Column

'Rotterdam ist die Startup-Stadt der Niederlande'

Rotterdam geht es gut. Was sage ich - gut? Fantastisch. New York Times, Wall Street Journal, Lonely Planet: Alle führen sie Rotterdam als eine der „Muss man gesehen haben“-Städte der Welt. Rotterdam wird wegen seiner Dynamik, seiner Atmosphäre, seiner Geschichte und seiner atemberaubenden Architektur bejubelt.
Aber auch wegen seiner fantastischen Startup-Kultur. In den Niederlanden haben wir oft Amsterdam als Startup-Zentrum vor Augen, aber ich wage zu behaupten, dass Rotterdam viel mehr zu bieten hat.

Rotterdam ist ein Sprungbrett für den Rest der Welt. Man muss hier hart arbeiten, aber wer wirklich will, bringt es auch weit.

Mare Straetmans, Managing Director PortXL

Auf der Hand liegende Gründe sind die niedrigeren Mietpreise und die Rotterdamer „Nicht jammern, sondern anpacken“-Mentalität. Aber das ist noch nicht alles. Rotterdam hat viele Kunden zu bieten. Startups beginnen mit einer Idee, aber zu einem Unternehmen werden sie erst, wenn auch ein Kunde da ist. Im Rotterdamer Hafen sind Dutzende von multinationalen Konzernen aktiv, die jedes Jahr über ein operationelles Budget von 12 Milliarden verfügen. Es wäre etwas gewagt, zu behaupten, dass das ganze Geld an Startups geht, aber sie können bestimmt ein Stück vom Kuchen abbekommen.

Und andernfalls können sie Investitionsfonds wie den First Dutch Port Fund mit einem Budget von 40 Millionen Euro in Anspruch nehmen. In den vergangenen Jahren wurde die Stadt um eine große Anzahl an Startup-Initiativen dieser Art bereichert. Es ist ein wahres Ecosystem entstanden, das sich junge Unternehmen zunutze machen können. Zu nennen wären etwa das Erasmus Centre for Entrepreneurship, YES!Delft, der Rotterdam Science Tower, Port Innovation Lab und natürlich PortXL. Die meisten Programme richten sich ganz spezifisch auf den maritimen, logistischen und industriellen Sektor. Vor kurzem eröffnete das Cambridge Innovation Centre (CIC) seine erste ausländische Niederlassung in Rotterdam. Das CIC will in den kommenden fünf Jahren etwa 550 innovative Unternehmen im Groot Handelsgebouw unterbringen. Die Eröffnung des CIC ergänzt die für Startups bereits bestehenden Einrichtungen perfekt und bestätigt, dass sie in Rotterdam genau richtig sind.

Einer der charakteristischsten Locations der Rotterdamer Startup-Welt ist das RDM-Gelände. Jedes Mal, wenn ich da bin, verblüffen mich die pulsierende Atmosphäre und die Innovationen. RDM ist die Drehscheibe der Welt. Das sind nicht meine Worte, das höre ich von Menschen, die ich begleite. Delegationen aus der ganzen Welt kommen hierher, um zu sehen, wie wir es machen. Und das bringt mich zu meiner Schlussüberlegung.

Ich will eigentlich gar keinen Vergleich mit Amsterdam anstellen. Wir sollten nicht mit Amsterdam konkurrieren müssen. Dazu sind die Niederlande zu klein. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen und uns den Rücken stärken. Ich vergleiche uns lieber mit dem Ausland. Zum Beispiel mit Singapur, einem Hafen, der in etwa die Kragenweite von unserem hat. Immer öfter statten Delegationen aus Singapur Rotterdam einen Besuch ab. Sie sind beeindruckt davon, was wir hier mit Startups machen. Überall schaut Singapur zu und lässt sich von uns inspirieren. Das sagt so einiges.

Am 1. November bricht für PortXL das zweite Jahr an. Ich bin sehr stolz auf die Ergebnisse aus dem ersten Jahr. Zwölf Startups, von denen fünf schon einen Kundenvertrag haben. Rotterdam ist ein Sprungbrett für den Rest der Welt. Man muss hier hart arbeiten, aber wer wirklich will, bringt es auch weit. Oder wie einer unser amerikanischen Teilnehmer es neulich formulierte, frei nach Frank Sinatras „New York, New York“: „If you can make it in Rotterdam, you can make it anywhere.“

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