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„Chancen-Eruierung in Sachen Wasserstoff auf dem SmartPort CEO-Dinner’

Kurz im Eco-Runner Platz nehmen, erfahren, wie ein Wasserstoff-Helikopter von AeroDelft funktioniert oder den Forze H2 -Simulator testen? All das war beim SmartPort CEO-Dinner am 23. September 2019 im Robohouse in Delft möglich. Das Allerwichtigste jedoch war: Führungspersönlichkeiten aus der Industrie und dem Logistiksektor tauschten an diesem Abend ihre Zukunftsvisionen aus und stellten wichtige Fragen über die Rolle, die der Wasserstoff - das Thema dieses Abends - in der Energiewende des Rotterdamer Hafens spielen kann.

SmartPort CEO diner Elisabeth van Opstall en Frits Eulderink

Die Direktorin von SmartPort, Elisabeth van Opstall, und der frischgebackene SmartPort-Vorsitzende Frits Eulderink (COO Vopak)

Die Direktorin von SmartPort, Elisabeth van Opstall, und der frischgebackene SmartPort-Vorsitzende Frits Eulderink (COO Vopak), der Nachfolger des ehemaligen SmartPort-Vorsitzenden Paul Smits, organisierten im Namen der Partnerschaft SmartPort ein CEO-Dinner (siehe Kasten). Der Wissensaustausch zum Thema Wasserstoff stand heute Abend im Mittelpunkt. Gut zwanzig Führungspersönlichkeiten aus dem Rotterdamer Hafen, der Industrie sowie dem Logistiksektor ließen sich über die Chancen, die Wasserstoff für das Hafengebiet in petto hat, informieren und davon inspirieren. Vor allem jedoch lassen sie SmartPort aktiv werden. Elisabeth erläutert: „Während des CEO-Dinners wollten wir möglichst viele Fragen darüber sammeln, was die Unternehmen im Rotterdamer Hafen sowie die Industrie in Sachen Wasserstoff beschäftigt. Und das hat uns total überrascht! Es wurden jede Menge Fragen gestellt; beispielsweise „Wie interessant ist es für Rotterdam, hierin eine Vorreiterrolle zu spielen“ und „Ist Wasserstoff wirklich das goldene Ei?“. In der kommenden Zeit wird sich SmartPort mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigen.“ SmartPort wird, gemeinsam mit den Wissenschaftlern, untersuchen, wo die Forschungsfragen liegen und welche Koalitionen zu Forschungszwecken möglich sind. So wird deutlich, welche Informationen für die Entscheidungsfindung noch fehlen, um diese Übergangsphase zu beschleunigen.

Eng verflochtene Industrie

Frits freut sich über den Enthusiasmus und das Engagement der Gäste während des Dinners. „Die Wertschöpfung eines solchen CEO-Dinners besteht darin, dass man Menschen zusammenbringt, die gemeinsame Interessen vertreten und einander zu finden wissen. Der Rotterdamer Hafen ist der größte Hafen Europas und der größte petrochemische Cluster mit internationalen Verbindungen. Es handelt sich um ein Industriegebiet, in dem viele Unternehmen eng miteinander verbunden sind. Die Verflochtenheit ist ein großer Vorteil: Man kann hier Akteure viel schneller zusammenbringen und Innovationen beschleunigen. Dies zeigte sich auch an einer Reihe von Reaktionen während des CEO-Treffens, wie der von Allard Castelein (CEO des Hafenbetriebs Rotterdam): „Nur durch eine gute Zusammenarbeit gelingt es uns, eine groß angelegte Produktion von blauem und grünem Wasserstoff sowie ein Verkehrsnetz zu realisieren" und der von Ruben Beens (CEO von BP Nederland): „Es ist besonders wertvoll für uns als CEO, die Möglichkeiten von Wasserstoff an einem solchen Abend zu eruieren".

Wasserstoff und seine Vorteile

Viele Unternehmen im Rotterdamer Hafengebiet sehen gewiss die Vorteile, die Wasserstoff mit sich bringt. Eine Reihe von Industrieunternehmen setzt Wasserstoff bereits seit vielen Jahren ein - eine Wasserstoff-Pipeline verläuft durch den Rotterdamer Hafen, und bereits im Jahr 2014 wurde hier eine Wasserstoff-Tankstelle eröffnet. Das auf Wasserstoff gerichtete Augenmerk scheint nun tatsächlich an Fahrt zu gewinnen. Anfang Juli boten 16 Akteure aus dem Rotterdamer Hafen, unter der Leitung von Deltalinqs, Minister Wiebes die Machbarkeitsstudie mit dem Titel H-Vision an. Die Schlussfolgerung lautet, dass eine großangelegte Herstellung und Anwendung von blauem Wasserstoff die Industrie in Rotterdam in die Lage versetzen wird, die eigenen CO2-Emissionen bereits vor 2030 beträchtlich zu senken. Derzeit finden Gespräche über das weitere Vorgehen statt. Vopak sicherte sich kürzlich, zusätzlich zur eigenen Rolle bei H-Vision, eine Beteiligung am deutschen Unternehmen Hydrogenius, das eine Technologie entwickelt hat, mittels derer Wasserstoff effizient und sicher gespeichert und transportiert werden kann. „Gemeinsam mit anderen Partnern wollen wir untersuchen, ob wir dies auch in einer industriellen Größenordnung anwenden können. Vor allem die Tatsache, dass Wasserstoff mittels dieser Technologie in herkömmlichen Tankwagen und Schiffen sicher transportiert und in vorhandenen Tanks gelagert werden kann, weist ein großes Potenzial auf. Die Kontrolle über Sicherheit und Kosten ist für den echten Durchbruch bei der Nutzung von Wasserstoff im großen Maßstab entscheidend“, lautet die Ansicht von Frits. „Wenn man Wasserstoff jetzt transportieren will, muss man ihn erst auf -252,87 °C abkühlen oder sehr stark unter Druck setzen. Wenn wir dieses Problem lösen, können wir die gesamte Logistikkette wesentlich preiswerter und sicherer machen.

