Energiewende
Pressemitteilung

Bei der Energiewende geht es um viel mehr als den Kohleausstieg

Der Hafenbetrieb Rotterdam steht vollständig hinter dem Klimaabkommen von Paris und bemüht sich, den CO2-Ausstoß in Übereinstimmung mit den Zielen der niederländischen und europäischen Behörden zu reduzieren. Konkret bedeutet dies für die Niederlande - und somit auch für Rotterdam - eine Senkung des CO₂-Ausstoßes im Jahr 2030 um 49% im Vergleich zu 1990. Die im Klimaabkommen von Paris festgelegten Vereinbarungen betreffen übrigens den Kampf gegen die globale Klimaerwärmung. Dafür darf die CO₂-Menge bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Das Klimaabkommen äußert sich nicht zu der Nutzung bzw. dem Umschlag von Kohle.

Eine Entscheidung über die Schließung der niederländischen Kohlekraftwerke liegt bei der Regierung. Im kürzlich geschlossenen Koalitionsvertrag steht, dass die Entscheidung vor 2030 getroffen sein muss. 15 % der gegenwärtig in Rotterdam umgeschlagenen Kohle ist für die niederländischen Kohlekraftwerke bestimmt.

85 % der in Rotterdam umgeschlagenen Kohle wird nach Deutschland weitertransportiert. Deutschland entscheidet selbst, wie lange und zu welchem Zweck es Kohle einführt. Wenn die deutsche Industrie Kohle importieren möchte und es nicht länger über Rotterdam möglich ist, wird der Transport auf andere Häfen verlagert werden. Dem Klima nützt dies wenig und in Rotterdam hätte dies den Verlust von hunderten von Arbeitsplätzen zur Folge.

50 % der nach Deutschland weitertransportierten Kohle wird in den Hochöfen für die Stahlproduktion genutzt. Stahl aus Eisenerz kann momentan noch nicht in großen Mengen ohne Kohle produziert werden. Stahl wird für zahlreiche Zwecke genutzt, zum Beispiel bei der Herstellung von Windanlagen, Fahrrädern und Schienen für öffentliche Verkehrsmittel. Die anderen 50 % der weitertransportierten Kohle wird zur Stromerzeugung in Kohlekraftwerken eingesetzt. Über 35 % des in Deutschland erzeugten Stroms wird aus erneuerbaren Energiequellen wie z. B. Wind und Sonne hergestellt, aber an windstillen Tagen und an Tagen, an denen die Sonne kaum scheint, nutzt Deutschland intensiv seine Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke, um Strom zu erzeugen. Deutschland wird übrigens bei der Stromversorgung in den kommenden Jahren, wenn die deutschen Atomkraftwerke vom Netz genommen werden, noch abhängiger von fossiler Energie.

Wenn man die Nutzung von Kohle (und anderen fossilen Energieträgern) senken möchte, muss man in Stahlproduktion ohne Kohle, in die Intensivierung der Erzeugung erneuerbarer Energien und die Möglichkeiten ihrer Speicherung investieren. Solange Kohle einen Teil der niederländischen und/oder der deutschen Energie- und Industriepolitik ausmacht, verfolgt der Hafen von Rotterdam das Ziel, der effizienteste, zuverlässigste und sicherste Hafen für Kohletransport zu sein.

Da auch Deutschland das Klimaabkommen von Paris unterzeichnet hat, ist zu erwarten, dass insbesondere im Bereich der Stromerzeugung künftig weniger Kohle umgeschlagen werden wird. Der Hafenbetrieb geht in seiner mittelfristigen Planung auch von einer Senkung des Kohleumschlags aus.

Mit dem angekündigten Verzicht auf die Nutzung von Kohle in den niederländischen Kraftwerken und allen Projekten bei denen der Hafenbetrieb gemeinsam mit der Wirtschaft daran arbeitet den CO2-Ausstoß der Rotterdamer Industrie zu reduzieren, geht man davon aus, dass im Jahr 2030 eine Senkung von 49 % im Vergleich zu 1990 erreichbar sein müsste.

Energiewende

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt sich gegen die Klimaveränderung ein und will eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Energiewende spielen. Senkung des CO₂-Ausstoßes und effiziente Nutzung der Roh- und Reststoffe stellen für den Hafenbetrieb wichtige Aufgaben dar.

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