Energiewende
Pressemitteilung

Partner starten Finanzierung für Waste-to-chemistry-Projekt in Rotterdam

Ein Konsortium der Unternehmen Air Liquide, AkzoNobel Specialty Chemicals und Enerkem und des Hafenbetriebs Rotterdam hat einen Entwicklungsvertrag für die ersten Investitionen in eine hochmoderne Waste-to-chemistry-Anlage in Rotterdam geschlossen. Es soll die erste Anlage dieser Art in Europa werden, die eine nachhaltige Alternative zur Müllverbrennung darstellt, da sie Kunststoffabfall und gemischten Abfall zu neuen Rohstoffen für die Industrie aufbereitet.

Diese Investitionen – für das Detailengineering, die Gründung eines speziellen Joint Ventures und den Abschluss des Genehmigungsverfahrens – haben einen Umfang von € 9 Mio. Das Konsortium strebt an, die abschließende Investitionsentscheidung für das Projekt im Umfang von schätzungsweise € 200 Mio. zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr zu treffen und hat die Rabobank zur Beratung für den Finanzierungsprozess hinzugezogen.

Die Realisierung des Projekts wird vom niederländischen Ministerium für Wirtschaft und Klima unterstützt, das an neuen Mechanismen zur Förderung der Erweiterung der neuen Technologie arbeitet und damit den Wandel zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft fördert. Unterstützung bieten auch die Gemeinde Rotterdam, die Provinz Südholland und InnovationQuarter, die regionale Entwicklungsgesellschaft.

Mit der Anlage können 360.000 t Abfall zu 220.000 t oder 270 Mio. Litern „grünem“ Methanol aufbereitet werden. Das ist mehr als das jährliche gesamte Abfallaufkommen von 700.000 Haushalten und ermöglicht eine Verringerung der CO2-Emission um ca. 300.000 t.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für das Projekt und ein großer Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen und kreislaufwirtschaftlich ausgerichteten chemischen Industrie“, so Marco Waas, Geschäftsführer für Forschung, Entwicklung & Innovation bei AkzoNobel Specialty Chemicals und Vorsitzender des Konsortiums. „Der Vertrag kommt zu einem sehr geeigneten Zeitpunkt, wenn man sich die heutigen Herausforderungen im Bereich des Kunststoffrecyclings in Europa ansieht. Wir können nicht recyclebaren Abfall zu Methanol aufbereiten, einem wesentlichen Rohstoff für zahlreiche Alltagsprodukte wie etwa nachhaltigen Transportkraftstoff. Einerseits ist Methanol in bestehenden Zulieferketten als Ersatz für fossile Rohstoffe nutzbar und anderseits bietet es den Vorteil, dass keine CO2-Emission durch Abfallverbrennung entsteht.“

Die Anlage mit der exklusiven Technologie des kanadischen Unternehmens Enerkem wird im Botlek-Gebiet des Rotterdamer Hafens realisiert. Nicht recyclebarer gemischter Abfall wie u. a. Kunststoffabfall, wird zuerst zu Synthesegas und dann zu sauberem Methanol für die chemische Industrie und die Transportbranche verarbeitet. Methanol wird bislang meist aus Erdgas oder Kohle hergestellt. Die Fabrik wird mit zwei Fertigungslinien ausgestattet. Sie bieten die doppelte Kapazität der Großanlage von Enerkem in Edmonton, Kanada.
Die Anlage in Rotterdam profitiert von der hypermodernen Infrastruktur des Rotterdamer Hafens und von der Zusammenarbeit mit Air Liquide und AkzoNobel bei der Lieferung des erforderlichen Sauerstoffs und Wasserstoffs. AkzoNobel ist auch Abnehmer des „grünen“ Methanols.

Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam: „Dieses Waste-to-chemistry-Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Rotterdamer Industrie. Abfall wird zum Rohstoff für die chemische Industrie. Ein schöner Schritt vorwärts, der gut zu unserer Zielsetzung im Bereich der Kreislaufwirtschaft passt.“

Energiewende

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt sich gegen die Klimaveränderung ein und will eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Energiewende spielen. Senkung des CO2-Ausstoßes und effiziente Nutzung der Roh- und Reststoffe stellen für den Hafenbetrieb wichtige Aufgaben dar.

Nachhaltigkeit

Wir arbeiten an einem sicheren, gesunden und attraktiven Hafen und Umland. Wir möchten dem Klimawandel begegnen und zugleich dafür sorgen, dass das Hafengebiet weiterhin in hohem Maße zum Wohlergehen und zur Beschäftigung in den Niederlanden beiträgt.

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