Innovation

McNetiq: magnetische Gerüstanker für intelligente und sichere Wartung

18 Dezember 2019
Wie können wir Ihnen helfen?

Sicher, kosteneffizient und umweltfreundlich: das Start-up McNetiq vertreibt magnetische Verankerungen, mit denen Gerüste ohne Schweißarbeiten an Stahlwänden befestigt werden können. Das Wachstum des Unternehmens ist ein schönes Beispiel für den Erfolg des „Innovationsökosystems“ im Rotterdamer Hafen.

Zwei McNetiq-Mitarbeiter platzieren die magnetischen Gerüstverankerungen

Seit 2009 arbeiten Edwin van der Heide und Bas Gravendeel gemeinsam an verschiedenen Magnetanwendungen, ursprünglich für den Klettersport. 2014 gründeten sie McNetiq, um ihre patentierte Controlock-Technologie auf den Markt zu bringen. Das erste Produkt war der magnetische Gerüstanker. Diese Anker können unter anderem für die intelligente und sichere Wartung von Lagertanks und Kraftwerken, in der Schifffahrt und im Stahlbau eingesetzt werden. Van der Heide: „Unser Gerüstanker klebt das Gerüst sozusagen an die Stahlwand. Normalerweise wird ein Gerüst, wenn beispielsweise ein Lagertank gewartet werden muss, freistehend an die Tankwand gebaut. Um die Stabilität zu gewährleisten, wir das Gerüst auf breiter Basis mit vielen Stützen errichtet. Das Volumen dieser pyramidenförmigen Konstruktionen lässt sich auf bis zu ein Sechstel verringern, indem das Gerüst mit Magneten am Tank befestigt wird.

Bei Schiffen wird das Gerüst oft an der Außenhaut festgeschweißt. Schweißverbindungen sind stark, aber in der Hafenindustrie meist nur vorübergehend nötig. Das Schweißen hat großen Einfluss auf das Material, den Menschen und die Umwelt. Außerdem ist es eine kostspielige Technik, die obendrein mit Brand- und Explosionsgefahr einhergeht. All diese Nachteile hat unser magnetischer Gerüstanker nicht. Darüber hinaus kann mit der patentierten Controlock-Technologie mit 100%iger Sicherheit die maximale Belastbarkeit der Magneten garantiert werden.“

Türen geöffnet

2017 wurde McNetiq für das Port-XL-Programm ausgewählt, wodurch dem Unternehmen aus dem Rotterdam Port Fund, ebenfalls Partner des Innovationsökosystems, ein Mentor zugewiesen wurde. David van Loo, Investment Director des Rotterdam Port Fund: „Der Rotterdam Port Fund spielt gern eine Hauptrolle im Rotterdamer Hafen als Drehscheibe der Innovation. Wir unterstützen unsere Beteiligungen finanziell und durch Beratung. Darüber hinaus bringen wir sie miteinander und mit unserem Netzwerk in Kontakt, das auch die Investoren unseres Fonds umfasst. McNetiq ist für uns ein Unternehmen mit einem einzigartigen patentierten Produkt, das unter anderem den Gerüstbau sicherer und kostengünstiger machen kann. Dank unserer Beteiligung als Mentor konnten wir McNetiq bei der Verbesserung des Geschäftsplans unterstützen. Als Rotterdam Port Fund haben wir gemeinsam mit InnovationQuarter eine Beteiligung übernommen und ein Darlehen zur Verfügung gestellt. Mit den Kontakten unseres Netzwerks helfen wir dem Unternehmen, Türen zu öffnen. Wir geben McNetiq also Hilfestellung für das erste Umsatzwachstum.“

Laut Jouke Goslinga, Programmdirektorin RDM, ist der Fall McNetiq ein guter Beweis dafür, wie die verschiedenen Akteure des Innovationsökosystems einander verstärken. „McNetiq kam nach dem Durchlaufen des PortXL-Programms im Science Tower in dem Merwe-Vierhavens (MH4) richtig in Schwung. Danach ließ sich die Firma hier im RDM nieder, um die Produktion in Gang bringen zu können. Ein gutes Beispiel für die Verbindung zwischen den beiden Ufern. McNetiq profitiert im RDM von zahlreichen Vorteilen, darunter die Exposure durch jährlich 100.000 Besucher, Führungen und Innovations-events, aber auch die Möglichkeiten für Ausbildung und den Wissensaustausch. Durch Firmen wie McNetiq wird RDM noch inspirierender!“

Auch iTanks, eine Wissens- und Innovationsplattform für Hafenbetriebe und zugleich Partner des Innovationsökosystems, wurde auf McNetiq aufmerksam. Cor van de Linde, Hauptgeschäftsführer von iTanks: „Als McNetiq fragte, ob iTanks Unterstützung leisten könnte, haben wir zugesagt; Willem van der Graaf, der als Partner bei iTanks tätig ist, trat dann der Geschäftsführung bei.“ Willem van der Graaf: „Der Mehrwert des Produkts ist unverkennbar. Wir erwarten, dass sich McNetiq innerhalb von fünf Jahren zu einem international tätigen Unternehmen mit Absatzmärkten in den wichtigsten Industrieländern entwickeln wird.“

Achterbahn

Ein weiteres Ergebnis der Beteiligung an PortXL war der erste Kunde, Vopak. Van der Heide: „Von Vopak aus wurde uns ein Mentor zugewiesen, der sich für die Verbreitung unseres Systems einsetzt. Es wäre schön, wenn Unternehmen ihre Gerüstbauer überzeugen würden, bei Wartungsarbeiten nur noch das sichere und effiziente Gerüstankersystem zu verwenden. Wir streben aber danach, eine komplette Produktfamilie für verschiedene Marktsegmente anzubieten, darunter auch Raffinerien und Reedereien.“

Van der Heijde ist mit den Entwicklungen zufrieden. „Rotterdam ist der innovativste Hafen der Welt, und RDM ist ein Hotspot für maritime Innovationen. Mit unseren Gerüstankern tragen wir unsererseits zu den Ambitionen des Hafenbetriebs Rotterdam bei. Der Hafenbetrieb wirft ein Schlaglicht auf uns und verschafft uns die Aufmerksamkeit anderer Hafenunternehmen. Als Start-up befinden wir uns momentan auf einer Achterbahnfahrt. Momentan wird der Wagen noch nach oben gezogen, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis wir vom höchsten Punkt aus in Hochgeschwindigkeit unseren Weg fortsetzen. Unterstützt von den fruchtbaren Wechselwirkungen mit den anderen hier ansässigen Unternehmen und Partnern. Wir sind hier also genau am richtigen Ort!“

Innovationsökosystem

Marktpartner, Forschungseinrichtungen, Behörden, Test- und Prototypeinrichtungen, Start-up-Beschleunigungsprogramme, Netzwerkorganisationen und Investitionsfonds unterstützen Innovatoren in Rotterdam. Mit die interaktive Infografik kann man einfach sehen, wer in welcher Phase des Innovationsprozesses helfen kann.