Innovation
Column

Mit dem RDM Rotterdam haben wir Gold in der Hand

Dünung #4

In Rotterdam versuchen wir stets die Frage zu beantworten, wie man Dinge im Hafen noch intelligenter, effizienter, besser und nachhaltiger gestalten kann. Wie gehen die Partner im Hafen dabei vor, warum tun sie das und was hätten sie selbst cleverer angehen können?

Jouke Goslinga ist Programmmanager bei RDM Rotterdam.

Jouke Goslinga: Deining #4 ‘Met RDM Rotterdam hebben we goud in handen’

Jouke Goslinga

Der Hafen war schon immer ein Terrain, auf dem Menschen ihre Chancen wahrnehmen. Das gilt meines Erachtens auch für den intelligenten Hafen: ein Gebiet voller Möglichkeiten.

Jouke Goslinga, RDM Rotterdam

„In den 80er-Jahren habe ich an der TU Delft Maschinenbau studiert – das war eine magische Zeit, in der ich auch außerhalb des Studiums viel gelernt habe. Das Studium war damals sehr theoretisch, was ich als großen Mangel empfunden habe. Technik muss man in der Praxis erleben, spüren und damit spielen, denn dann entstehen neue Erkenntnisse und Anwendungen. Die besten Studienabsolventen wurden schließlich Unternehmensberater oder Banker, das fand ich immer jammerschade. Heute dagegen gewinnen unternehmerisches Handeln und Selbstständigkeit zunehmend an Beliebtheit. Wenn wir diese Initiativen mit den Herausforderungen in unserer Region zusammenbringen, ziehen wir Unternehmen an, die unser Streben nach dem innovativsten und intelligentesten Hafen unterstützen.

RDM ist ein Ort für Produktionsunternehmen mit Pioniergeist und Innovationskraft. Ein Praxisraum, in dem die Technik lebendig wird und verschiedene Welten zusammenkommen: Technik, Hafen, Wirtschaft, Studierende, Forschung und Innovation. Es gefällt mir, diese unterschiedlichen Bereiche und Menschen miteinander zu verbinden. Ich fühle mich in der Unternehmenswelt ebenso zu Hause wie in der Kreativwirtschaft. Und auch dafür ist RDM bekannt: für Kreativität! Aus nichts etwas zu erschaffen, ist das Schwierigste überhaupt. Davor dürften wir durchaus etwas mehr Respekt haben. Auch hier erschaffen Start-ups etwas aus dem Nichts.

Das Image des Hafens gerät manchmal unter Druck, etwa im Zuge der gesellschaftlichen Debatte über fossile Energieträger und CO2-Emissionen. Der Hafen war schon immer ein Terrain, auf dem Menschen ihre Chancen wahrnehmen. Das gilt meines Erachtens auch für den intelligenten Hafen: ein Gebiet voller Möglichkeiten. Dafür möchte RDM die klügsten Köpfe gewinnen. Menschen, die erkennen, welch große Chancen sich hier für nachhaltiges und effizientes Arbeiten bieten. Für einen intelligenten Hafen sind Flexibilität und Weitblick entscheidende Faktoren.

Viele glauben, dass die Robotisierung Arbeitsplätze vernichtet, aber das sehe ich anders. Wenn neue Techniken auf intelligente Weise eingesetzt werden, entsteht eine neuartige Produktionsindustrie. Dieser Prozess vollzieht sich auch hier: Menschen entwickeln und bedienen neue Maschinen. Das schafft wieder neue Arbeitsplätze. Ich bin Optimist; ich glaube, dass letztlich mehr Arbeitsplätze entstehen als verschwinden werden. Da die neuen Arbeitsplätze andere Aufgaben mit sich bringen, müssen auch wir uns verändern.

Das Großartige in der heutigen Zeit sind die unbegrenzten Möglichkeiten der Technik in Kombination mit Design. X Laboratory setzt Roboterarme ein, um Simulationsanlagen für die Offshore-Industrie zu bauen. Das ist echte Science-Fiction, deren Wurzeln auch in der Raumfahrt liegen. Dass sich ein solches Unternehmen für RDM entscheidet, sagt etwas über das Geschäftspotenzial unseres Gebiets aus. Man kann auch feststellen, dass sich die Möglichkeiten für organische Entwürfe immer weiter verbessern. So verwendet das Start-up Concr3de nachhaltigen Beton für den 3D-Druck komplexer Komponenten für die Bau- und Hafenwirtschaft. Das Unternehmen hat in einem Pitch die Idee präsentiert, die durch einen Brand schwer beschädigte Notre Dame mit dem Schutt der Kathedrale zu restaurieren. Dafür wurde sogar Le Stryge, der bekannte Wasserspeier, bereits im 3D-Druck reproduziert. Es ist großartig, dass diese Art kreativer Produktionsbetriebe im Hafen und bei RDM Chancen und Raum erhalten.

Foto: Marc Nolte

Der Hafen hat großen Bedarf an qualifiziertem Personal auf jedem Niveau. Darum organisieren wir jährlich die TechMission010, eine Veranstaltung, die 13- und 14-Jährige für die Technik begeistern soll. Eine schwierige Zielgruppe – eigentlich haben wir vor allem viel Erfahrung damit gesammelt, wie man nicht vorgehen sollte! Bis wir dieses Jahr auf eine viel intelligentere und kreativere Formel umgestiegen sind: einen Escape-Room, der den Jugendlichen die Aufgabe stellte, einen Stromausfall im Hafen zu verhindern. Mit größter Begeisterung haben sie diese Aufgabe gelöst! Bewährte Konzepte und Technologien aus anderen Welten können manchmal eine wahre Revolution zuwege bringen.

Dieses Jahr feiert RDM sein 10-jähriges Bestehen. Eigentlich lässt sich die Entwicklung von RDM in keinerlei Schublade stecken. Geht es bei diesem Projekt um Immobilien- oder Gebietsentwicklung, bieten sich kommerzielle Chancen oder gibt es einen Marketingwert? Es ist von allem etwas, und ich bin stolz darauf, dass sich so viele damit verbunden fühlen. Ich glaube aber, dass sich hier noch mehr Potenzial erschließen lässt, unter anderem durch eine noch intensivere Zusammenarbeit mit der TU Delft und der Erasmus-Universität. Die Entwicklung des MH4-Geländes (gemeinsam mit RDM und Rotterdam Makers District) ist ein Beispiel für unsere Ambitionen.

Der Hafen ist im wahrsten Sinne des Wortes aus der Stadt verschwunden. Begriffe wie Digitalisierung, Energiewende und Innovation werden leicht als abstrakt empfunden. Aber auch dahinter verbergen sich Menschen und harte Arbeit. Das ist hier bei RDM gut spürbar: hier werden die Ärmel aufgekrempelt, aber dann auf neue Art. Wir müssen dem Hafen wieder eine Identität verleihen. Dazu müssen wir auf intelligente Weise seine Geschichte erzählen. Mit dem RDM als Pioniergelände, auf dem durch Erschaffung neuer Dinge die Welt verändert werden kann. Mit dem RDM haben wir wirklich Gold in der Hand.“

Innovation

Rotterdam möchte der intelligenteste Hafen der Welt werden. Um unsere Spitzenposition zu behalten, müssen wir kontinuierlich innovieren. Innovation ist ein entscheidendes Mittel, um die geplanten Veränderungen bei der Energiewende und der Digitalisierung in Rotterdam zu realisieren.

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