Energiewende
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Die Rolle des Transports bei der CO2-Senkung

Der Hafenbetrieb Rotterdam arbeitet eng mit dem Wuppertal Institut zusammen. Das Institut untersucht, wie der Transportsektor zur CO2-Senkung beitragen kann. „Diese Studie zeigt nicht nur, dass wir eine CO2-Senkung erreichen können, sondern auch wie“, sagt Caroline Kroes, strategische Beraterin Energiewende des Hafenbetriebs Rotterdam.

„Lasst uns mit ein paar Zahlen beginnen: beinahe 25 % des weltweiten CO2-Ausstoßes wird vom Transport verursacht. Zwischen 30 und 40 % davon sind Gütertransporte. Viele Leute wissen es nicht, aber 80 % des Handels mit physischen Gütern weltweit werden auf dem Seeweg transportiert. 4 % davon läuft über Rotterdam. Es handelt sich dabei um beinahe alle Güter, die wir täglich benutzen, zum Beilspiel Computer, Kleidung und Nahrungsmittel wie Kaffee, Trauben und Reis. Jedoch auch um Rohstoffe, zum Beispiel Benzin. Wenn wir nichts tun, kann der Ausstoß im Jahr 2050 um 50 bis 250 % steigen. Dennoch ist der Schiffstransport hinsichtlich des CO2-Ausstoßes noch immer die effizienteste Transportart. Wenn alle diese Güter auf eine andere Weise transportiert werden müssten, auf dem Luftweg oder über die Straße, wäre der CO2-Ausstoss noch viel höher.

Wir haben das Wuppertal Institut gebeten aufzuzeigen, wie der Gütertransport über Rotterdam zur CO2-Senkung beitragen kann, auch wenn die Schifffahrt nicht vom Pariser Klimaübereinkommen erfasst wird. Aus dieser Studie gehen einige wichtige Wege hervor. Die erste wichtige Feststellung ist, dass Transportvolumina und Güterströme sich infolge der Umsetzung des Klimaübereinkommens verändern werden. Der Transport von Kohle wird sinken und wird durch andere Produkte, unter anderem Biomasse und synthetische Kraftstoffe ersetzt.

Zweitens muss sich die Transportweise verändern. Das ist einerseits durch mehr Effizienz und andererseits mittels einer Anpassung der Kraftstoffe möglich. Man könnte hier an Seeschiffe denken, die bei Langstrecken mit synthetischen Kraftstoffen wie zum Beispiel Wasserstoff oder Methanol fahren. Oder strombetriebene Schiffe für das Hinterland. Das würde auch einen anderen Schiffsentwurf und Umrüstung von Motoren notwendig machen. Bis ausreichend synthetische Kraftstoffe zur Verfügung stehen, spielen LNG (Flüssiggas) und Biokraftstoff nach Meinung der Wissenschaftler eine wichtige Rolle als alternative Kraftstoffe.

Wir können - oder eigentlich müssen - jetzt schon mit der Steigerung der Effizienz anfangen. Die nachhaltigste Energie ist die, die man nicht verbraucht. Wenn wir sie bereits kurzfristig reduzieren, verbuchen wir schnell Gewinne. Zum Beispiel indem man beim Fahren die günstigste Wetterlage auf der Strecke mit dem niedrigsten Widerstand berücksichtigt oder indem man das Schiff sauber hält, damit es schneller fährt. Und indem man die Ankunft im Hafen möglichst knapp plant. Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt hier an, zum Beispiel indem neue Dienstleistungen von unserer Abteilung Digital Business Solutions entwickelt werden.

Auch unterschiedliche Unternehmen im Hafen sind bereits aktiv mit der Energiewende beschäftigt. Wir unterstützen sie dabei, unter anderem indem wir ihnen Teststandorte für Studien anbieten und sie miteinander in Kontakt bringen. Das verlangt eine Zusammenarbeit unserer Kettenpartner. Eine Herausforderung, aber sicherlich nicht unmöglich. Kooperation führt zu neuen Möglichkeiten und Gewinnen.

Für den Bericht haben wir unglaublich viele Daten gesammelt, es war eine intensive Suche, jedoch eine sehr relevante. Denn die Studie zeigt nicht nur, dass wir eine CO2-Senkung erreichen können, sondern auch wie. Wenn wir als Unternehmen und Politiker deutliche Entscheidungen treffen und uns für diesen Kurs einsetzen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir die Senkung vor 2050 erreichen können.

Energiewende

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt sich gegen die Klimaveränderung ein und will eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Energiewende spielen. Senkung des CO₂-Ausstoßes und effiziente Nutzung der Roh- und Reststoffe stellen für den Hafenbetrieb wichtige Aufgaben dar.

Mehr wissen?

Lesen Sie der bericht ''Deep Decarbonisation Pathways for Transport and Logistics Related to the Port of Rotterdam'' hier:

WUPPERTAL BERICHT

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