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Dank OnTrack kann RSC die Kapazität besser ausnutzen

Die Prozesskoordinatoren des Rail Service Centers (RSC) im Waalhaven sind von der Anwendung mit dem Namen OnTrack, einer Ko-Kreation des Hafenbetriebs Rotterdam und von Marktteilnehmern, begeistert. OnTrack bietet einen Echtzeit-Einblick in die Abfertigung von Güterzügen in den Terminals von Rotterdam und folgt den Zügen bis zu ihrem Ziel im europäischen Hinterland. Dadurch kann RSC die Bahn- und Umschlagkapazitäten besser nutzen.

kraan

Informationen über ProRail, Terminals und Schienenverkehrsunternehmen werden anhand von OnTrack gebündelt und für alle Glieder der Schienenverkehrskette digital zugänglich gemacht. Bei RSC wird seit diesem Frühjahr OnTrack von fünfzehn Prozesskoordinatoren genutzt. „Wir brauchen die App nicht manuell mit Informationen zu füttern", erklärt Prozesskoordinator Marco de Keizer. „Daten über den Betrieb in unserem Terminal werden anhand von OnTrack automatisch von unserem Terminal Operating System (TOS) aus übermittelt."

Schneller informiert

Bei RSC werden jedes Jahr ungefähr 300.000 Container von Güterzügen und auf diese umgeschlagen. Damit dies rasch verlaufen kann, stehen die Prozesskoordinatoren in engem Kontakt mit Transporteuren und anderen Terminals. Dank OnTrack ist der Bedarf an gegenseitigen Anrufen und E-Mails geringer, und verfügen die Prozesskoordinatoren rascher über die Informationen. De Keizer erläutert: „Wir vereinbaren mit den Transporteuren Zeitfenster (Slots) für die Abfertigung ihrer Züge. Wenn ein Zug nicht zum vereinbarten Zeitpunkt ankommt, haben wir eine leere Bahnstrecke. Das ist für uns problematisch, da wir unser Geld mit dem Be- und Entladen von Containern verdienen. Früher habe ich den Transporteur angerufen, wenn sein Zug nicht fünf Minuten vor Beginn des Zeitfensters angekommen war. Dann erfuhr ich schon mal, dass der Zug bereits sechs Stunden Verspätung angesammelt hatte. Hätte ich das früher gewusst, hätte ich das Zeitfenster an einen anderen Transporteur übergeben und so unsere Kapazitäten besser ausnutzen können." Das kommt auch dem Vorgesetzten Marco Hilboesen bekannt vor: „Ich bekam einmal von einem Transporteur zu hören, dass sein Zug in Kürze ankommen würde. Als der Zug nach einer (1) Stunde noch immer nicht eingelaufen war, habe ich telefonisch Kontakt aufgenommen. Und was war der Fall? Der Zug stand noch in Emmerich. Situationen dieser Art können wir mit OnTrack aus der Welt schaffen. Schiffe und Flugzeuge konnten wir bereits überall in der ganzen Welt verfolgen, doch bei Zügen war das noch nicht möglich. Mit OnTrack wissen wir genau, wo sich ein Zug befindet und wie spät er ankommt. Das ist wirklich praktisch.“

Kein Sand im Getriebe

Verzögerungen kommen im Schienentransport leider regelmäßig vor. Die Ursachen dafür sind unterschiedlicher Natur und reichen von schlechten Witterungsbedingungen bis hin zu Schienenarbeiten, zu Verzögerungen an Terminals oder zu defekten Schienenfahrzeugen. Anhand von OnTrack kann eine solche Abweichung von der Planung in Echtzeit kommuniziert werden, wodurch alle Akteure in der Lieferkette hierauf antizipieren können. „Wenn jedermann rechtzeitig seine korrekten Informationen teilt, kann kein Sand ins Getriebe gelangen und können keine Missverständnisse auftreten. „Darin besteht der große Vorteil im Vergleich zum E-Mail- und Telefonkontakt. Es ist nicht mehr nötig, sich selbst um Informationen zu bemühen - OnTrack bringt sie jedem ins Haus.“

Optimale Planung

Zu Dienstbeginn schaut sich De Keizer für die Short Terminal-Planung immer erst OnTrack an. Selbst kann er dann die Informationen filtern, die er wohl oder eher nicht sehen möchte. „Ich benutze OnTrack ähnlich wie Google zur Erstellung einer optimalen Planung. Vor kurzem sah ich in der App, dass ein Zug, der erst in der Nacht ankommen sollte, schon am Nachmittag in der Nähe des Terminals war. Da ich eine Schienenstrecke frei hatte, konnte ich den Transporteur anrufen und seinen Zug schon früher abfertigen. Es kann jedoch ebenfalls vorkommen, dass ein Transporteur im Hinblick auf seine Ankunftszeit zu optimistisch ist, wobei ich dann, aufgrund der Informationen von OnTrack, doch die Entscheidung treffen muss, sein Zeitfenster einem anderen Transporteur zu überlassen. Der Zug, der mit Verspätung ankommt, muss sich dann in die Reihe der Wartenden einreihen. Je eher ich über Verzögerungen auf dem Laufenden bin, desto kürzer kann ich die Warteschlange gestalten.“

