Innovation
Column

„Ich möchte Riesenwellen schlagen!“

Dünung #11

In Rotterdam suchen wir kontinuierlich eine Antwort auf die Frage, wie man den Hafen intelligenter, effizienter, besser und nachhaltiger gestalten kann. In der Kolumne „Dünung“ erzählen Partner des Hafenbetriebs, wie für sie der intelligente Hafen aussieht. Marjolein Boer, Manager Innovation beim Hafenbetrieb Rotterdam, befindet sich auf einer Mission: Sie will Welten einander näherbringen.

Marjolein Boer

Marjolein Boer, Manager Innovation Hafenbetrieb Rotterdam

„Innovationen entstehen dort, wo Welten zusammentreffen. Der Rotterdamer Hafen ist der Ort, an dem das geschieht; hier entsteht der Hafen der Zukunft - in einem hochinnovativen Ökosystem, das im Mittelpunkt dieser Kolumnenreihe steht. Ein neuer Hafen, und zwar in der bekannten Rotterdamer Weise - nicht quatschen sondern ackern und dabei die Ärmel aufkrempeln. Die kontinuierliche Dünung sorgt dafür, dass es hier klappt.

Die machbare Stadt ist seit dem Wiederaufbau Teil der DNA von Rotterdam, als man sich überlegte, wie die neue Stadt aussehen sollte. Jetzt haben wir den digitalen, kohlendioxidneutralen Hafen der Zukunft im Auge. In Rotterdam ist alles vorhanden, was es zur Gestaltung dieses Hafens braucht, es ist im wörtlichen wie im übertragenen Sinne der für Innovation erforderliche Platz vorhanden. Startups und Scale-Ups experimentieren, testen und entwickeln sich auf der RDM en M4H. Dort bereits ansässige Betriebe innovieren auf ihren eigenen Geländen und blicken hierbei immer mehr über ihre Grenzen hinaus. Es gelingt ihnen immer besser, einander zu finden, und genau dort entstehen die besten Innovationen. Der Raum im übertragenen Sinne ist etwas Undefinierbares; er ist in der Mentalität und Energie der Menschen begründet, die Chancen sehen und Verbindungen herstellen. Und genau darin besteht die Magie des Rotterdamer Innovations-Öko-System.

Immer AKTIV

Dieses Feeling und der Wille, vorwärts zu streben, die Dinge anzupacken und zu verändern, ist der Grund dafür, weshalb ich seit meinem Studium immer für Rotterdam AKTIV bin. Phantasie, Umdenken, Neugierde und der Wunsch, Dinge anzupacken; damit kann man wirklich etwas bewirken, und deshalb ist dies meine ultimative Mission! Seit 2016 bin ich Manager Innovation und unterstütze, gemeinsam mit meinem Team, andere Partner bei der Innovation. Wir suchen vor Ort und auch im weit(er)en Umkreis ununterbrochen nach Projekten und Ideen, die wir weiterentwickeln können, wir stellen Verbindungen her und verbinden Menschen mit einander. Zur Realisierung von Innovationen müssen wir die Erneuerung von außen nach innen bringen und dazu Unternehmen und Menschen mobilisieren. Innovationen kommen nur dann in Gang, wenn man Energie aus verschiedenen Welten zusammenbringt, damit eine Ausbreitung erfolgen kann.

Wenn man der Hafen der Zukunft sein will, kann man das nicht allein tun, ich glaube fest an ein Zusammenwirken. Und dies gilt innerhalb und außerhalb der Grenzen des Hafens.

Marjolein Boer, Hafenbetrieb Rotterdam

Windstärke 10

„Wenn man der Hafen der Zukunft sein will, kann man das nicht allein tun, ich glaube fest an ein Zusammenwirken. Und dies gilt innerhalb und außerhalb der Grenzen des Hafens.“ Man muss Verbindungen schaffen, dazu jedoch auch einander erst einmal finden können! Dafür ist ein starkes lokales Innovations-Öko-System in Kombination mit globalen Akteuren unabdingbar. In den vergangenen zehn Jahren wurde hieran hart gearbeitet. Dank dieser Bemühungen gibt es jetzt hier unter anderem DAS Wissensinstitut für Häfen, den ersten maritimen Beschleuniger, einen Hafeninvestitionsfonds, den größten Industriebezirk, und in der Pipeline haben wir noch viel mehr tolle Sachen zu bieten ...! Und dank der Menschen, die Sie in dieser Kolumnenreihe kennenlernen, ist die Energie hier nun mit Windstärke 10 unterwegs! Darauf bin ich enorm stolz: Miteinander haben wir ein einzigartiges und dynamisches Ökosystem entwickelt, in dem sich innovative Betriebe gut entwickeln können und ihre Ideen in ein florierendes Unternehmen umsetzen können. Mit der Unterstützung von Marktpartnern, Wissensinstituten, Netzwerkorganisation und Anlagefonds ist das möglich.

