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Der Hafenbetrieb prüft Möglichkeiten Geothermie

Bei jedem Kilometer, den man von der Erdoberfläche in die Tiefe vordringt, wird es um ungefähr 30° wärmer. Die Wärme, die man (tief) unterhalb der Oberfläche findet, heißt Geothermie bzw. Erdwärme. Geothermie kann beim Erhitzen bzw. Heizen eine gute Alternative zu fossilen oder nachhaltigen Energiequellen, wie zum Beispiel Sonne, Wind und Biomasse, darstellen. In den Niederlanden gibt es bereits über 15 Anlagen, die Geothermie nutzen.

Aufgrund der hohen Energienachfrage der Rotterdamer Industrie prüft der Hafenbetrieb Rotterdam die Möglichkeiten, in großer Tiefe Geothermie zu gewinnen. Immerhin herrschen in 5 km Tiefe ungefähr 170° C. Wenn die Wärme in Form von heißem Wasser nach oben gebracht werden kann, kann sie eine gute, nachhaltige Energiequelle für die Produktion von insbesondere Dampf für die Industrie darstellen. Darüber hinaus kann das Wasser, nach der industriellen Nutzung einigermaßen abgekühlt, über ein regionales Fernwärmenetz für das Heizen von Wohnungen und Gewächshäusern genutzt werden.

In vier bis acht Kilometern unter dem niederländischen Bodenniveau liegt das sogenannte Dinantium: eine Schicht, die aufgrund der Tiefe (relativ hohen Temperatur) und ihrer Zusammensetzung (Durchlässigkeit) für die Geothermiegewinnung erfolgsversprechend ist. Eine Voruntersuchung zeigt, dass die Erfolgschancen im Hafengebiet auf der Maasvlakte und im westlichen Teil des Europoort am größten sind. Hier befindet sich die Schicht in ungefähr 5 km Tiefe.

Die Untersuchung der Geothermie im westlichen Hafengebiet stellt einen Teil des Green Deal Ultratiefe Geothermie dar, der am 19. Juni 2017 geschlossen worden ist. Sieben Kooperationen von Unternehmen haben mit dem Wirtschaftsministerium vereinbart, die Möglichkeiten der Geothermie in großer Tiefe an diversen Orten in den Niederlanden zu untersuchen. Das Ministerium, EBN und TNO unterstützen diese Untersuchungen. Die Vertragspartner, die den Green Deal unterzeichnet haben, teilen ihr Wissen und Erfahrung miteinander. Im westlichen Hafengebiet arbeiten der Hafenbetrieb und NAM gemeinsam an der Untersuchung.

Gegenwärtig werden unterschiedliche Dinge gleichzeitig in Gang gesetzt. Wichtig ist die technische Analyse der Möglichkeiten und Risiken der Geothermiegewinnung in dieser Tiefe und an diesem Standort. Die Untersuchung besteht größtenteils aus der Analyse der bereits vorliegenden seismischen Daten des Untergrunds. Genauso wichtig sind die Absatzmöglichkeiten für Dampf und Wärme: Es muss eine Nachfrage nach Geothermie bestehen und diese muss anderen Quellen gegenüber wettbewerbsfähig sein.

Darüber hinaus wird der Hafenbetrieb eine Erkundungsgenehmigung beantragen, um mittels Bohrungen prüfen zu können, ob man hier in dieser Tiefe Geothermie gewinnen kann. Das Genehmigungsverfahren für eine solche Genehmigung dauert von einem halben bis zu einem ganzen Jahr. Wenn die technische Untersuchung ergibt, dass Probebohrungen Erfolgsaussichten haben, werden diese erwartungsgemäß frühestens im Jahr 2019 stattfinden. Sollte sich dabei herausstellen, dass Geothermiegewinnung wirklich möglich ist, ist dafür anschließend eine gesonderte Gewinnungsgenehmigung notwendig.

Der Hafenbetrieb sieht sich selbst nicht primär als Betreiber der Geothermiegewinnung, sondern sucht ein oder mehrere Unternehmen, die dazu in der Lage sind und Interesse haben. Das kann in einem Konsortium erfolgen, an dem auch Abnehmer und möglicherweise der Hafenbetrieb partizipieren. Die wichtigste Rolle des Hafenbetriebs in der kommenden Phase ist die Prüfung der Möglichkeiten, wie man mit Geothermie den Hafen nachhaltiger machen und den CO₂-Fußabdruck der Industrie senken kann.

Energiewende

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt sich gegen die Klimaveränderung ein und will eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Energiewende spielen. Senkung des CO2-Ausstoßes und effiziente Nutzung der Roh- und Reststoffe stellen für den Hafenbetrieb wichtige Aufgaben dar.

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