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Entsorgung von Scrubber-Abwasser in Rotterdam geregelt

Die IMO-2020-Verordnung rückt mit großen Schritten näher. Die Reedereien haben verschiedene Möglichkeiten, die neuen Anforderungen zu erfüllen. Sie können beispielsweise auf schwefelarmen Kraftstoff umstellen oder Abgaswäscher (Scrubber) installieren, um die Abgase, die bei der Verbrennung von schwefelreichem Heizöl freigesetzt werden, zu entschwefeln. Auch im letztgenannten Fall werden die Schiffe in Rotterdam gut bedient.

Scrubbers Clean Seas Port of Rotterdam

Die Schifffahrt muss sauberer werden. Die neuen Vorschriften der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) haben zum Ziel, die Schwefeloxid-Emissionen, die für die Versauerung der Atmosphäre verantwortlich sind, wesentlich zu senken. In den Schwefelemissionsüberwachungsgebieten (Sulphur Emission Control Areas/SECA), zu denen auch Rotterdam gehört, dürfen seit 2015 nur noch Kraftstoffe mit einem maximalen Schwefelgehalt von 0,1 % verfeuert werden. Ab dem 1. Janaur 2020 muss auch der Schwefelgehalt außerhalb der SECA-Gebiete drastisch gesenkt werden – von heute 3,5 % auf maximal 0,5 %. Das beinhaltet, dass Schiffe nirgendwo auf unserem Planeten mehr mit schwefelreichem Heizöl betrieben werden dürfen, es sei denn, es werden Abgaswäscher, sogenannte Scrubber, eingesetzt.

200 Dollar

Mit dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften können Reedereien weiterhin schwefelreiches Heizöl verwenden, wenn sie Abgasreinigungssysteme auf ihren Schiffen installieren. In diesen sogenannten Scrubbern werden die Abgase durch Wasser gereinigt. Die Installation eines solchen Filtersystems kostet je nach Schiffsgröße zwischen einer Million und fünf Millionen Euro. Die Alternative – schwefelarmer Kraftstoff – ist 200 Dollar pro Tonne teurer als das herkömmliche Heizöl, und es wird erwartet, dass diese Preisdifferenz noch größer wird. Hierdurch können Scrubber aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu einer attraktiven Lösung werden.

Mehrmals pro Monat

Dabei muss jedoch bedacht werden, dass das Abwasser aus den Scrubbern auch aus dem Hafen abtransportiert werden muss. In Rotterdam ist das kein Problem. Im Hafen sind sieben Betriebe mit den erforderlichen Anlagen und dem nötigen Knowhow aktiv, die das Scrubber-Abwasser sammeln und verarbeiten können: CIMS, DTC, Martens, SWOC, Jongen, Renewi und Nature Group. Nature hat mit diesem Verfahren bereits vor zwei Jahren begonnen. „Unsere Kunden, zu denen CMA-CGM, DFDS und MSC gehören, haben uns darum gebeten”, erklärt Andreas Drenthen, CEO der Nature Group. „Als größter maritimer Abfallentsorger in den Niederlanden erschien uns dieses Verfahren eine gute Ergänzung unseres Dienstleistungsangebots, und daher bieten wir es unseren Kunden gern an.“ Inzwischen erhält das Unternehmen monatlich mehrere Anfragen seitens verschiedener Reedereien.

Biologische Abwasserklärung

Drenthen sagt dazu: „Eine Reihe unserer Leichter haben gesonderte Tanks an Bord, in denen das Scrubber-Abwasser abtransportiert werden kann. Bei ATM Moerdijk wird das Wasser über eine biologische Klärstufe gereinigt, und der verbleibende Rückstand wird verbrannt.“ Angesichts des Ausmaßes der Verunreinigung sind die Kosten für den Abtransport entsprechend höher. „Bei normalem Klärschlamm liegt der Preis bei etwa 30 Euro pro Kubikmeter. Die Entsorgung des Scrubber-Abwassers dagegen kostet je nach Verschmutzungsgrad ca. 75 bis mehrere hundert Euro pro Kubikmeter.“

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