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Messsonde im Rotterdamer Hafen kontrolliert Schwefelemissionen der Schifffahrt

Die Aufsichtsbehörde für Raum und Umwelt, Transport und Verkehr (Inspektion Leefomgeving en Transport/ILT) des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft hat kürzlich am Splitsingsdam im Maasmond des Rotterdamer Hafens eine Schwefelmesssonde installiert. Über eine App können die Aufsichtsbeamten in Echtzeit die Emissionen ablesen, während das Schiff in den Hafen einläuft oder den Hafen verlässt. Dies ist eine der Zusatzmaßnahmen, welche die ILT ergriffen hat, um die Schwefeldioxidemissionen der Schifffahrt zu begrenzen.

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Messsonde, Splitsingsdam, Rotterdam. Foto: ILT

Die Emission von Schwefel durch die Schifffahrt wurde durch Verschärfung der Vorschriften der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) stark eingeschränkt. Seit 2015 gilt für die Schifffahrt in geschützten Gebieten wie der Nordsee ein Grenzwert für den Schwefelgehalt von maximal 0,1 %. Ab dem 1. Januar 2020 darf der Kraftstoff von Seeschiffen in anderen Teilen der Weltmeere nur noch höchstens 0,5 % Schwefel enthalten. Derzeit liegt der Höchstwert noch bei 3,5 %. Schwefelreicher Kraftstoff darf dann nur noch von Schiffen verwendet werden, auf denen Abgaswäscher – sogenannte Scrubber – installiert sind.

Hoek van Holland

Die Schwefelmesssonde stand zuerst in Hoek van Holland. Jetzt wurde er an den Standort „Lage Licht“ auf dem Splitsingsdam in der Mitte der Fahrrinne verlegt, da dort die Reichweite viel größer ist. Der alte Standort war zu weit von den Orten entfernt, an denen die größten Schiffe einlaufen.

Kleines Flugzeug

Seit 2018 setzt die ILT zur Kontrolle der Schwefelemissionen auch ein kleines belgisches Flugzeug ein. Die belgische Küstenwache kontrolliert bereits seit einigen Jahren die Emissionen der Schifffahrt mit einem Flugzeug des Königlichen Instituts für Naturwissenschaften. Ein Sensor saugt die Luft unter dem Flugzeug an und misst so die SO2- und CO2-Konzentrationen, die von einem Schiff emittiert werden. Dies wird auch von der ILT genutzt; Dank dieses Flugzeugs kann sie nun auch weit auf See befindliche Schiffe kontrollieren.

Bunkertanks

Die ILT hat festgestellt, dass in den vergangenen Jahren ungefähr 95 Prozent der Schiffe, die in Rotterdam anlegten, die Schwefelgrenzwerte eingehalten haben. Ergänzend zu den üblichen Untersuchungen im Rotterdamer Hafen nimmt die ILT ab dem Jahr 2020 auch Proben aus den Bunkertanks von Seeschiffen. Ab dann dürfen die Tanks von Schiffen, die nicht mit einem Abgaswäscher ausgestattet sind, keinen Kraftstoff mehr mit einem Schwefelgehalt über 0,5 % enthalten.

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