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Der Hafen wird immer intelligenter.

Effizienter, schneller, preiswerter, sauberer ...

•Schiffe und Häfen werden immer mehr digital vernetzt
•Der Hafenbetrieb Rotterdam reagiert darauf mit Apps und anderen Innovationen
•Ein Experiment resultierte in einer Senkung um 20 % bei den Schiffswartezeiten im Hafen.
•Drei Beispiele für Innovationen, die den Hafen noch ‚intelligenter‘ machen

Innovation 1 - Pronto führt zu schnelleren Port Calls

Ungefähr 30.000 Seeschiffe legen jedes Jahr im Rotterdamer Hafen an: Das sind mehr als 80 pro Tag. Und jeder Port Call beinhaltet viele Elemente. Lotsen, Schlepper, Streckenposten, Be- und Entladen, Bunkern, Verarbeiten von Abfällen, Auffüllen von Lebensmittelvorräten und vieles mehr. Das erfordert eine genaue Koordination. „Viele Kontakte müssen zwischen A und B gemanagt werden, und das gilt vor allem, wenn sich die Ankunftszeiten ändern“, erklärte Nathalie Fransen vom Hafenbetrieb Rotterdam.

Natürlich ist es viel intelligenter, diese Dienstleistungen digital zu koordinieren. Das war jedoch bis vor kurzem nicht möglich, da Häfen und Reedereien alle ihre eigene „Sprache“ benutzten. Und das war bis September 2017 so, als ein weltweiter Standard eingeführt wurde. Das war das Ergebnis langjähriger Bemühungen und Verhandlungen seitens unterschiedlicher Nautik- und Logistik-Akteure, zu denen der Hafenbetrieb Rotterdam gehört. Die Reedereien, Häfen und andere Logistikpartner können jetzt nautische und andere Daten ohne Behinderungen durch „Sprachschwierigkeiten“ austauschen. Das hat es möglich gemacht, allerlei Aspekte rund um einen Port Call digital zu koordinieren. Und genau darin besteht die Arbeit von Pronto. Diese App wurde von Digital Business Solutions, einer neuen zum Hafenbetrieb Rotterdam gehörenden Abteilung gebaut, die ihrerseits gegründet wurde, damit der Hafen dank digitaler Innovationen intelligenter wird. „In der App erhält jedes Schiff seine eigene Zeitachse“, erklärte Nathalie. „Reedereien, Terminals und andere Dienstleister - alle haben Zugang zu Schiffen, die für sie wichtig sind. Man könnte die App mit Facebook vergleichen, wo man nur die Zeitachsen seiner Freunde sehen kann.“

Pronto ermöglicht es allen Dienstleistern, eine gute Schätzung zu erstellen, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen können. Der Fortschritt wird in Echtzeit aktualisiert und, sofern erforderlich, können die Benutzer Benachrichtigungen erhalten, wenn Statusänderungen, Verzögerungen und Planungskonflikte auftreten. Die ersten Pilotversuche mit der App verlaufen auf jeden Fall sehr vielversprechend. Nathalie: „Die teilnehmenden Schiffe verzeichneten einen Rückgang in Höhe von 20 % bei der Wartezeit im Hafen. Das war eine Win-Win-Situation - für die Besatzung und den Hafen gleichermaßen. Das bedeutet, dass mehr Fracht in kürzerer Zeit und mit geringeren CO2-Emissionen verarbeitet wird.

Pronto

Innovation 2 - Intelligenter Hafen dank des Internets der Dinge.

Wenn man überall im Hafen Sensoren installiert und für eine intelligente Kombination von Datenflüssen sorgt, lernt man, wie man den Hafen effizienter, als es jetzt der Fall ist, managen kann. Das ist die grundlegende Idee des Internet-der-Dinge-Projekts, das der Hafenbetrieb Rotterdam in Kooperation mit dem Technologiepartner IBM in Angriff genommen hat. Im Hafen muss jede Menge gemessen werden - Wasserniveaus, Salzniveaus, Windgeschwindigkeiten, Sicht und Strömung inklusive. Aus diesen Daten lassen sich Informationen aller Art destillieren. Zum Beispiel, wann ein Schiff am besten anlegen sollte, damit es genügend Tiefe für eine maximale Ladung hat, oder wann die optimale Strömung für die effizienteste und nachhaltigste Fahrt gegeben ist. Aber ebenfalls - wann es Zeit ist eine Fahrrinne auszubaggern. Danach kann der Bagger dann seine Arbeit unabhängig durchführen. Denn das ist der nächste Schritt, für den dieses Netzwerk von Sensoren unerlässlich ist: autonome Schifffahrt oder Roboterschiffe, die ihren eigenen Weg durch den Hafen finden und unterwegs mit den Kaimauern, Pfählen und Be- und Entladekränen „reden" können. Willkommen in der Zukunft.
IBM-Blog

Innovation 3 - Niedrigere CO2-Emissionen dank Blockchain-Technologie

Bitcoin und Blockchain waren vielleicht DIE Schlagwörter des Jahres 2017. Aber gibt es jemanden, der versteht, wie Krypto-Zahlungsmittel funktionieren? Sie etwa nicht? Kein Problem. Auch ohne die zugrundeliegende Technologie zu verstehen wissen wir, wozu sie ideal ist: für die Durchführung von Transaktionen in einer sicheren und zuverlässigen Art und Weise ohne Interventionen seitens eines externen Akteurs. Ob es dabei um Zahlungsverkehr ohne eine Bank oder um ein dezentralisiertes Energienetz geht, wobei beides für den Hafenbetrieb Rotterdam wirklich von Interesse ist. Beim Einsatz der Blockchain-Technologie können Unternehmen im Hafen ein „Restprodukt“ wie überschüssige Wärme an ein anderes Unternehmen liefern, das diese brauchen kann. Das Gleiche gilt für die Elektrizität, die von Stadtbewohnern über ihre Sonnenkollektoren erzeugt wird. Wenn man zu viel produziert, gibt es stets einen Nachbarn, der etwas mit dieser Elektrizität anfangen kann. So sorgt die Blockchain-Technologie für einen effizienteren Energiekonsum (und somit für niedrigere CO2-Emissionen). Das ist einer der Gründe, weshalb sich der Hafenbetrieb Rotterdam an BlockLab beteiligt. Dieses „Labor“ hat bereits vier innovative Apps für den Energiemarkt geliefert.

BlockLab.nl

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