Kreislaufwirtschaft

Rotterdam Kreislaufhub für die Umwandlung von Rohstoffen

Das Hafen-Industriegebiet von Rotterdam ist eine ideale Region zur praktischen Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Die Konzentration von Rohstoff- und Restströmen aus Industrie und Logistik bietet in Verbindung mit der guten Erreichbarkeit eine ausgezeichnete Grundlage für eine breite Einführung der Kreislaufwirtschaft in den Bereichen Produktion und Verbrauch.

Die heutige Wirtschaft funktioniert größtenteils nach einem linearen System: Wir gewinnen Rohstoffe, fertigen daraus Produkte und behandeln den Rest wie Abfall. Obwohl in den Niederlanden in relativ großem Umfang Recycling stattfindet, gelangen immer noch erhebliche Mengen von Rohstoffen nach der Nutzung in den Abfall oder Verbrennungsofen.

Eine Kreislaufwirtschaft ermöglicht hingegen eine grundlegende Änderung. In einer Kreislaufwirtschaft liegt der Schwerpunkt darauf, möglichst großen Wert mit möglichst wenig Rohstoffen zu generieren. Produkte und Rohstoffe werden soweit wie möglich wiederverwendet, z. B. durch das Recycling von Kunststoff zu Granulat, aus dem wieder neue Kunststoffprodukte gefertigt werden.

In einer Kreislaufwirtschaft „gibt es keinen Abfall“. Da Kreisläufe möglichst weitgehend geschlossen werden, müssen den Produktionsketten nur in begrenztem Maße neue Rohstoffe hinzugefügt werden.
Da es in Rotterdam eines der weltweit größten Raffinations- und Chemiezentren in Kombination mit umfangreichen Netzwerkverbindungen mit dem Hinterland gibt, ist die Stadt ein idealer Hub für die Kreislaufwirtschaft zur Umwandlung von Rohstoffen. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat eine starke internationale Position als Waste-to-Value-Port mit zahlreichen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft und neuen Projekten.

Nach Ansicht des Hafenbetriebs Rotterdam wird diese Position in Zukunft noch wichtiger und sollten die lokalen Industrie- und Logistiktätigkeiten bis 2050 kreislaufwirtschaftlich gestaltet werden.
Dies trägt nicht nur zum Erreichen der Klimaziele bei, sondern schützt die Region auch besser vor geopolitischen und wirtschaftlichen Fluktuationen, während sie Innovationen und neue unternehmerische Tätigkeit begünstigt. Ein solches Hafengebiet schafft wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert.

Vier Konzepte

Um diese Bestrebung umzusetzen, geht der Hafenbetrieb hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft in Kooperation mit zahlreichen Partnern nach vier Konzepten vor, und zwar: Innovation & Erweiterung, Sortierung & Recycling, industrielle Symbiose sowie Abscheidung und Wiederverwertung von CO2. Lesen Sie hier das vollständige Positionspapier des Hafenbetriebs Rotterdam zur Nutzung der Kreislaufwirtschaft.
Die Kreislaufwirtschaft ist ein notwendiger Schritt zur Realisierung der Energiewende und trägt zur Stärkung der Wettbewerbsposition des Rotterdamer Hafengebiets bei.

Welche Chancen bieten sich?

Die wichtigste Herausforderung, die die Kreislaufwirtschaft schafft, besteht darin, dass Güter eine begrenzte physische oder wirtschaftliche Lebensdauer aufweisen, wodurch ihr Wert im Laufe der Zeit sinkt (oder, wie beim Abfall, sogar negativ wird). Die wichtigste Chance lautet, dass Unternehmen die Verlängerung der wirtschaftlichen Lebensdauer in ihr Kalkül einbeziehen. Die nachstehend genannten Amortisationsmodelle zeigen, wie wir Verschwendung reduzieren können.

  1. Resource recovery (Ressourcenrückgewinnung)
    Die Rückgewinnung von Rohstoffen aus geringwertigen Produkten, anstatt sie wegzuwerfen oder sie zu verbrennen. Beispielsweise durch die Rückgewinnung nützlicher Materialien aus Abfallströmen anhand von Recycling oder indem das Nebenprodukt des einen Unternehmens als Rohstoff für ein Produkt eines anderen Unternehmens verwendet wird.

  2. Zirkuläre (erneuerbare) Rohstoffe
    In der Produktionsindustrie können pflanzliche Rohstoffe gewiss zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang kann man zum Beispiel an die Produktion von Biokraftstoffen und Biochemie denken. Pflanzen wachsen schnell (Korn und Zuckerrüben in einer (1) Saison, Bäume in ein paar Jahrzehnten), wodurch der Vorrat an Biorohstoffen schnell aufgefüllt werden kann.

