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CLdN beginnt direkte Schifffahrts / Eisenbahnverbindung zwischen Großbritannien und Duisburg

Quelle: Rail Cargo

Das luxemburgische Unternehmen CLdN (früher Cobelfret) bietet schon seit Jahren eine Direktverbindung per Schiff und Bahn von Großbritannien nach Piacenza und Bologna in Italien an. Der Erfolg dieser Verkehrsverbindung veranlasste das Unternehmen dazu, ab diesem Jahr einen entsprechenden Service zwischen Großbritannien und Duisburg anzubieten. „Die Transitzeiten im Tür-zu-Tür-Verkehr sind wirklich sehr wettbewerbsfähig.“

Foto: Roy Borghouts Fotografie

Der Rotterdamer Shortsea-Terminal von CLdN im Rotterdamer Botlekhaven verfügt über einen eigenen Gleisanschluss. Schon seit einigen Jahren wird von hier aus eine direkte Schienenverbindung nach Piacenza und Bologna in Italien angeboten. Auch dank des direkten Anschlusses an die Fährdienste ist dies logistisch gesehen ein attraktives Konzept für den Tür-zu-Tür-Verkehr von und nach Purfleet und Killingholme in Großbritannien. „Der Erfolg dieses Konzepts veranlasste uns zu untersuchen, ob eine ähnliche Verbindung auch zu anderen Zielen im europäischen Hinterland angeboten werden könnte. Dabei stellten wir fest, dass es bis vor Kurzem kein vergleichbares Konzept für Zielorte in Deutschland gab“, berichtet Eric Staal, Corporate Sales Manager bei CLdN Cargo.

Drehscheibe

„Die Entscheidung für Duisburg hat zwei Gründe. Erstens sind in der Region Duisburg viele Chemieunternehmen ansässig, die nach Großbritannien exportieren. Und zweitens ist Duisburg auch eine Drehscheibe des Transports zu anderen europäischen Bestimmungsorten“, erklärt Staal. Aus dieser Kombination ergibt sich ein erheblicher Volumenstrom von rund 800 bis 1000 TEU pro Monat, wodurch es sich lohnt, in Zusammenarbeit mit dem Schienennetzbetreiber DistriRail eine hochfrequente Schienenverbindung zu realisieren.

100 Euro

Natürlich ist dies nicht die erste Eisenbahnverbindung nach Duisburg. Sowohl von der Maasvlakte als auch vom Waalhaven aus werden schon seit Längerem hochfrequente Schienengüterverbindungen angeboten, unter anderem von DistriRail. Neu an diesem Konzept ist jedoch laut Johan Booij von DistriRail, dass ein direkter Anschluss des Schienengüterverkehrs an die RoRo-Dienste von CLdN realisiert wird. „Logistikdienstleister, die im Tür-zu-Tür-Verkehr Wechselaufbauten und Huckepack-Anhänger einsetzen, können so optimal von dem Direktanschluss an das Terminal von Cobelfret profitieren. Vorher musste immer noch ein zusätzlicher Transport vom Waalhaven aus organisiert werden. Die dadurch verursachten Zusatzkosten von rund 100 Euro pro Ladeeinheit fallen dank des neuen Konzepts nun weg.“

Wettbewerbsfähiger Transit

Die Verlader und Logistikdienstleister sparen aber nicht nur Transportkosten, sondern profitieren auch von einer Verkürzung der Transitzeit (24–48 Stunden) – ein weiterer Wettbewerbsvorteil des Schienenverkehrs gegenüber dem Straßengüterverkehr. „Vom Schienengüterverkehr erwartet man, anders als von der Binnenschifffahrt, dieselbe Leistungsfähigkeit wie vom Transport über die Straße. Der Direktanschluss des Bahnverkehrs an unsere RoRo-Dienste macht dies möglich, weil ein zusätzlicher Straßengütertransport nicht mehr notwendig ist“, erklärt Jan van Leenen, Sales Manager bei CLdN. In dieser Hinsicht passen die RoRo-Dienste van Leenen zufolge ausgezeichnet ins Konzept: „Im Gegensatz zu vielen Feeder-Services bieten wir ausschließlich direkte Linienverbindungen an, bei denen nur ein einziger Hafen angelaufen wird. Dadurch sind die Transitzeiten im Tür-zu-Tür-Verkehr sehr wettbewerbsfähig.“

Maximale Ladekapazität

Ein weiterer Vorteil der neuen Schienengüterverbindung besteht darin, dass die stark befahrene A15 entlastet wird. Die Zuverlässigkeit der Transporte erhöht sich dadurch umso mehr. Zugleich ist der Schienenverkehr für viele Verlader und Logistikdienstleister auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit eine ernstzunehmende Alternative. Die Vermeidung von Staus spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Hinzu kommt, dass die Europäische Kommission Richtlinien für die Festlegung des zulässigen Höchstgewichts für Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs vorgibt. „Anders als in den Niederlanden dürfen Lastzüge in Deutschland höchstens 40 Tonnen wiegen. Nur für den intermodalen Verkehr gilt eine Ausnahme, und auch dann nur für Vor- und Nachlauftransporte im Umkreis von 150 km. In diesem Fall darf das Fahrzeug bis zu 44 Tonnen wiegen“, erläutert Staal. In diesem Fall kann der Schienenverkehr eine preisgünstige Alternative zum Güterkraftverkehr darstellen.

RoRo vor LoLo

Auch dank der Kombination von Güterzug und RoRo-Schiff kann ein sehr effizienter und preisgünstiger Transport von und nach Großbritannien angeboten werden. Das gilt nicht nur für die Region Duisburg, sondern auch für andere Zielorte in (Ost-)Europa, beispielsweise in Polen, Tschechien und Ungarn. „Wir glauben, dass bei den kontinentalen Güterverkehrsströmen die RoRo-Schifffahrt der LoLo-Schifffahrt den Rang ablaufen wird. Dieses Konzept passt perfekt in diese Entwicklung, in deren Rahmen Duisburg eine wichtige Drehscheibe darstellt“, so van Leenen. Dank der kürzlich vollzogenen Übernahme der Broekman Automotive Division ist sichergestellt, dass die Kapazität des Terminals und der Gleisanlagen erweitert werden kann. „Wir wollen noch mehr in den Schienenverkehr investieren, weil wir glauben, dass diesem Verkehrsträger eine große Zukunft bevorsteht“, erklärt Peter van der Meulen, Manager Operations bei C.RO Ports Nederland B.V., einem Unternehmen von CLdN.

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