Optimierung der Containerbinnenschifffahrtskette

2018 stieg der Containerumschlag im Rotterdamer Hafen um 5,7 % auf 14,5 Millionen TEU für das Jahr an. Im ersten Halbjahr 2019 setzte sich die Steigerung beim Containertransport in Rotterdam um weitere 6,4 % fort. Der Containerumschlag ist der Motor des Wachstums im Rotterdamer Hafen. Beim Hinterlandtransport von Containern spielt die Binnenschifffahrt eine unverzichtbare Rolle. Die Binnenschifffahrt hat derzeit einen Anteil von 38 % am Containertransport zwischen der Maasvlakte und dem Hinterland. Der Hafenbetrieb strebt danach, den Anteil der Containerbinnenschifffahrt bis 2030 auf 45 % zu steigern. Zur Förderung dieses Wachstums streben wir eine optimale Containerbinnenschifffahrtskette an

Entwicklungen in der Containerkette

Verschiedene Entwicklungen auf weltweiter Ebene haben sich in den vergangenen Jahren in hohem Maße auf die Containerbranche ausgewirkt. In Rotterdam hat dies zu größeren Spitzenlasten bei den Volumen und beim Abfertigungsbedarf geführt, sowohl see- als auch landseitig. Dabei ist die Abstimmung zwischen den Kettenpartnern hinsichtlich der Planung und Durchführung des Containertransports im Seehafen komplexer geworden.

  • Maßstabsvergrößerung bei Seeschiffen

    In der Seeschifffahrt findet eine weitere Maßstabsvergrößerung statt: Sowohl die Seeschiffe als auch die zu ladenden bzw. zu löschenden Container pro Schiffsbesuch (call size) werden größer, wobei ebenfalls die Spitzenlasten per Schiffsbesuch zunehmen. Die größten Seeschiffe, die Rotterdam anlaufen, weisen eine Kapazität von mehr als 23.000 TEU auf.

  • Bildung von Allianzen

    Eine zunehmende Konsolidierung und Kooperation der größten Containerreedereien führt zur Bündelung der Volumen bei großen Schiffen. Diese sich aus Reedereien zusammensetzenden Allianzen entscheiden sich bei ihrem Fahrschema für Rotterdam und nutzen die verschiedenen Deepsea-Terminals.

  • Steigende Volumen

    Die Containervolumen im Rotterdamer Hafen sind seit dem Jahr 2010 stark gestiegen. Auch die Containerbinnenschifffahrt von und nach Rotterdam hat sich 2018 auf 3 Millionen TEU erhöht. Es ist zu erwarten, dass sich der Druck auf die Kais, aufgrund der steigenden Volumen bei Deepsea, Feeder und Binnenschiff-Transporten, erhöhen wird.

  • Neue Terminalkapazität

    2015 gingen auf der Maasvlakte 2 die Deepsea-Terminals von Rotterdam World Gateway und APM Terminals Maasvlakte II in Betrieb. So ist es in Zukunft möglich, das Wachstum beim Containervolumen zu handhaben. Mit fünf Deepsea-Terminals auf der Maasvlakte wird die Planung der Containerbinnenschifffahrt in Rotterdam immer komplexer.

  • Leerzeit, Demurrage und Detention

    Absprachen im Hinblick auf Leerzeit, Demurrage und Detention sind von großem Einfluss auf den Containerablauf. Die an das Abholen/Abliefern eines Containers geknüpften Bedingungen werden strenger, wodurch die für den Containertransport pro Binnenschifffahrt zur Verfügung stehende Zeit kürzer wird.

Initiativen in der Containerbinnenschifffahrt

Der Hafenbetrieb Rotterdam erleichtert die strukturelle sektorale Abstimmung zwischen allen in der Containerkette tätigen Akteuren. Dies sind Verlader, Reeder, Spediteure, Barge Operators, Inlandterminals, Deepsea-Terminals und Leerdepots.* Um die Entwicklungen in der Containerkette und deren Folgen auffangen zu können, arbeiten alle Beteiligten der Kette gemeinsam an einer transparenteren und effizienteren Gestaltung der Containerbinnenschifffahrtskette. Zu diesem Zweck sind verschiedene Initiativen entwickelt worden.

*Dies sind: APMT, BDB, BDI/DSVK, CBRB, Deltalinqs, EBU, ECT, evofenedex, FENEX/TLN, Koninklijke BLN-Schuttevaer, LINc, niederländisches Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Portbase, Hafenbetrieb Rotterdam, RWG, SPEDLOGSWISS, SSC, SVS, VRC, VRTO.

