ausschlaggebend beim nachhaltiger Werden des Hafens.
Der Rotterdamer Hafen findet es wichtig, dass Unternehmen im Hafen mehr Elektrizität aus erneuerbaren Quellen erzeugen. Dort, wo es möglich ist, müssen wir Sonnenenergie nutzen. Immer häufiger werden Betriebsgebäude im Hafengebiet deshalb mit Solarmodulen ausgestattet. Das schont die Umwelt und und sorgt für niedrigere Energiekosten.

Energie aus der Tiefe

Wir stellen stets mehr auf nachhaltige Energiequellen um, vor allem auf Sonnen- und Windenergie. Der tiefe Untergrund liefert aber auch Energie. Pro 100 Meter wird es ca. 3 Grad wärmer. Diese Erdwärme stellt auch eine Alternative zu fossilen Brennstoffen dar. Gemeinsam mit der NAM evaluiert der Hafenbetrieb Chancen für eine Erdwärmequelle im westlichen Hafengebiet. Wenn die Wärme (ca. 170 Grad) in Form von heißem Wasser nach oben gebracht werden kann, ist sie eine gute Energiequelle, insbesondere für die Produktion von Dampf für die Industrie.

Untersuchung der Möglichkeiten zur Nutzung ultratiefer Erdwärme in den Niederlanden beginnt
Untersuchung der Möglichkeiten zur Nutzung ultratiefer Erdwärme in den Niederlanden beginnt

Biomasse

Der Hafen von Rotterdam ist ein wichtiger Hafen für den Import von Biomasse nach Europa. Holzpellets, die Hauptproduktgruppe für Biomasse, werden hauptsächlich im europäischen Wärme- und Energiemarkt eingesetzt. Hervorragende Anbindungen für Lieferung und Transit, Verarbeitung von Biomasse im Hafen, bestehende Ladungsströme und spezielle Umschlag- und Lagereinrichtungen machen Rotterdam zu einem attraktiven Biomasse-Drehkreuz.

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SCHRITT 3 – ZU EINEM NEUEN ROHSTOFF- UND BRENNSTOFFSYSTEM

Dritten Schritt - Energiewende

Bei diesem Schritt geht es um den Ersatz fossiler Rohstoffe. Das wird durch die Nutzung von Biomasse, recycelten Materialien, grünem Wasserstoff und CO2 ermöglicht.
Rotterdam als Waste-to-Value-Drehscheibe

Der Weg zu einer CO₂-neutralen Zukunft ist für einen logistisch-industriellen Komplex von Weltniveau keine einfache Aufgabe. Es handelt sich um einen eingreifenden Übergang, bei dem viele Interessen auf dem Spiel stehen.

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Circular economy

In der Kreislaufwirtschaft stehen Produktion, Innovation und Wiederverwendung im Mittelpunkt. Produkte und Stoffe werden so weit wie möglich nochmals verwendet. Das Hafengebiet von Rotterdam ist mit seinen vielen kreislaufwirtschaftlich orientierten Unternehmen und Projekten eine attraktive Region für die Kreislaufwirtschaft. Die ausgedehnten Verbindungen mit dem Hinterland bilden eine starke Ausgangsposition für die Wiederverwendung von Restströmen. In Zukunft soll grüner Wasserstoff in hohem Maße als Energie für die Industrie und als Rohstoff in der Chemie eingesetzt werden. Darüber hinaus wird der Hafen zu einem wichtigen Importhafen für sekundäre Rohstoffe (Abfall, Plastik) und nachhaltige Biomasse. Abgesehen von Wasserstoff ist für die Herstellung von Produkten auch Kohlenstoff erforderlich. Dafür müssen Partner aus der gesamten Produktionskette zusammenarbeiten: Rohstoffgewinnung, Produktdesign, Produktionsprozess, Reparatur, Wiederverwendung und Recycling.