  3. Verlängerung der Lebensdauer
    Durch Instandhaltung und Reparatur, Wiederaufarbeitung oder den Secondhand-Ankauf oder -Verkauf erhöht sich die Lebensdauer der Produkte.

  4. Teilmodelle (Sharing Economy)
    Mehrere Haushalte teilen sich beispielsweise ein (1) Auto. Denn ein Auto wird nur einen geringen Teil des Tages (manchmal sogar noch weniger) tatsächlich benutzt. Dasselbe gilt für viele Geräte.

  5. Produkt als Dienstleistung
    Miete, Leasing oder Nutzungsvertrag für beispielsweise eine Waschmaschine oder einen Hochdruckreiniger.

Kurz gesagt: Das Kreislaufmodell kreiert neue Geschäftsideen und stellt ein nicht zu unterschätzendes Stimulans unserer Wirtschaft dar, wie die nachfolgend illustrierten Geschäftsmodelle zeigen.

Konkrete Projekte in Rotterdam

Der Hafen ist ein idealer Standort zur Entwicklung der Kreislaufwirtschaft, da alle erforderlichen Einrichtungen für die in einer Kreislaufwirtschaft tätige Industrie vorhanden sind. Hier können wir einen zukunftsfähigen industriellen Cluster in die Tat umsetzen und Betriebe sowie Unternehmer gleichermaßen stimulieren, in Kooperation mit dem Hafenbetrieb die internationalen, mit der Energiewende verbundenen Ambitionen zu verfolgen. Aus diesem Grunde sind wir auf der Suche nach Schritten, so dass wir Teil der Kreislaufwirtschaftskette werden, und denken wir darüber nach, wie wir mit Rohstoffen umgehen können. Durch die Investition in neue potentielle Kunden sowie in mögliche Koalitionspartner, deren Förderung und Beratung können wir die vorhandene Industrie bei ihrem Wechsel von fossilen zu biobasierten und zirkulären Kraftstoffen unterstützen und gleichzeitig neue Industrie anlocken. Nachstehend finden Sie Beispiele für derzeit laufende Projekte:

Waste-2-Chemicals

Eine Partnerschaft des Hafenbetriebs mit Air Liquide, Enerkem, Nouryon und Shell sowie der niederländischen Provinz Zuid-Holland, der Stadt Rotterdam, InnovationQuarter und Clean Tech Delta hat Forschung in Bezug auf die Realisierung einer Waste-2-Chemicals-Fabrik betrieben: eine Fabrik, in der aus Restabfallströme Synthesegas und danach Methan hergestellt wird. Das Waste-2-Chemicals-Konsortium hat sich für Rotterdam als den geeignetsten Standort entschieden. Derzeit wird das Projekt erstellt.

Von Plastik zu Plastik: Ioniqa

Ioniqa ist ein gutes Beispiel für eine neue Industrie, die auf das Bedürfnis einer hochwertigen zirkulären Wiederbenutzung eingeht. Dieses ursprünglich aus Eindhoven (Niederlande) stammende Start-up-Unternehmen hat ein Recycling-Verfahren entwickelt, bei dem PET-Flaschen aus Plastik (genauer gesagt sind sie aus Polyethylenterephthalat), Fleece-Jacken und allerlei andere Arten PET-Abfall zu einem früher unmöglichen, farblosen, reinen, einsatzfähigen, chemischen Rohstoff zwecks der Erstellung neuer Produkte recycelt werden - daraus wird dann ‚die ewige PET-Flasche‘.

On demand industry (Industrie nach Bedarf): RAMLAB

RAMLAB (Rotterdam Additive Manufacturing LAB) ist das erste Feldlabor mit 3D-Metalldruckern, das auf die mit dem Hafen zusammenhängende Industrie ausgerichtet ist. RAMLAB benutzt 3D-Metalldrucker (auch additive Herstellung genannt) zur Entwicklung von Knowhow in den Bereichen Metalldruck, 3D-Design und Zertifizierung. RAMLAB zielt darauf ab, anhand von Forschungs- & Entwicklungsprojekten gemeinsam mit Partnern die WAAM (Wire Arc Additive Manufacturing)-Technologie kommerziell nutzbar zu machen. So arbeitet RAMLAB gemeinsam mit Partnern auf eine Zukunft hin, in der Teile nach Bedarf gedruckt werden können. Hierdurch sind große Vorräte überflüssig und ist eine Suche nach spezifischen oder speziellen Einzelteilen nicht mehr erforderlich.

Kontakt

Für weitere Informationen zu diesem Thema, nehmen Sie Kontakt auf zu:

Monique de Moel
Business developer Energy and Industry

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