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Drei Fragen über Biomasse

In diesem Jahr werden über den Rotterdamer Hafen eine Million Tonnen Biomasse für das Amer-Kraftwerk in Geertruidenberg angeliefert. Das Kraftwerk wandelt die Biomasse in Energie um, die den Bedarf von rund 700.000 Haushalten deckt. Aber was ist Biomasse eigentlich genau und was bedeutet sie für den Rotterdamer Hafen?

1. Was ist Biomasse?

Biomasse ist biologisches Restmaterial von Bäumen und anderen Pflanzen. Dieses Material wird verbrannt, wobei Wärme und Strom entstehen; dadurch ist Biomasse ein wichtiger Ersatzbrennstoff für die herkömmlichen fossilen Energieträger wie Kohle. Unsere fossilen Ressourcen gehen allmählich zur Neige, und darüber hinaus verursacht die Verbrennung fossiler Energieträger CO2-Emissionen, die katastrophale Folgen für unser Klima haben. Die Verbrennung von Biomasse dagegen erfolgt CO2-neutral. Bei der Verbrennung des Materials gelangt zwar CO2 in die Luft, aber die Bäume, die als Ersatz für das Holz in Produktionswäldern gepflanzt werden, nehmen wieder CO2 auf. Biomasse wird dadurch Bestandteil einer sorgfältig durchdachten, nachhaltigen Energieversorgung.

2. Was genau geschieht im Rotterdamer Hafen?

Die Biomasse, die im Rotterdamer Hafen angelandet wird, besteht aus Holzpellets (gepresstes Holz). Diese Pellets werden aus Holzschnittabfällen und Sägespänen aus Sägewerken hergestellt. Dieses Jahr werden Schiffe, die jeweils ca. 30.000 Tonnen Holzpellets geladen haben, im Hafen anlegen. Die Pellets werden dann auf Binnenschiffe umgeladen. Dies dauert etwa drei Tage, in denen weder Regen fallen noch starker Wind herrschen darf, da feuchte Holzpellets unbrauchbar sind und trockene Pellets leicht verweht werden. Nach dem Umschlag werden die Pellets zum Amer-Kraftwerk in Geertruidenberg befördert, wo sie direkt zur Befeuerung der Verbrennungsöfen verwendet werden können. Es wird beabsichtigt, nächstes Jahr weitere 600.000 Tonnen Pellets an das Amer-Kraftwerk zu liefern. Dadurch würde das Kraftwerk zu 80 Prozent mit Biomasse betrieben.

3. Warum ist der Rotterdamer Hafen ein idealer Umschlagplatz für Biomasse?

Erstens ist Rotterdam einer der wenigen Häfen, in deren Nähe sich ein Biomassekraftwerk befindet. Vielleicht noch interessanter ist jedoch die Tatsache, dass im Hafengebiet eine Vielzahl von Unternehmen ansässig sind, die sich ebenfalls mit Biomasse befassen. So will beispielsweise der Energieversorger Uniper im zweiten Halbjahr 2018 teilweise auf Biomasse umstellen. Und auch Engie, ein Anbieter von Energielösungen für gewerbliche und private Kunden, will seine eigenen Kraftwerke teilweise mit Biomasse befeuern. Zweitens verfügt der Rotterdamer Hafen über die richtigen Einrichtungen mit ausreichender Kapazität für einen effizienten und sicheren Umschlag und eine ebensolche Lagerung. Und schließlich müssen die Kraftwerke in den Niederlanden aufgrund der staatlichen gesetzlichen Bestimmungen sehr strenge Kriterien in Bezug auf Biomasse erfüllen. Diese Kriterien beinhalten unter anderem, dass die Holzpellets aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen und tatsächlich aus Restmaterial bestehen müssen; das Holz darf also nicht auch auf andere Weise verwertbar sein.

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