Innovation
Column

Bringt man Menschen zusammen, entsteht etwas Magisches

Dünung #3

In Rotterdam suchen wir kontinuierlich eine Antwort auf die Frage, wie man den Hafen intelligenter, effizienter, besser und nachhaltiger gestalten kann. Wie gehen Partner im Hafen mit diesem Aspekt um, weshalb und was hätten sie selbst besser machen können?

Carolien Sandee ist Direktorin bei PortXL.

Portretfoto Carolien Sandee

Carolien Sandee

Ich bin davon überzeugt, dass etwas Magisches entsteht, wenn man Menschen zusammenbringt.

Carolien Sandee, PortXL

„Ich finde es immer faszinierend, Pläne zu schmieden und neue Ideen zu entwickeln. Vor ein paar Jahren war ich als Business Developer bei EY an einem erfolgreichen Programm für High-Tech-Start-Ups beteiligt. Das wollte ich auch für den Rotterdamer Hafen tun, der sich aus so vielen umfangreichen Märkten zusammensetzt. Daher habe ich 2015 an der Gründung von PortXL mitgewirkt, und seit November 2017 bin ich hier als Direktorin tätig.

PortXL ist ein Beschleunigungsprogramm, das Start-Ups in der Hafenbranche und der maritimen Industrie in 100 Tagen für den Markt fit macht. PortXL bietet den Start-Ups Betreuung, Schulungen sowie ein aus Betrieben, Investoren und Partnern bestehendes Ökosystem, wodurch die Start-Ups Unterstützung in ihrer unternehmerischen Kompetenz erhalten. Am letzten Tag - dem so genannten Shakedown - präsentieren die Start-Ups ihren Businessplan vor potenziellen Kunden und Investoren. Bei Beendigung des Programms hoffen wir natürlich auf ein paar Vertragsunterzeichnungen. Wenn man Geld für eine Innovation bezahlen will, ist sie lebensfähig. Unternehmen benötigen junge Talente und möchten in neu gegründete Betriebe investieren, sind jedoch aufgrund der damit verbundenen Risiken zurückhaltend. Start-Ups fehlt das Netzwerk, um an große Unternehmen herantreten zu können. Wir bei PortXL schlagen eine Brücke zwischen diesen Seiten, so dass Wachstum für beide entsteht.

Ein intelligenter Hafen ist für mich ein Hafen, der Wachstum generiert und einen Vorteil für die Wirtschaft erzielt, ohne dabei die Natur und Umwelt weiter zu gefährden. Die Teilnehmer an PortXL sind begeisterungsfähige, engagierte Menschen, die sich damit beschäftigen, intelligente Lösungen zu entwickeln. Die besten Ideen sind diejenigen, bei denen man sich fragt, warum man nicht früher darauf gekommen ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist Hans Kooijman - 2018 war er einer unserer Teilnehmer - der sein ganzes Leben im Hafen gearbeitet hat. Die Reinigung der Innenseite eines Frachters für trockenes Massengut ist schwere Arbeit und eine teure Sache. Hans entwickelte dafür ein Gerät, das mit einem pulsierenden Hochdruck arbeitet. Gemeinsam mit seinen Töchtern und seinem Sohn nahm er an unserem PortXL-Programm teil. Es war etwas ganz Besonderes, deren Familienunternehmen The Big Smile betreuen zu dürfen - und das Schöne daran ist, dass wir noch viel Kontakt zu einander haben.

PortXL ist ein so genannter Trendspotter - das heißt, wir reiten auf der vordersten Welle neuer Entwicklungen in der maritimen Branche. In den ersten Jahren haben sich Start-Ups vor allem mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Im letzten Jahr hieß der Trend vor allem Blockchain. Dieses Jahr scheint es das Thema neue Energie zu sein: Die Teilnehmer richten sich auf neue Anwendungen von unter anderem Wasserstoff und Wellenenergie. Ich bin davon überzeugt, dass wir den Hafen nachhaltiger gestalten können. Wir fahren nächste Woche gewiss noch nicht vollständig mit Wasserstoff, doch wenn wir heute nicht mit der Innovation beginnen, sind wir in zehn Jahren noch nicht am Ziel. Wir müssen klein beginnen und aus der Erfahrung und Flexibilität von Start-Ups lernen.

Dieses Jahr richten wir uns zum ersten Mal auch auf Scale-Ups. Wir sehen, dass die Nachfrage nach Unterstützung bei Betrieben, die Wachstum schreiben möchten, vorhanden

ist. Dieses Jahr nehmen fünf Start-Ups und elf Scale-Ups an unserem Beschleunigungsprogramm teil. Wir selbst haben uns eigentlich auch von einem Start-Up zu einem Scale-Up entwickelt. Wir haben mit fünf Mitarbeitern angefangen - und jetzt sind wir ein fünfzehnköpfiges Team. Seit 2018 ist Port XL auch in Antwerpen und Singapur tätig.

Im ersten Jahr hatten wir alles für ein Event - und zwar von der Location bis hin zur Deko - bis ins kleinste Detail geregelt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass wir größere Aufmerksamkeit darauf hätten verwenden sollen, Menschen aktiver einzuladen. Das tun wir inzwischen cleverer. Und auch mit Erfolg - denn beim letzten Mal nahmen 500 Gäste an unserem Abschluss-Event „Shakedown“ teil. Ich freue mich schon jetzt auf das Shakedown-Event am 20. Juni dieses Jahres in Rotterdam. Der Startpunkt von neuer Technologie und Innovation ist immer der Mensch. Ich bin davon überzeugt, dass etwas Magisches entsteht, wenn man Menschen zusammenbringt.“

Innovation

Rotterdam möchte der intelligenteste Hafen der Welt werden. Um unsere Spitzenposition zu behalten, müssen wir kontinuierlich innovieren. Innovation ist ein entscheidendes Mittel, um die geplanten Veränderungen bei der Energiewende und der Digitalisierung in Rotterdam zu realisieren.

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