Innovatie

Mega-Inliner: bei jeder Fahrt ein Tankcontainer wie neu

03 Juli 2019
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Im Rotterdamer Hafen wird intensiv an der Senkung der CO2-Emissionen gearbeitet; dies kommt in allen Sektoren zum Ausdruck. Ein Mega-Inliner ist eine solche innovative Lösung für Tankcontainer. Indem man den Tankcontainer mit einem Kunststoffsack (Inliner) versieht, erspart der Mega-Inliner die Fahrt zur Reinigungsstation. Damit werden nicht nur Kilometer, Wartezeiten und Reinigungsmittel eingespart, sondern letztlich wird auch eine Verringerung der Kohlendioxidemissionen realisiert.

Der Mega-Inliner wird platziert
Der patentierte Inliner wird wie eine aufgerollte Zahnpastatube von siebzehn Kilo in den Behälter gelegt und rollt sich beim Befüllen des Tankcontainers selbst ab.

Der Lebenszyklus eines Tankcontainers beginnt gewöhnlich beim Transport der empfindlichsten Produkte: Lebensmittel wie Bier. Indem man den Tank nach jeder Ladung gründlich reinigt und CO2-Druck aussetzt, bleibt kein Sauerstoff zurück und kann der Container in der ersten Zeit beispielsweise in der Bierbranche eingesetzt werden. Danach können andere Lebensmittel im Tankcontainer transportiert werden, später Fette und Öle und letztlich endet der Zyklus nach einigen Jahren in der chemischen Industrie. Die Gesetze und Vorschriften zu vorigen Ladungen von Tankcontainern sind streng.

Ein Tank wie neu

Durch die Nutzung des Mega-Inliners verläuft der Zyklus anders, erläutert Jaap de Jong, Geschäftsführer Business Development Central Europe bei Mega-Inliner. „Der Kunststoffsack im Container sorgt dafür, dass der Tank nach jeder Ladung wieder wie neu zurückbleibt. Man könnte den Container beispielsweise verwenden, um von den Niederlanden aus Bier nach Asien zu transportieren und anschließend Latex mit zurückzunehmen. Dies ist im derzeitigen System undenkbar. Man ist nicht mit „Previous load restrictions“ konfrontiert und kann die gesamte Buchführung mit den zugehörigen Kosten zu früheren Ladungen eliminieren." Bei Mega-Inliner können Kunden Tankcontainer leasen, die speziell auf die Inliner abgestimmt wurden. Die Inliner können einmalig verwendet werden. Außerdem gibt es eine „Buy and lease back-Konstruktion“ für die vorhandene Tankcontainerflotte auf dem Markt.

Keine Leerkilometer

Hauptvorteile des Mega-Inliners sind jedoch der Wegfall von Einschränkungen durch frühere Ladungen und die Einsparung der Fahrt von und zur Reinigungsstation nach jeder Ladung. „In den Niederlanden findet man eine solche Station oft schon in 50 km Entfernung, doch in anderen Ländern muss man mitunter einen Umweg von einem Tag nehmen“, erklärt De Jong. „Man denke auch einmal an alle Leerkilometer, ca. 2000 l Wasser und die Reinigungsmittel, die man einspart. Schließlich gibt es auch noch eine positive Wirkung auf die Lebensdauer des Containers.“

Aufgerollte Zahnpastatube

Der Ursprung des Mega-Inliners liegt bei einem früheren Unternehmen des CEO Sidon van Laarhoven, wo schon ein Kunststoffsack für Gastronomie-Tankbieranlagen verwendet wurde. De Jong: „2006 erhielten wir von Anheuser-Busch InBev die Aufgabenstellung, eine Alternative für die kontinentale Verschiffung von Bier als Massengut und für die interkontinentale Verschiffung von Bier in Flaschen, Dosen und Fässern zu entwickeln. Wir warteten auf die geeignete Folie, die sich für Säcke von 25.000 l eignete, die in 20 Fuß-Container passen, sodass wir bis zu 2,5-mal mehr je TEU transportieren konnten. Als diese Folie 2016 auf den Markt kam, war der Mega-Inliner ins Leben gerufen." Der patentierte Inliner wird wie eine aufgerollte Zahnpastatube von 17 kg in den Container gelegt und rollt sich bei der Füllung des Tankcontainers selbst aus. Der Sack schützt vor Umgebungseinflüssen und wirkt der Kontaminationsgefahr von Lebensmitteln entgegen. De Jong: „Gewöhnlich werden Tanks leergesaugt; wir drücken Luft gegen die Außenseite des Inliners in den Tank und drücken ihn leer. So bleiben weniger Rückstände zurück. Der Mega-Inliner ist aus zugelassener mehrschichtiger Polyethylenfolie gefertigt, die vollständig recyclingfähig ist. Wir möchten letztlich - möglichst innerhalb von zwei Jahren - mit vollständig biologisch abbaubarem Material arbeiten."

Der Mega-Inliner ist für alle flüssigen, nicht gefährlichen Güter einsetzbar. Durch die Erhöhung des Auslastungsgrads der einzelnen Container, verringert das System nicht nur die CO2-Emissionen, sondern ist auch kostensparend.