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Der Hafenbetrieb: Auftakt zu noch größer angelegten Wasserstoffherstellung und -Netzwerk

BP, Nouryon (vormals AkzoNobel Specialty Chemicals) und der Hafenbetrieb Rotterdam untersuchen gemeinsam die Möglichkeiten der Produktion grünen Wasserstoffs für die BP-Raffinerie in Rotterdam. Grüner Wasserstoff wird durch die Elektrolyse von Wasser mithilfe von Ökostrom gewonnen. Für eine groß angelegte Produktion grünen Wasserstoffs wird viel Ökostrom, beispielsweise aus Offshore-Windparks, aber auch eine große Kapazität an Elektrolyseuren benötigt. Der Hafenbetrieb untersucht deshalb auch die Realisierung eines Wasserstoff-Backbones und eines Spezial-Betriebsgeländes für Elektrolyseure.

Die Rolle des Hafenbetriebs Rotterdam im Projekt mit BP und Nouryon besteht in der Bereitstellung der lokalen Infrastruktur. Dies bezieht sich unter anderem auf den Standort des Elektrolyseurs. Die Anlage kann dort errichtet werden, wo der Strom das Festland erreicht, auf dem BP-Gelände oder eventuell an einem anderen Standort. Diese Wahl entscheidet darüber, was letztendlich transportiert wird; Ökostrom oder Wasserstoff, und hat somit Auswirkungen auf die erforderliche Infrastruktur.

Der Hafenbetrieb hält nicht nur Ausschau nach einem Standort für diesen Elektrolyseur und der Infrastruktur für den Transport von Strom und Wasserstoff, sondern auch nach der Infrastruktur, die für das Liefern von Wasser erforderlich ist. Zudem wird in der Studie eine mögliche Anbindung ans Wärmenetz und an Sauerstoffleitungen mitberücksichtigt. Ein Elektrolyseur benötigt Wasser, um H2O-Moleküle in Wasserstoff und Sauerstoff spalten zu können.

Hinsichtlich der Planung und weiteren Optimierung der Infrastruktur durch den Hafen wird auch ermittelt, ob dies ein eigenständiges Project wird oder ob das Projekt der Auftakt zu einem Backbone (Ringleitung) für Wasserstoff auf dem Hafengelände ist. Unterdessen läuft beispielsweise ebenfalls eine Machbarkeitsstudie zum Bau einer Anlage für blauen Wasserstoff, das H-Vision-Projekt. Dabei wird der Wasserstoff auf Grundlage von Erdgas produziert, wobei das freiwerdende CO2 aufgefangen und in Treibhäusern verwendet oder in Gasfeldern unter der Nordsee gespeichert wird. Blauer Wasserstoff gilt als Beschleuniger und Vorläufer grünen Wasserstoffs, u.a. da für die Produktion blauen Wasserstoffs (mit ATR-Technologie) Sauerstoff benötigt wird. Bei der Herstellung grünen Wasserstoffs hingegen wird sogar Sauerstoff freigesetzt. Zudem macht die Verfügbarkeit blauen Wasserstoffs Unternehmen weniger von grünem Wasserstoff abhängig.

Für eine CO2-neutrale Rotterdamer Industrie im Jahr 2050 ist eine groß angelegte Produktion von Wasserstoff erforderlich. Untersuchungen des Wuppertal Institut gehen davon aus, dass es dann um die zehn- bis 30-fache Kapazität dieses 250 MW Elektrolyseurs geht: 2,5 bis 6,4 GW. Und dabei handelt es sich nur um die Nachfrage für die Industrie in Rotterdam. Der Hafenbetrieb untersucht deshalb in der nächsten Zeit parallel zu dieser Studie ebenfalls die Möglichkeit für die Entwicklung eines sogenannten Umwandlungsparks von 2 GW. Dadurch könnte eine Konzentration von Elektrolyseuren erreicht werden. Das sollte unter anderem zu niedrigeren Kosten, vor allem bei der vernetzenden Infrastruktur führen.

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