Rotterdam als Waste-to-Value-Drehscheibe

Der Weg zu einer CO₂-neutralen Zukunft ist für einen logistisch-industriellen Komplex von Weltniveau keine einfache Aufgabe. Es handelt sich um einen eingreifenden Übergang, bei dem viele Interessen auf dem Spiel stehen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und gesellschaftlichen Organisationen haben als Teil des nationalen Klimaabkommens einen Fahrplan für das Industriegebiet Rotterdam-Moerdijk festgelegt, der weitgehende Innovationen einführt.

Gleichzeitig erhält die bereits bestehende Industrie in der Region die erforderliche Zeit, Änderungen an den Betriebsabläufen durchzuführen. Dadurch wird sichergestellt, dass die regionale Wirtschaft aufrechterhalten wird, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben und eine neue internationale Wettbewerbsfähigkeit aufgebaut wird. Kurz gesagt, der Energiewandel stärkt hierdurch das Geschäftsklima im Hafen von Rotterdam.
Die erarbeitete Route - weiter ausgeführt im Bericht „In drie stappen naar een duurzaam industriecluster: Rotterdam-Moerdijk in 2050“ (In drei Schritten zu einem nachhaltigen Industriecluster; Rotterdam-Moerdijk 2050) - macht deutlich, dass der erste Schritt so viel Effizienz und Optimierung wie möglich in das bestehende Energiesystem bringen soll. Danach folgt ein zweiter Schritt, der anhand der Elektrifizierung und des Einsatzes von Wasserstoff ein neues Energiesystem entwickelt.

Letztendlich wird das nicht vollständig ausreichend sein, um eine CO2-neutrale Zukunft aufzubauen. Der Übergang von einem fossilen Energiesystem, das hauptsächlich auf Kohle, Öl und Erdgas basiert, zu einem neuen Energiesystem, das auf Ökostrom für Elektrifizierung und Wasserstoff basiert, ist nicht vollständig ausreichend. Dafür ist ein letzter Schritt erforderlich.

Die dritte Phase besteht darin, das neue Energiesystem in eine Kreislaufwirtschaft aufzunehmen. Hier liegt der Schwerpunkt darauf, einen möglichst großen Wert mit möglichst wenig Rohstoffen zu generieren. Dies erfordert vor allem einen optimalen Einsatz von Rohstoffen in der Produktionskette. Hierfür ist ein integrierter Ansatz und die Zusammenarbeit zwischen den Partnern quer durch die gesamte Produktionskette erforderlich: Rohstoffgewinnung, Produktdesign, Produktionsprozess, Reparatur, Wiederverwendung und Recycling.

Der Hafenbetrieb Rotterdam baut als Waste-to-Value-Port mit zahlreichen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft und neuen Projekten stark auf eine internationale Position. Das Hafengebiet von Rotterdam ist eine attraktive Region zur Gestaltung der Kreislaufwirtschaft. Die ausgedehnten Netzanbindungen an das Hinterland bilden einen starken Ausgangspunkt für die Verwertung und Wiederverwendung von Restströmen.
In der Praxis geht es daher vor allem darum, grünen Wasserstoff im großen Maßstab für die Energieversorgung der Industrie sowie als Rohstoff in der Chemie einzusetzen. Der Hafen wird zusätzlich zu seiner Funktion als Drehscheibe für grünen Strom und Wasserstoff auch eine Import-Drehscheibe für sekundäre Rohstoffe (Abfall, Plastik) und nachhaltige Biomasse. Allerdings ist abgesehen vom Wasserstoff auch Kohlenstoff für die Herstellung von Produkten erforderlich.

Mechanisches Recycling ist die umwelt- und kosteneffizienteste Art und Weise, wenn es um die Verarbeitung von Kunststoffen geht, die man gut recyceln kann. Durch die steigende Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Rezyklat für neue Kunststoffe besteht ein Bedarf an zukünftiger Erweiterung, Maßstabvergrößerung und Professionalisierung der Recycling-Kapazität in Europa. Durch das Vorhandensein primärer Kunststoffproduzenten und dem großen Angebot an Abfall- und Sortierströmen stellt Rijnmond einen interessanten Standort für hochwertiges mechanisches Recycling dar.
Abgesehen von mechanischem Recycling bieten chemische Recycling-Technologien die Möglichkeit, nicht-recyclingfähigen Kunststoffabfall in Produkte wie Polymere, Monomere, Brennstoffe, Wachse, Aromate oder synthetische Gase umzuwandeln.

Zudem ist Raum vorhanden, in Sachen Biomasse zu expandieren. Biomasse ist ein guter Ersatz für fossile Rohstoffe in der Industrie bei Anwendungen wie beispielweise flüssigen Brennstoffen und Chemikalien. Im Rotterdamer Hafen befindet sich der weltgrößte Industrie-Cluster, der Biomasse als Rohstoff nutzt. Biobasierte Unternehmen profitieren hier von den unendlichen Möglichkeiten für die Zufuhr aller denkbaren Formen von Biomasse und ebenfalls für den Vertrieb von Endprodukten. Ein starkes petrochemisches Cluster sowie das Knowhow und die Erfahrung der vorhandenen biobasierten Industrie sorgen dafür, dass Rotterdam ein attraktives Niederlassungsklima zu bieten hat.

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Energiewende

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt sich gegen die Klimaveränderung ein und will eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Energiewende spielen. Senkung des CO₂-Ausstoßes und effiziente Nutzung der Roh- und Reststoffe stellen für den Hafenbetrieb wichtige Aufgaben dar.

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