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BLUE Piling rammt Monopiles intelligenter in den Meeresboden

Auf der Maasvlakte 2 teste Fistuca die innovative BLUE Piling-Technologie, um die Gründungspfähle von Offshore-Windkraftanlagen nachhaltig und kostensparend in den Meeresboden zu rammen. Diese Entwicklung kann beim Bau von Windenergieparks auf dem Meer zu Kosten- und Zeitersparnissen führen und damit zu einer weiteren Reduzierung des Selbstkostenpreises der Windenergie beitragen.

Fistuca wurde im Jahr 2008 als ein Spin-off der Fakultät Mechanical Engineering der Technischen Universität Eindhoven gegründet. Geschäftsführer Jasper Winkes widmete seine Diplomarbeit einer alternativen Ramm-Methode an Land, bei der ein Dieselhammer eingesetzt wird. Aufgrund der Wirtschaftskrise gab es für diese Entwicklung keinen Markt. Im Jahr 2011 entstand die Idee, die Gründungspfähle von Offshore-Windkraftanlagen, die Monopiles, auf alternative Weise in den Meeresboden zu rammen.

Rammen mit Wasser

Bei „BLUE Piling“ wird beim Verbrennen einer Gasmischung eine Wassersäule nach oben gedrückt, die anschließend aufgrund der Erdanziehungskraft wieder nach unten fällt und beim Fallen einen Schlag auf den Monopile ausübt. „Darin steckt sehr viel Energie“, erzählt Winkes. „Gleichzeitig ist es ein langgezogener Schlag. Im Gegensatz zu einem abrupten Schlag, den ein konventioneller Hammer gibt. Er führt zu weniger Lärm, der beim Rammen von Monopiles gegenwärtig ein Problem darstellt. Vor allem in Deutschland sind die Lärmschutzvorschriften sehr streng. Jedoch auch in den Niederlanden muss man beim Erstellen der Gründung für Offshore-Windkraftanlagen Millionen in Lärm reduzierende Maßnahmen investieren, um die Unterwasserwelt zu schützen.“

Zeit- und Kostenersparnis

Aufgrund der relativ trägen Rammbewegung wird der Monopile weniger beschädigt, als beim konventionellen Rammen. Es ist sogar möglich, einen komplett assemblierten Pfeiler einzurammen, das heißt inklusive Bootsanlegestelle, Leitern, Korrosionsschutz etc. Die Technologie verspricht eine deutliche Senkung der Zeit, die man braucht, um ein Fundament zu installieren, und somit auch eine Kostenersparnis. „Die Pfeilergründung ist in einem Schritt fertiggestellt. Im Nachhinein sind keine Arbeitsgänge auf See mehr notwendig.“

Tests auf der Maasvlakte 2

Huisman Equipment aus Schiedam investierte mit in die Technik. Dabei wird untersucht, ob die BLUE Piling-Technik gut funktioniert und ob Optimierungen erforderlich sind. Die Maasvlakte 2 ist nach Meinung von Winkes ein ausgezeichneter Teststandort. „Solche Tests darf man nicht überall ausführen, an diesem Standort jedoch werden sie vom Hafenbetrieb Rotterdam erlaubt. Der Standort ist darüber hinaus gut erreichbar und es gibt nur wenig Bebauung in der Nähe. Eine ideale Kombination. Es ist schön, dass der Hafenbetrieb bezüglich dieser Art von Innovationen und der Wende zu erneuerbaren Energien eine proaktive Haltung hat.

Für den Test wurde ein Monopile an der Oberseite verschlossen. Auf den Pfeiler kann ein Schlag ausgeübt werden, ohne dass er immer weiter versinkt. „Auf diese Weise können wir unsere Rammtechnik wochenlang mit dem gleichen Pfeiler testen. Am Ende zeigen wir, dass wir den gesamten Monopile zurückgewinnen können. Auch das ist vollkommen neu.“

Offshore-Test

Ende des Sommers findet in Kooperation mit Sif, Van Oord und den acht größten Energieunternehmen, die im Offshore-Windsektor tätig sind, in der Nähe von Rotterdam ein Offshore-Test statt. „Unser Ziel besteht darin, mit BLUE Piling sowohl die Kosten der Installation als auch der Gründung selbst zu senken. Wir können die Gründung von Offshore-Windkraftanlagen in weniger Schritten installieren und die Lebensdauer der Monopiles verlängern.

Das führt pro Windpark zu Kostenersparnissen in Millionenhöhe, was sich wieder in niedrigeren Kosten der Windenergie niederschlagen kann. Es kann noch viel mehr rausgeholt werden, indem man den Entwurf der Monopiles an die BLUE Piling-Technologie anpasst. Bestimmte Teile könnten in einer leichteren Version ausgeführt werden, da man beim Rammprozess weniger Schäden verursacht.“

Maasvlakte 2: Test- und Demostandort für die Branche Offshore Wind

Die maritime Hauptstadt Europas ist der perfekte Standort für Innovationen im Bereich Offshore Wind. Die Maasvlakte 2 bietet ausreichend Platz für Offshore Test- und Demoeinrichtungen. Doch wo befinden sich diese Anlagen und was bieten die einzelnen Standorte? Das können Sie ab jetzt in der Übersicht „Offshore Innovation“ sehen.

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