Gerade in Rotterdam

Gerade in den industriellen Häfen, und damit ebenfalls in Rotterdam, kann dem Wasserstoff eine vielversprechende Zukunft bevorstehen. So lautet auch die Ansicht der internationalen Energie-Agentur IEA (International Energy Agency) in einem kürzlich erschienenen Bericht. Eine Maßstabsvergrößerung hat ebenfalls einen positiven Effekt auf den Preis. Zudem ist gewiss auch ein Marktproblem gegeben“, teilt Elisabeth mit; denn „Wasserstoff ist derzeit noch gut doppelt so teuer wie fossile Brennstoffe. Die Lösung dieses Problems muss aus der Weiterentwicklung der Technologie und einer Steigerung bei der Nachfrage seitens der Industrie und des Logistiksektors kommen. Zudem braucht man eine Infrastruktur, die bislang noch nicht weit genug entwickelt ist. All dies sind Elemente, die man zu Beginn einer neuen Entwicklung sieht, und für die es eine Lösung gibt.“ - Steven Lak (Vorsitzender Deltalinqs) fügte dem am Abend zuvor hinzu: „Bei der Skalierung von Wasserstoff geht es vor allem darum, die richtigen Fragen zu stellen; wie viel darf das Ganze kosten, anstatt sich zu fragen, was es kostet“.

Elemente für den Erfolg

Sowohl Elisabeth als auch Frits bringen der Zukunft des Rotterdamer Hafengebiets eine gehörige Portion Idealismus entgegen. „Das letztendliche Ziel ist ein nachhaltiger Hafen, der zudem als Motor für die Wirtschaft fungiert.“ Nach Aussage der beiden ist dies eine realistische Sache - vor allem angesichts der vielen Vorteile, die Rotterdam zu bieten hat. Elisabeth erläutert: „Hier sind alle Bausteine für den Erfolg vorhanden: Wir haben bestehende Fabrikanlagen in einem eng vernetzten Industriecluster und Logistik-Hub, wir verfügen über die Technologie, das Interesse seitens der Wirtschaft, wir haben das wissenschaftliche Knowhow, wir haben eine Regierung, die das will." „Und", fügt Frits hinzu, „ in Westeuropa ist genügend Wohlstand vorhanden, um den Wandel zu bezahlen. Meiner Ansicht nach müssen florierende Unternehmen bereit sein, die Führung zu übernehmen, um die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Natürlich kostet das viel Geld - doch hier in den Niederlanden können wir uns das gewiss leisten. Zugleich ist mir bewusst, dass viele Unternehmen im Rotterdamer Hafen Produkte herstellen, die mit internationalen Alternativen konkurrieren müssen, und dass der Hauptsitz vieler Unternehmen im Ausland liegt. Sie beschäftigen sich sehr genau mit der Frage: Worin besteht der Anreiz, gerade die Niederlande nachhaltiger zu machen? Wir müssen somit dafür sorgen, dass die Umstände hier günstig und relativ lohnend sind.“

Chancen für den Wasserstoff
Elisabeth erläutert: Wenn wir während des CEO-Dinners etwas gelernt haben, dann das: Im Rotterdamer Hafen sind das Interesse und die Begeisterung für den Einsatz von Wasserstoff groß. Gelingt es uns, die technischen Engpässe richtig in den Griff zu bekommen, kann SmartPort zur Weiterentwicklung der Technologie beitragen. Dann können wir den Prozess in Richtung von kostengünstigerem Wasserstoff beschleunigen und können wir gemeinsam in Rotterdam mit Wasserstoff wirklich erfolgreich sein und die Bestrebungen in puncto Wasserstoff-Hub wahr machen.

SmartPort
SmartPort ist eine gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft, an welcher der Hafenbetrieb Rotterdam, Deltalinqs, die Stadt Rotterdam, die Erasmus Universität Rotterdam, die Technische Universität Delft, TNO und Deltares beteiligt sind. Gemeinsam mit den angeschlossenen Unternehmen und Wissenseinrichtungen stimuliert SmartPort Allianzen, finanziert SmartPort die wissenschaftlich-innovative Forschung und sorgt SmartPort für die Verbreitung der gewonnenen Erkenntnisse. Das Ziel ist die Beschleunigung der Innovationen im Rotterdamer Hafen.

Energiewende

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt sich gegen die Klimaveränderung ein und will eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Energiewende spielen. Senkung des CO₂-Ausstoßes und effiziente Nutzung der Roh- und Reststoffe stellen für den Hafenbetrieb wichtige Aufgaben dar.

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