Der Hafenbetrieb denkt gemeinsam mit ihnen darüber nach, wie mit Rohstoffen umgegangen werden kann. Wir investieren in potenzielle Koalitionspartner und bieten ihnen Unterstützung und Beratung. Wir wollen der vorhandenen Industrie bei ihrem Wechsel von fossilen zu biobasierten und zirkulären Kraftstoffen helfen. Gleichzeitig wollen wir Rotterdam für neue Branchen attraktiv machen.

Recycling und Biomasse

Mechanisches Recycling ist die umwelt- und kosteneffizienteste Art und Weise, um gut recycelbare Kunststoffen zu verarbeiten. Durch die steigende Nachfrage nach hochwertigen Rohstoffen für neue Kunststoffe besteht ein Bedarf an zukünftiger Erweiterung, Maßstabvergrößerung und Professionalisierung der Recycling-Kapazität in Europa. Durch die Anwesenheit von primären Kunststoffproduzenten und das große Angebot an Abfall- und Sortierströmen stellt die Region Rotterdam einen interessanten Standort für hochwertiges mechanisches Recycling dar.

Abgesehen vom mechanischen Recycling bieten chemische Recycling-Technologien die Möglichkeit, nicht-recyclingfähigen Kunststoffabfall in Produkte wie Polymere, Kraftstoffe, Wachse, Aromate oder synthetische Gase umzuwandeln.

Position paper circular economy

TRANSPORT UND DIGITALE LÖSUNGEN

Nachhaltiger Transport

Zusätzlich zu den Bemühungen der Industrie, die CO2-Emissionen zu senken, sorgen wir gemeinsam mit allen Beteiligten auch für mehr Nachhaltigkeit in den Logistikketten. Nachhaltiger Transport zu und von den Häfen sowie in den Hafengebieten selbst. Das Ziel: ein klimaneutraler Transport im Jahr 2050.
Höhere Nachhaltigkeit der Logistikketten

Der Rotterdamer Hafen verdankt seine führende Position als größter Hafen Europas unter anderem der hervorragenden Erreichbarkeit über die Nordsee sowie den guten Verbindungen mit dem Hinterland. Allerdings verursacht das hohe Aufkommen der See- und Binnenschifffahrt auch den Ausstoß von CO2. Aus diesem Grund ergreift der Hafenbetrieb Rotterdam die Initiative, um die Logistikketten, in die Rotterdam eingebunden ist, nachhaltiger zu gestalten. Das wird erreicht, indem wir unter anderem mit Hilfe digitaler Mittel dafür sorgen, dass Schiffe effizienter fahren können. Wir fördern den Einsatz von Elektromotoren, elektrischen Kranen usw. und stimulieren den Einsatz von Übergangskraftstoffen, wie Biokraftstoffen und LNG (Flüssiggas). Diese Übergangskraftstoffe werden zu gegebener Zeit durch Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe ersetzt.

Anreizsystem Klimafreundlicher Schiffsverkehr

Die Anreizverordnung für eine klimafreundliche Schifffahrt vom Rotterdamer Hafenamt fördert die Verwendung nachhaltiger Kraftstoffe in der Schifffahrt. Insgesamt stehen 5 Mio. EUR für Initiativen von Verladern, Reedereien, Kraftstoffherstellern und -lieferanten, Motorenherstellern und Schiffseignern zur Verfügung. Die Regelung gilt bis Ende 2022.

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ESI Green Award

Der Hafenbetrieb Rotterdam belohnt Schiffe, die in Besitz eines Green Award-Zertifikats sind, mit Preisnachlässen auf die Hafengebühren.

Der Hafenbetrieb Rotterdam sorgt für niedrigere Schwellen bei sauberer Seefahrt

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Mehr wissen?

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Maike Akkers
Program Manager Energy Infrastructure
Nico van Dooren
Director Energy and Industry
Ankie Janssen
Program Manager Alternative Fuels
Wilco van der Lans
Program Manager Renewables
Randolf Weterings
Program Manager Electrification and Hydrogen
Stijn Effting
Program Manager Renewable Chemicals and Fuels
Monique de Moel
Program Manager Circular Economy

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