Man spürt die Erneuerung

Eine der neuesten Innovationen, die ich persönlich ganz toll finde, ist uRecycle. Dabei handelt es sich um ein finnisches Unternehmen, das zu den Top-Drei der Batterierecyclingfirmen in Europa gehört. Wir sind, dank eines unserer internen Innovationsteams, mit dem wir gearbeitet haben, auf den Betrieb aufmerksam geworden. uRecycle baut in unserem Hafen eine neue Fabrik für das Recycling und die Wiederverwendung von Batterien. Wir ermöglichen hiermit einen ständig größer werdenden Kreislauf, der seinerseits wiederum neue Möglichkeiten schafft. uRecycle hat sich, aufgrund unserer strategischen Lage, für Rotterdam entschieden, das es dem Unternehmen ermöglicht, sich zu einem wichtigen Knotenpunkt für Recycling in Europa zu entwickeln. Das Innovations-Öko-System ist jedoch ebenfalls ein immer wichtiger werdender Faktor, der Unternehmen nach Rotterdam zieht. Es ist diese Kombination, die Rotterdam einzigartig macht.

Man spürt die Erneuerung in der Stadt UND im Hafen. Die Dünung schwillt wieder an und bildet neue Wellen, neue Initiativen. So ist Up!Rotterdam entstanden, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Stadt Rotterdam und verschiedenen Parteien des Innovations-Öko-Systems. Diese Initiative, für die ich mich ebenfalls einsetze, ermöglicht Unternehmern mit Potenzial einen schnelleren Zugang zu Netzwerken, Finanzmitteln und internationalen Märkten. Auf diese Weise werden wir weiterhin gemeinsam dieses grundsolide Innovations-Öko-System entwickeln, in dem (neue) Unternehmen den Hafen der Zukunft kreieren.

Mir können die Ambitionen nicht groß genug sein

Wenn wir der intelligenteste und nachhaltigste Hafen weltweit werden wollen, müssen wir wirklich noch eine Menge Arbeit leisten. Diese Ambitionen können mir nicht groß genug sein. Wir verfügen dazu über die Unternehmen, das Wissen und die Erfahrung! Wir sehen an Unternehmen wie uRecycle und der Entwicklung der Landstromversorgung - für die wir auch mit der Rückleitung von Autobatterien ein Pilotprojekt durchführen wollen - dass es funktioniert. Die großen Veränderungen, die wir brauchen, kommen von innen und von außen, aus anderen Sektoren, aus der ganzen Welt und durch die Zusammenarbeit mit anderen Häfen. Ich glaube ganz fest daran, dass wir uns die Störungen, die auf uns zukommen, zunutze machen sollten, denn genau darin liegen die Chancen.

Sich vorzustellen, wie die Welt aussehen könnte, darin besteht der Beginn jeder Erneuerung.
Gemeinsam an den Fragen von morgen zu arbeiten, ist der erste Schritt, um Fortschritte zu erzielen. Dort, wo Energien zusammenkommen, entstehen neue Formen der Zusammenarbeit und Innovationen. Meine Mission besteht darin, diese Energieströme zusammenzuführen und mehr Synergie zu bewirken. Ich möchte - mit der Dünung beginnend - gemeinsam mit unseren Partnern riesige Wellen schlagen!

Innovation

Rotterdam möchte der intelligenteste Hafen der Welt werden. Um unsere Spitzenposition zu behalten, müssen wir kontinuierlich innovieren. Innovation ist ein entscheidendes Mittel, um die geplanten Veränderungen bei der Energiewende und der Digitalisierung in Rotterdam zu realisieren.

Möchten Sie über die Entwicklungen im Hafen auf dem Laufenden gehalten werden?

Melden Sie sich dann für unseren Newsletter an.

Choose your language

The page is not available in chosen language.

Go to the front page