Leitfaden für Verlader und Spediteure

Die Parteien in der Kette haben einen Leitfaden mit Empfehlungen für Verlader und Spediteure entwickelt, damit sie selbst Einfluss auf eine transparentere und effizientere Gestaltung der Containerbinnenschifffahrtskette ausüben können.

  • Nextlogic

    Nextlogic bietet eine integrale Planung für die Abfertigung der Containerbinnenschifffahrt im Rotterdamer Hafen. Dies führt zu einer optimalen Nutzung der Anlagen von Deepsea-Terminals, Leerdepots und Barge Operators und sorgt dafür, dass das Binnenschifffahrtsprodukt für Verlader und Spediteure effizient und zuverlässig ist.

  • Portbase

    Portbase bietet über das Port Community System eine Plattform für alle Beteiligten, mit der sie - über Rotterdam - Informationen in der Logistikkette einfach und effizient austauschen können. Die Partner können die Dienste von Portbase nutzen und Informationen untereinander austauschen, dies mit dem Ziel, einen kontinuierlichen Überblick über den aktuellen Status des Containers in der Kette zu erhalten.

  • Digitalisierung

    Mit PortForward entwickelt der Hafenbetrieb Rotterdam digitale Tools zur Verbesserung des Ablaufs im Hafen sowie um Hinterland. Diese intelligenten Lösungen eignen sich für Verlader, Spediteure, Transportunternehmen, Terminalunternehmen und Hafenbetriebe, die ihren Einblick in ihre Logistikkette und ihre diesbezügliche Kontrolle erhöhen wollen.

  • Bündelung

    Die Zusammenarbeit zwischen den Marktpartnern führt dazu, dass die Containervolumen im Hinterland und im Hafen gebündelt werden können. Durch den Abschluss von Vereinbarungen mit Deepsea-Terminals über den Zeitpunkt (festgelegtes Zeitfenster - fixed window) und den Schiffsbesuch (Call Size) wird die Zuverlässigkeit des Containertransports verbessert. Terminals bieten unter bestimmten Bedingungen feste Zeitfenster an, um auf diese Weise Bündelungsinitiativen mit Hilfe von zugesicherten Abfertigungszeiten zu unterstützen.

Bündelung im Hinterland

Der Hafenbetrieb Rotterdam unterstützt die Initiativen, mittels derer Barge Operators kooperieren und Container im Hinterland bündeln. Die Barge Operators setzen Hubs zur Bündelung von Containern ein und haben, über einen Liniendienst, feste Absprachen an einem oder mehreren Deepsea-Terminals. Beispiele hierfür sind der North West Central Corridor, der West-Brabant Corridor, der Ruhr-Express und der Limburg Express.

Bündelung im Hafen

Auf der Maasvlakte, im Waal-Eemhaven und in Alblasserdam werden Container gebündelt und per Binnenschiff direkt und zu festen Zeiten zu den Deepsea-Terminals transportiert und von diesen abtransportiert.

Hubs für Overflow

Im Hafen wird der mögliche Einsatz von (virtuellen) Hubs für den Overflow untersucht, um die Kapazität effizienter einsetzen, die Lastspitzen besser bewältigen, das Volumen besser verteilen und zeitunabhängig auf Veränderungen in der Transportkette reagieren zu können. Die Hubs für den Overflow können sowohl tatsächlicher als auch virtueller Natur sein. Zudem wird der Einsatz von Schubkähnen untersucht.

Infrastruktur

Der Rotterdamer Hafen richtet seine Aufmerksamkeit unablässig auf sein umfangreiches Netz intermodaler Transportverbindungen (Bahnverbindungen, Binnenschifffahrt, Straßen und Rohrleitungen) mit dem Hinterland. Zudem wird die Kapazität des Netzes strukturell erweitert. Beispiele dafür sind die Verbreiterung der niederländischen Autobahn A15, das Breeddiep, die Botlek-Brücke, die Theemsweg-Trasse und die Hafenbahnlinie.

Der Hafenbetrieb Rotterdam ist aktiv am Programm Gütertransport-Korridore (Goederenvervoercorridors) beteiligt. Diesbezüglich arbeiten das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Topsector Logistiek und die niederländischen Provinzen Gelderland, Limburg, Nordbrabant und Südholland gemeinsam an der Verbesserung der Topcorridor-Infrastruktur.

Leistungsmessung der Transportkette

Mittels der Entwicklung eines so genannten KPI-Dashboards werden Leistungen in der gesamten Kette für jeden Teilnehmer gleichermaßen definiert und überwacht. Für Containerbinnenschiffe, die vom oder zum Roterdamer Hafen unterwegs sind, ist der „Barge Performance Monitor“ entwickelt worden.

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