Die gesamte Kette umfassendes Denken

RSC ist derzeit der aktivste OnTrack-Nutzer im Rotterdamer Hafen. Zudem arbeiten alle großen Containerterminals auf der Maasvlakte mit der App. Von den dreizehn Bahntransporteuren, die über eine Genehmigung für die niederländischen Bahnstrecken verfügen, sind bereits elf daran beteiligt. Der Hafenbetrieb Rotterdam spricht ebenfalls Betreiber an, ob sie sich anschließen möchten. „Wir freuen uns sehr über das Engagement all dieser Geschäftsparteien im Hinblick auf den Austausch ihrer Daten“, sagt Maarten de Haan vom Hafenbetrieb Rotterdam. „Je mehr Unternehmen sich anschließen, desto genauer wird das Bild darüber, wo sich die Züge befinden und welchen Status ihre (Container-)Ladung aufweist. Marco De Keizer unterstreicht die Bedeutung des die gesamte Kette umfassenden Denkens: „Wenn alle Glieder in der Kette ihre Daten offen und ehrlich miteinander teilen, wissen auch Transporteure besser, wann ihr Zug in den Terminals abgefertigt ist. Wir haben festgestellt, dass der Datenaustausch aus Wettbewerbssicht manchmal noch heikel ist und dass mitunter noch immer aus der eigenen Perspektive gedacht wird. Aber gerade dadurch, dass man zusammenarbeitet, macht man das Schienenprodukt besser."

Chancen nutzen

Ein besseres Schienenprodukt bedeutet, dass Verzögerungen innerhalb der Kette abnehmen oder sogar ganz verschwinden. De Keizer erläutert: „Einen Transporteur kümmert es nicht, an welcher Stelle eine Verzögerung in der Kette auftritt, solange die Verzögerung wieder wettgemacht wird und sein Container zum vereinbarten Zeitpunkt im Distributionszentrum steht. Und das klappt nur, wenn man zusammenarbeitet. Der Rotterdamer Hafen engagiert sich für mehr Schienentransport. Dies trägt zu einer Erhöhung der Nachhaltigkeit des Gütertransportes bei. Durch den Datenaustausch können wir die vorhandenen Chancen nutzen, und so kann jeder ein Stück vom Kuchen bekommen."

Ko-Kreation

Der Hafenbetrieb wird OnTrack in enger Zusammenarbeit mit den Nutzern weiter entwickeln. De Haan sagt dazu: „Die Benutzer wissen am besten, wie die tagtägliche Praxis aussieht. Wir brauchen ihr Feedback, um in Zukunft über OnTrack noch interaktiver miteinander kommunizieren und die Realität noch genauer abbilden zu können. Zu diesem Thema wird regelmäßig Rücksprache gehalten. Dank dieser Ko-Kreation steigern wir den Mehrwert bei den Prozessen der Nutzer und sorgen wir für eine breite Akzeptanz. In den kommenden Monaten werden wir die Funktionen weiter verbessern.“ Der Hafenbetrieb Rotterdam arbeitet unter anderem an einem Planungsmodul in OnTrack, so dass die Prozesskoordinatoren der Terminals ihre Planungen in Zukunft nicht mehr selbst vornehmen müssen. Hilboesen freut sich schon jetzt darauf: „Das RSC wird nächstes Jahr auf ein neues System umstellen, das bereits in vielen Terminals genutzt wird, das jedoch kein standardmäßiges Planungsmodul enthält. Wenn dies über OnTrack laufen kann, brauchen wir dieses Modul nicht selbst bauen zu lassen. Zudem können uns Transporteure und Kunden dann über die Schulter schauen, wo sich in unserer Abfertigungskapazität noch ungenutzter Raum befindet. Wir veröffentlichen diese Informationen jetzt bereits auf unserer Webseite, doch in OnTrack wird das Ganze präzisiert. Zudem können unsere Kunden dann aktiv auf unsere Planung reagieren. Auf diese Weise wird die Kooperation immer intensiver.“

Uber-Taste

Bei RSC sieht man Chancen zur besseren Nutzung der Kapazität, indem abgesehen vom „Einsatzprozess“ - dem Einplanen von einlaufenden Zügen - auch die Abholung von Zügen, deren Abfertigung abgeschlossen ist, beschleunigt wird. De Keizer erläutert: „Wenn wir die Abfertigung beinahe abgeschlossen haben, erhält der Transporteur von unserem TOS aus die Aufforderung, den Zug mit einer Lokomotive abzuholen. Erst wenn das erfolgt ist, können wir den nächsten Zug einfahren lassen. Häufig dauert es eine Weile, bis eine Lok eingetroffen ist. In der Zwischenzeit steht der nächste Zug auf dem Rangierbahnhof und wartet auf seine Abfertigung. Wäre es nicht fantastisch, wenn wir dies beschleunigen könnten?“ De Haan sagt dazu: „Wenn das Terminal früher im Prozess in der Lage ist, die erwartete Endzeit der Abfertigung anzuzeigen, ist es für uns einfach, diese Nachricht in OnTrack zu integrieren. Das ist dann eine Art Uber-Taste, mit der Transporteure wissen, dass ein Zug nach draußen gefahren werden kann.“

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