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KING 3.0: Praktische Online-Reservierung von Liegeplätzen für Seeschiffe

Mit der Einführung von KING 3.0, dem neuen Reservierungssystem für Bojen und Dalben, erzielt der Rotterdamer Hafen wieder einen Effizienzvorteil. Mit dem neuen System reservieren Agenturen einfach online einen garantierten Liegeplatz für Seeschiffe. Businessmanagerin und „Bojenkönigin“ Amanda de Bruine berichtet, wie sie und ihr Team ein ganz neues System entwickelten. „KING 3.0 ist serviceorientiert und benutzerfreundlicher für alle Beteiligten.“

Amande de Bruine Havenbedrijf Rotterdam

„Der Rotterdamer Hafen bietet verteilt auf mehrere Standorte, von der Maasvlakte bis nach Dordrecht, 29 Liegeplätze mit Bojen und Dalben im Wasser. Die Dalben sind weltweit einzigartig; kein anderer Hafen bietet ein solches System. Die Schiffe liegen stabil und sicher verankert. Dadurch herrscht bei unruhigem Wetter z. B. eine geringere Gefahr der Verschwendung von Ladung. Das Laden, Löschen oder Bunkern verläuft schnell und effizient“, so Amanda de Bruine. „Tätigkeiten wie der Umschlag von Ladung, das Bunkern, die Durchführung von Reparaturen und Reinigungsarbeiten können auf dem Wasser an den Bojen und Dalben vorgenommen werden. Agenturen regeln im Auftrag der Reederei oder Ladungseigentümer einen Liegeplatz für ein solches Schiff.“

Vom Brett zum flexiblen Online-System

Als „Business Manager Ship to Ship Operations“ befasst sich Amanda de Bruine seit 2017 mit der Planung von eintreffenden Seeschiffen, für die ein Platz an den Bojen und Dalben zur Durchführung ihrer Tätigkeiten gesucht wird. „Anfangs wusste ich nichts von den Bojen und Dalben, doch ich fand die Tätigkeit faszinierend! Früher riefen die Agenturen zur Reservierung eines Platzes beim Hafenkoordinationszentrum an. Dann wurde eine Karte angefertigt und auf dem „Bojenbrett“ platziert. Wenn sich etwas änderte, wurde wieder hin und her telefoniert und musste das Brett manuell geändert werden.“

„Kurz bevor ich meine Tätigkeit aufnahm, wurde das erste Online-Reservierungssystem, KING, eingeführt. Ein Schritt vorwärts, doch wenn sich etwas änderte, wurde noch immer viel hin und her telefoniert. Die Planer des Hafenbetriebs nahmen dann Änderungen im System vor. Das war aufwändig und zeitraubend. Meiner Meinung nach musste es anders gehen, serviceorientiert und benutzerfreundlicher für alle Beteiligten. Zusammen mit dem Team ermittelten wir, was wir ändern wollten. Das war eine intensive Zeit kritischer Überlegungen, der Gespräche mit Agenturen und der Erarbeitung eines Systems. Wie bietet man Flexibilität, während man sich an die klaren Regeln hält? Wo muss der Button stehen, mit dem man die Reservierung bestätigt? Wie lassen wir die Benutzer durch das System navigieren? Es war komplex, doch wir haben es geschafft!“

KING 3.0: mehr Sicherheit für die Agentur

„KING 3.0 ist wesentlich flexibler und übersichtlicher. Die wichtigste Neuerung besteht darin, dass eine Agentur nicht mehr warten muss, bis die Reservierung bestätigt ist. Sobald man bucht, ist ein Platz sichergestellt. So gibt der Agent nur das Ankunftsdatum, die Aufenthaltsdauer, den Namen und die Länge des Schiffs ein und sieht direkt eine Übersicht der verfügbaren Bojen und Dalben. Eigentlich vergleichbar mit der Suche nach einem Hotel auf einer Buchungssite und ebenso praktisch zugänglich. Danach hat der Agent auch noch zusätzliche „Downtime“ bei jeder Reservierung, also zusätzlichen Spielraum zur Meldung von Änderungen, ohne dass diese sich auf andere Reservierungen auswirken. Wenn der Agent einen Platz möchte, der bereits reserviert ist, erhält er eine Benachrichtigung, wenn er wieder verfügbar ist.“

„Ein weiterer Vorteil von KING 3.0 liegt darin, dass die Planung wesentlich effizienter ist. In der vorherigen Situation konnte ein Agent nicht selbst buchen, sodass Wartereihen für Schiffe entstehen konnten. Mit diesem neuen System verkürzt er die Verweildauer eines Schiffes. So schaffen wir mehr Kapazität und tragen zu einem durchdachten Hafen bei. Das Rotterdamer System der Bojen und Dalben, gekoppelt mit dem Reservierungssystem KING, könnte auch für andere Häfen weltweit vorteilhaft sein.“

Bojenkönigin

Doch woher kommt der Name KING? Amanda: „Als die Reservierungen noch auf dem Bojenbrett eingeplant wurden, sagten die Agenten bei Anrufen bei HCC: „Verbinden Sie mich bitte mit dem Bojenkönig“. Weil ich vor einigen Jahren die Arbeit von meinem Kollegen übernahm, wurde ich schon bald als Bojenkönig bezeichnet. Darauf war ich heimlich immer recht stolz!“
„Mit dem Team haben wir sehr darauf gewartet, dass das System online verfügbar wurde. Unsere Rolle ändert sich, anstatt zu planen, überwachen wir nun. Den täglichen Kontakt mit den Agenten werde ich wohl vermissen, doch ich bleibe der Ansprechpartner für die Agenturen, sodass wir im Gespräch bleiben können, um zu erkunden, wie wir den Service noch weiter optimieren und den Rotterdamer Hafen attraktiv halten können.“

Über Amanda de Bruine

Amanda de Bruine, Business Managerin, befasst sich mit der Entwicklung von KING und operationellen Fragen. „Schon während meines Verwaltungswissenschaftsstudiums arbeitete ich im Hafen. Als Funkfrau an Land navigierte ich den Kranführer und war ich sozusagen seine Augen. Ich konnte beruflich aufsteigen und habe schließlich 10 Jahre im Hafen gearbeitet, davon die letzten Jahre im Büro. Wenn ich am World Port Center vorbeispazierte, dachte ich: „Eines Tages werde ich dort arbeiten. Die Arbeit im und für den Hafen interessierte mich immer. Die Dynamik, das Raue und das Gefühl, mit anzupacken, das gefällt mir!“

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