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Corné Hulst, COO Pecém: „Nutzung der Kenntnisse und der Mentalität des Hafenbetriebs Rotterdam in Brasilien“

Corné Hulst ist der neue Chief Operating Officer des Hafens von Pecém in Brasilien. Der neue COO des Rotterdamer Joint Ventures wohnte und arbeitete über 20 Jahre im Ausland, u. a. in Sohar. „Es ist meine Aufgabe, das Wissen und die Erfahrung des Hafenbetriebs hier in Pecém einzusetzen, einschließlich der Rotterdamer Mentalität.

Corné Hulst - COO Port of Pecem

„Seit März 2019 bin ich beim Hafenbetrieb Rotterdam tätig und seit April lebe ich in Pecém. Hier lässt es sich gut leben, am Strand mit Palmen. Was hier allerdings auffällt, ist die Armut. Die Beteiligung von Rotterdam am Hafen kann zur Entwicklung des Gebiets und der Wirtschaft beitragen.

Dies ist für mich als Chief Operating Officer eine große Motivation. Die ersten zwei Monate waren eine Umstellung und standen im Zeichen des Kennenlernens der Kultur und der Anpassung. Nun ist es meine Aufgabe, das Wissen und die Erfahrung des Hafenbetriebs Rotterdam einzusetzen.

Es geht vor allem um die operationellen Kenntnisse der Abfertigung verschiedener Güter, die zugehörige Logistik und den Umgang mit den Erwartungen des Kunden. Dabei gehen wir pragmatisch vor: Wir setzen uns zusammen mit dem operationellen Team mit dem Kunden an den Tisch und tauschen Informationen, Erfahrungen und Wissen aus. Indem wir so zusammenarbeiten, greifen wir gemeinsam die logistischen Herausforderungen auf.

Die Rotterdamer Mentalität ist im Prozess ein bedeutender Faktor: nicht reden, sondern handeln sowie Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Die Brasilianer sind dies nicht immer gewöhnt, begrüßen es jedoch, wenn jemand Fortschritt bringt.

Pecém hat auch einen Hafenbetrieb, vergleichbar mit dem Hafenbetrieb Rotterdam, allerdings etwas kleiner: Es gibt ca. 100 fest angestellte Mitarbeiter. Im Hafen selbst sind ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt. Pecém ist ein bestehender Hafen, der im Wachstum befindlich ist und Arbeitsplätze bietet. Große internationale Kunden wenden sich an den Hafen, um sich hier anzusiedeln. Gemeinsam mit unserem Team lenken wir dies in die richtigen Bahnen. Darüber hinaus koordiniere ich die Engineering-Abteilung und die Hafentätigkeiten.

Es besteht der Wunsch zur Erweiterung des Hafens; dafür werden Wissen und Erfahrung aus Rotterdam benötigt. Banken möchten investieren, wenn sie wissen, dass das Geschäft gut geführt wird. Einer der Zukunftspläne für die nächsten 2 bis 3 Jahre ist die Realisierung eines großen Tankterminals für die Lagerung und den Umschlag von Brennstoffen sowie eine Bahnverbindung zum Hafen. Darüber hinaus wird die Stahlfabrik die Produktion von 3 auf 6 Mio. t Stahl erweitern. Ferner gibt es einen Plan zur Versorgung eines neuen Kraftwerks mit Flüssigerdgas (LNG).

Der Hafenbetrieb Rotterdam ist nicht nur in Europa, sondern weltweit tätig. Die Art und Weise, in der wir Geschäfte machen, ändert sich, ebenso unser Geschäftsmodell. Durch den Verkauf unserer Kenntnisse profilieren wir uns auf dem Markt. Wir zeigen, wie gut wir organisiert sind, wie transparent und zuverlässig.

Für Rotterdam ist diese Zusammenarbeit aufgrund des wirtschaftlichen Mehrwerts wichtig. Pecém ist ein guter Business Case mit geringem Risiko und großem Wachstumspotenzial. Der Hafenbetrieb verteilt so sein finanzielles Risiko und Pecém bietet große Möglichkeiten für Investitionen, die Geld einbringen. Außerdem können wir die Kenntnisse und Erfahrungen, die wir weltweit gesammelt haben, weiter verbreiten und so den Namen des Rotterdamer Hafens besonders gut am Markt einsetzen.

Woraus besteht diese weltweite Erfahrung? Wie man mit verschiedenen Partnern Geschäfte macht und aus der Unterstützung geschäftlicher Abläufe. Wir setzen uns für Klarheit, Transparenz und Win-win-Situationen ein. Wir suchen langfristige Verbesserungen.

Die Schaffung eines geeigneten Investitionsklimas ist von wesentlicher Bedeutung; dies kommt auch in den digitalen Innovationen zum Ausdruck. Ein Produkt wie Pronto kann unseren Kunden große logistische Vorteile bieten und in der gesamten Lieferkette eine Kostensenkung bewirken. Die Infrastruktur des Hafens wird besser genutzt. Dadurch können mehr Güter abgefertigt und somit mehr Leute beschäftigt werden. So leisten wir auch einen gesellschaftlichen Beitrag: die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum in der aufstrebenden Wirtschaft des Bundesstaates Ceará.

In den letzten neun Jahren war ich Geschäftsführer von STC Training & Consultancy in Rotterdam. Davor habe ich ca. 20 Jahre im Ausland gearbeitet und gelebt, u. a. in Ägypten, Oman und zehn Jahre in Mosambik. Daher spreche ich gut Portugiesisch, ein großer Vorteil, denn man spricht hier fast kein Englisch. Ich habe viel Erfahrung mit Häfen und Terminals. So war ich für das Handels- und Umschlagunternehmen C. Steinweg einige Jahre in Sohar in Oman tätig. Dort arbeitete ich eng mit dem Hafenbetrieb Rotterdam zusammen, um den Hafen von Sohar zu entwickeln. Damals befand ich mich auf der operationellen Seite; diese Erfahrung auf Kundenseite kommt mir nun in Pecém gelegen.

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