Erreichbarkeit
Showcase

Moselexpress: „grüner“ nach Trier

Trier ist in den Niederlanden vor allem für seine ausgezeichneten Weine bekannt, aber die älteste Stadt Deutschlands verfügt auch über eine florierende Industrie. Täglich werden hunderte von Containern von Rotterdam aus in die Geburtsstadt von Karl Marx und andersherum befördert. Mit dem Schiff, dem LKW und seit knapp zwei Jahren mit dem Moselexpress auch per Zug. Yusen Logistics und Ocean Network Express (ONE) sind seit der ersten Stunde Kunden des Railshuttles. Johan Pijpers von ONE: „Weniger CO2-Emissionen, schnellere Lieferung beim Kunden und effiziente Nutzung von leeren Containern.“

Seit Januar 2017 bietet das deutsche Unternehmen Am Zehnhoff Söns den Containerzug zwischen den RWG- und ECT-Delta-Terminals auf der Rotterdamer Maasvlakte und dem multimodalen Terminal in Trier an. Yusen Logistics ist spezialisiert auf weltweite Logistikdienstleistungen und befördert jede Woche 40 bis 50 Container mit Industrieprodukten vom Rotterdamer Hafen zu einem Kunden in Luxemburg. „Zu Beginn haben wir die Container per LKW transportiert, aber eigentlich ist es verrückt, eine Strecke von 400 Kilometern mit dem LKW zu fahren“, meint René Braemer, Branch Manager bei Yusen Logistics. „Vor allem im Hinblick auf den starken Verkehr und den CO2-Ausstoß. Außerdem kam noch dazu, dass die Container oft leer wieder zurückbefördert wurden. Deswegen haben wir eine intermodale Lösung gesucht.“

Gründung

Zu der Zeit gab es zwar noch keinen Containerzug, aber Yusen Logistics knüpfte Kontakt mit Johan Pijpers (damals für NYK Line tätig) und dem deutschen Unternehmen Am Zehnhoff-Söns, die gemeinsam im Begriff waren, die Bahnverbindung zu entwickeln. Johan Pijpers, der mittlerweile Manager Inland Operations Procurement bei Network Express (ONE) ist, hatte schon zwei große Kunden aus dem Raum Trier gefunden, um den Business Case für den Moselexpress abzurunden. Jetzt kam Yusen Logistics hinzu. „Der gesamte Betriebsprozess und die Lieferzuverlässigkeit haben sich seit dem Einsatz des Railshuttles für die Kunden verbessert“, erklärt Pijpers. Auch ONE befördert Industrieprodukte für die Automobilbranche und transportiert (ungefährliche) Chemikalien mit dem Zug.

Inlandterminal

Die Fracht, die Yusen Logistics befördert, kommt normalerweise unter der Woche im Hafen von Rotterdam an. Sonntags verlassen die ungefähr 40 Container den Hafen mit dem Moselexpress. Dieser erreicht die Universitätsstadt am nächsten Tag und dienstags kann Yusen Logistics die Waren beim Kunden ausliefern. „Beim intermodalen Tarnsport muss man grundsätzlich etwas großzügiger planen. Im Fall von verderblichen Produkten ist das eher unpraktisch und wenn der Kunde ganz kurzfristig ein Produkt benötigt, transportieren wir das auch per LKW. Bei den Waren, die wir befördern, besteht allerdings normalerweise kein Zeitdruck und dafür ist der Moselexpress ein hervorragendes Transportmittel.“

Innerhalb von einer halben Stunde liefern

Das Terminal in Trier ist bei ONE einer der wichtigsten Gründe für die Nutzung des Moselexpress. Hier können viele Container kosteneffizient untergestellt werden. „Die Container befinden sich ganz in der Nähe der Endbestimmung, nur sieben Kilometer von unserem Kunden entfernt. Früher mussten die angeforderten Container unter Berücksichtigung des Verkehrsaufkommens aus Rotterdam abgeholt werden“, erklärt Pijpers von ONE. „Heutzutage werden die Container in Trier verzollt und wenn der Kunde sie abruft, können wir in einer halben Stunde liefern.“ Auch Yusen Logistics ist aufgrund des Terminals in Trier jetzt schneller bei seinem Kunden in Luxemburg. „Wir sind von Trier aus wesentlich flexibler. Weil wir ganz in der Nähe sind, steht unserem Kunden die Ladung viel schneller zur Verfügung“ erzählt Braemer.

Grüner Transport

Der größte Vorteil beim Gütertransport mit dem Zug ist natürlich die Senkung des CO2-Ausstoßes. „Das Beste daran ist, dass weniger LKW fahren müssen. Das grüne Argument ist für uns ein wichtiger Grund, den Moselexpress zu nutzen“, erklärt Braemer. Auch unsere Kunden von ONE achten immer mehr auf ihren ökologischen Fußabdruck. Pijpers erläutert: „Indem wir die Container mit dem Zug befördern, reduzieren wir einerseits die CO2-Emissionen für die Strecke mit beladenen Containern, andererseits haben wir auch weniger Leerkilometer, weil wir nicht leer zurückfahren müssen.“ Das ist der dritte Vorteil des Moselexpress: Container können im Terminal in Trier abgestellt und für den Export wiedereingesetzt werden. Manche werden mit dem Zug voll wieder nach Rotterdam transportiert, andere gehen mit dem Binnenschiff weiter nach Bonn. „Dort warten viele Exportladungen, die dann wiederum per Binnenschiff zurück nach Rotterdam gebracht werden“, erklärt Pijpers.

Sowohl ONE als auch Yusen Logistics nutzen den Moselexpress seit Beginn 2017 fast wöchentlich. Der Zug kann auf jeder Fahrt 100 TEU befördern. Dienstags und freitags fährt der Moselexpress von Trier nach Rotterdam. Sonntags und mittwochs fährt er wieder zurück nach Trier.

Choose your language

The page is not available in chosen language.

Go to the front page