Pressemitteilung

Gemeinsame Strategie für Zukunft der Industrie

Quelle: Hafenbetrieb Rotterdam

Eine gemeinsame Strategie ist für die Gewährleistung des Raffinerie-, Chemie- und Energieclusters Rotterdam und Moerdijk in Bezug auf die Zukunft erforderlich. Diese Branche ist für die niederländische Wirtschaft wichtig, steht aber auch unter Druck. Ein unter der Federführung des ehemaligen Shell-Spitzenmanagers Rein Willems geschriebener Aktionsplan enthält demzufolge eine Strategie, die vorhandenen Industrietätigkeiten zu optimieren und den Energiecluster weiter zu erneuern. Wegen der Komplexität und der Dringlichkeit lautet die Empfehlung, einen Cluster-Kommissar zu bestellen, der diese Strategie koordiniert und ankurbelt.

Der niederländische Wirtschaftsminister Kamp begrüßt den Aktionsplan mit den Worten: „Der Industriecluster in Rotterdam und Moerdijk ist für die niederländische Wirtschaft sehr wichtig. Es ist gut, dass sich dieser Cluster mit dem vorgelegten Aktionsplan auf die Zukunft richtet. Mit einer effizienteren Nutzung von Rohstoffen und Energie, der Lieferung von CO2 und Wärme an die Region und der Verstärkung von technischen Innovationen behält die chemische Industrie ihre internationale Konkurrenzposition und bleibt die Betriebsamkeit in der Region erhalten.“

Allard Castelein, Vorstandsvorsitzender des Hafenbetriebs Rotterdam sagt dazu: „Der Industriecluster in Rotterdam und Moerdijk steht für 54.000 Arbeitsplätze und weist einen Mehrwert von 10,5 Milliarden Euro auf, befindet sich jedoch international unter großem Druck. Aus diesem Grunde setzen wir diesen Aktionsplan, gemeinsam mit den Betrieben, dem niederländischen Wirtschaftsministerium und mit Moerdijk, gerne in die Tat um.“

Der im Auftrag des niederländischen Wirtschaftsministeriums und des Hafenbetriebs Rotterdam ausgearbeitete Aktionsplan erläutert, wie der Industriecluster seine gute Position dazu nutzen kann, Herausforderungen, wie dem niedrigen Preis für Rohstoffe und Energie andernorts in der Welt und dem strukturellen Rückgang der Nachfrage nach Ölprodukten in Europa, die Stirn zu bieten. Dies soll im Rahmen eines Übergangs auf eine CO2-arme Wirtschaft erfolgen. Der Ausgangspunkt in diesem Zusammenhang lautet, dass der Industriecluster von Rotterdam und Moerdijk auch im Jahre 2030 in Europa noch immer tonangebend sein soll. Der Aktionsplan ist daher auf eine zweigleisige Vorgehensweise ausgerichtet: Verstärkung der Konkurrenzfähigkeit von vorhandenen Unternehmen sowie eine Innovationsmaßnahme, die auf die Nutzung von Biomasse, Recycling, erneuerbare Elektrizität und technologische Erneuerungen abzielt.

Das niederländische Wirtschaftsministerium, der Hafenbetrieb Rotterdam und der Hafen von Moerdijk werden weiterhin an der Ausarbeitung des Aktionsplans mit dem Titel „Gemeinsam an einem Cluster im Wandel arbeiten“ beteiligt sein. Die Pläne befinden sich größtenteils bereits in der Entwicklungsphase, doch nie zuvor wurde quer durch die Betriebe und Stakeholder die diesbezügliche Dringlichkeit so deutlich spürbar.

Zur Optimierung des vorhandenen Clusters nennt der Bericht drei Maßnahmen:
1) Verstärkung des Rotterdamer Chlorclusters durch Kettenintegration.
2) Bündelung von nicht zentralen Tätigkeiten. Durch einen gemeinsamen Austausch und eine gemeinsame Verarbeitung von unter anderem Dampf, Abwasser und Klärschlamm werden die Produktionskosten und Emissionen gesenkt.
3) Lieferung von wertvollem Reststrom an die Region. In diesem Zusammenhang geht es vor allem um die Nutzung von Restwärme und/oder CO2 für Unterglasbau und Ortschaften.

Für die Erneuerung der Industrie nennt der Bericht zwei Maßnahmen:
1) Nutzung neuer Rohstoffe und Recycling. Die größte Herausforderung für Rotterdam ist die Entwicklung eines biobasierten Clusters auf der Grundlage von Bioraffination, wobei die genannte zweite Biomasse-Generation in Glucose, Äthanol und Lignin umgesetzt wird.
2) Die weltweite Auskundschaftung von für den Industriecluster relevanten Innovationen, der Einsatz neuer Technologien sowie die Untersuchung von Möglichkeiten zur Beschleunigung des Wandels.

Sowohl für die Verstärkung der vorhandenen Industrie als auch die Erneuerung des Clusters nennt der Bericht zwei Maßnahmen:
1) Die Entfernung von konkreten Hindernissen. Unter anderem durch die Vertiefung des Nieuwe Waterweg, die weitestgehende Ausräumung von Unsicherheiten rundum NOx-Emissionen sowie eine ausgeglichene Zuweisung von Emissionsrechten für CO2 bei der Lieferung an Dritte.
2) Bestellung eines Cluster-Kommissars. Dieser muss als Motor für die vorstehend genannten Maßnahmen auftreten und gemeinsam mit dem Cluster eine politische Agenda für den Energiewandel ausarbeiten. Diesbezüglich ist laut Aktionsplan ein Budget von zwei Millionen Euro pro Jahr erforderlich.

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