Innovatie

Flower Turbine erzeugt je Quadratmeter mehr Energie als Solarenergie

25 März 2020
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Vor einigen Jahren entstand Flower Turbines, ein Unternehmen, das kleine, innovative Windkraftanlagen herstellt, die sich für urbane Gebiete eignen. 2019 wurde die Technologie von PortXL unterstützt, einem Innovationsbeschleunigungsprogramm für neu gegründete Unternehmen. Seit kurzem ist das Unternehmen im „Innovation Dock“ bei RDM Heijplaat angesiedelt.

Roy Osinga mit seinen Blumenturbinen

Das Konzept von Flower Turbines entstand vor einigen Jahren. Der Geschäftsführer Daniël Farb schuf einen Entwurf und baute eine Windkraftanlage zur Erprobung, setzte jedoch nie wirklich den Schritt zum Aufbau eines Unternehmens. Als die Technologie von PortXL unterstützt wurde, kam Daniël Farb mit seinem künftigen Partner Roy Osinga in Kontakt, dem derzeitigen Geschäftsführer für Europa von Flower Turbines. Roy Osinga war zu diesem Zeitpunkt als Regionalmanager bei ECOncrete tätig. Gemeinsam wurden sie zum Programm zugelassen und präsentierten die Windkraftanlage anschließend verschiedenen Unternehmen des Rotterdamer maritimen Netzwerks. „PortXL war uns dabei behilflich, die ersten Kontakte zu knüpfen; danach war es unsere Aufgabe, Worte in Taten umzusetzen. Und das können wir in Rotterdam”, so Osinga. Noch keine zwei Monate später wurde die Flower Turbines BV in den Niederlanden gegründet.

Einzigartige nachhaltige Innovation

Die Idee zum Bau einer Windkraftanlage ist nach Ansicht des Geschäftsführers für Europa eine logische Entscheidung. „In den Niederlanden weht es stärker als dass die Sonne scheint, doch Sonne und Wind passen auch sehr gut zusammen. Zugleich ist es uns wichtig, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.” Was die Windkraftanlagen einzigartig macht, ist, dass sie leise sind und sich einfach in urbane Gebiete einfügen lassen. Die kleinste Windkraftanlage ist 1 m und die größte 6 m hoch. Sie sind in Tulpenform ausgeführt und so konzipiert, dass sie bereits bei wenig Wind starten und aus jeder Windrichtung saubere Energie erzeugen. Außerdem kann man sie in geringen Abständen voneinander aufstellen, zumal die benachbarte Anlage in Gruppenaufstellungen noch bessere Leistungen erzielt. Sie erzeugen je Quadratmeter mehr Energie als Solarenergie. Windenergie kann damit als Alternative bzw. Ergänzung zu Solarmodulen genutzt werden.

RDM als Standort

Das RDM Innovation Dock in Heijplaat bietet die Möglichkeit zu einer geeigneten Präsentation der Windkraftanlagen; sie passen nämlich nicht in ein Standardbüro. „Wir können bei RDM auch gut unsere neuen Entwicklungen testen. Außerdem stehen wir mit dem Netzwerk von RDM in Verbindung; mit Schulen, wie dem RDM Centre of Expertise und IT Campus, aber auch mit Unternehmen, die vorbeikommen. 2020 bleiben wir auf jeden Fall noch bei RDM. Es könnte sein, dass wir noch expandieren, denn das ist auch hier möglich.”

„Erschließen Sie den Markt, bewähren Sie sich und etablieren Sie Ihr Projekt; dann kommt die Finanzierung von selbst.“

Finanzielles Wachstum

Die beiden Unternehmer haben mit Eigenkapitel begonnen und schafften es, ca. 1 Mio. Dollar per Crowdfunding zu sammeln. „Vor allem, nachdem wir hier in den Niederlanden die ersten Ergebnisse zeigten, Verträge unterzeichnet hatten und die erste Demoversion erschien, ging es sehr schnell. Diese finanziellen Mittel können wir nun verwenden, um verschiedenste Fachleute zu engagieren.” Zudem erhielt die Organisation ein Innovationsdarlehen, mit dem die Bankiers das Vertrauen in Flower Turbines zeigen. „Als Unternehmer muss man kontinuierlich mit dem Team finanzielle Entscheidungen treffen; dadurch ist die Unternehmertätigkeit auch so interessant.“

Drei bedeutende Elemente

Nach Ansicht von Osinga kommt es für die ausgereifte Entwicklung einer guten Innovation auf drei wichtige Elemente an. Das technische Konzept muss stimmen; im Falle von Flower Turbines ist dies die aerodynamische Effizienz. Darüber hinaus muss sich ein Unternehmer der Tatsache bewusst sein, dass Investitionen kostenintensiv sind und für welche Kunden man wo und wann einen Mehrwert generiert.

Außer dem professionellen schrittweisen Bau einer Organisation ist Flower Turbines auch ehrgeizig. „Unser Traum ist es, innerhalb von drei Jahren eine Organisation mit 10 bis 50 Millionen Euro Umsatz zu entwickeln. So haben wir Anfang dieses Jahres alle Ladestationen für Fahrräder und Scooter vom Unternehmen Ecotap übernommen. Damit können wir direkt ein ausgereiftes Produkt auf den Markt bringen. Dies ist einer der Bausteine unserer Wachstumsstrategie, durch die letztlich ein zusammenhängendes Dienstleistungsangebot entstehen soll, mit der die Energieversorgung für eine breite Zielgruppe zugänglich wird. Damit geben wir der Energiewende einen Impuls”.