Pressemitteilung

Rotterdamer Hafen erzielt Umschlagrekord mit Wachstum von 4,9%

Quelle: Hafenbetrieb Rotterdam

Beim Güterumschlag in Rotterdam war 2015 ein Anstieg von insgesamt 4,9% auf 466,4 Millionen Tonnen zu verzeichnen. Dieses beachtliche Wachstum lässt sich nahezu vollständig auf den Anstieg beim Umschlag von Rohöl und Ölprodukten zurückführen. Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam: “Der niedrige Ölpreis ermöglicht den Raffinerien hohe Gewinnspannen, sodass sie in großem Umfang Rohöl zur Raffination ordern. Dies gilt nicht nur für die Raffinerien in Europa, sondern auch für die in Russland. Letztere stellen relativ viel Heizöl her, das über Rotterdam in den Fernen Osten verschifft wird. Die Folge ist eine Zunahme des Umschlags von Rohöl um 8 % und von Ölprodukten um 18%.“

Obgleich das Wachstum des Umschlags im Hafen dieses Jahr durch das Öl bedingt ist, befindet sich der Hafen nach Ansicht von Castelein in einer Phase des Wandels: „Die Notwendigkeit, dem Klimawandel entgegenzuwirken, führt dazu, dass man sich im Hafen einerseits für Energieeffizienz einsetzt und anderseits für die Entwicklung nachhaltiger Energie und biobasierter Chemie. Rotterdam bietet bereits nun, einen der energieeffizientesten Raffinations- und Chemiecluster sowie den größten biobasierten Cluster der Welt. Wir sind bestrebt, eine führende Stellung einzunehmen." Beim Umschlag 2016 zielt der Hafenbetrieb darauf ab, das hohe Umschlagniveau von 2015 wieder zu erreichen.

Flüssiges Massengut
Beim Umschlag von Rohöl von 103,1 Millionen Tonnen, kam es zu einer Zunahme um 8,1%, und zwar bedingt durch den niedrigen Ölpreis. Der An- und Abtransport von Ölprodukten erhöhte sich um 18,0% auf 88,5 Millionen Tonnen . Auβer einer starken Zunahme des Umschlags von Heizöl wurden mehr Gasöl und Diesel für den europäischen Markt antransportiert. Beim Umschlag von Flüssigerdgas (LNG) kam es zu einer Zunahme von 91,3%. Absolut gesehen ist dies mit 2,3 Millionen Tonnen jedoch noch ein kleines Segment. Die Flüssigerdgaspreise im Fernen Osten sind erheblich zurückgegangen und jetzt mit denen in Europa vergleichbar, sodass sich beim Gas ein höheres Handelsvolumen ergab und mehr Gas in unsere Region verschifft wird. Bei der Kategorie des sonstigen flüssigen Massenguts kam es zu einem Rückgang um 0,5% , von insgesamt 30,8 Millionen Tonnen. Dies ist eine Summe verschiedener Ladungsarten. So wurden weniger Chemieprodukte umgeschlagen, gegenüber mehr Palmöl und Dieselöl. Insgesamt wurden 10,9% mehr flüssiges Massengut in Rotterdam abgefertigt. Da der Gesamtumschlag zu 48% aus flüssigem Massengut besteht, ist dieses Segment in hohem Maße für den Gesamtumschlagwert ausschlaggebend.

Trockenes Massengut
Beim Umschlag von Erzen und Schrott war ein Rückgang um 0,6% von insgesamt 33,9 Millionen Tonnen zu verzeichnen. Die Nachfrage nach Stahl nahm zwar geringfügig zu, wurde jedoch durch den Import von preisgünstigem chinesischem Stahl ausgeglichen. Der Umfang des Kohleumschlags erhöhte sich um 1,0% auf 30,7 Millionen Tonnen. Der Antransport von Kohle besteht in Rotterdam zu ca. 40% aus Kokskohle, die in Hochöfen eingesetzt wird und zu 60% aus Kohle für Stromkraftwerke. Der Hauptanteil wird in Deutschland verbraucht. Die Nachfrage nach Kraftwerkskohle war in Deutschland durch die Zunahme von Solar- und Windenergie rückläufig. In den Niederlanden ergab sich durch die Inbetriebnahme von zwei neuen Kraftwerken auf der Maasvlakte eine höhere Nachfrage. Darüber hinaus sorgte die Konzentration des Antransports von Kokskohle in Rotterdam für ein etwas größeres Umschlagvolumen. Infolge guter Ernten kam es zu einem geringeren Import von Ölsaaten und Viehfutter, wodurch der Umschlag von Agrarmassengut um 3,8% mit insgesamt 10,8 Millionen Tonnen zurückging. Die Menge des sonstigen trockenen Massenguts verringerte sich um 3,9% mit 12,3 Millionen Tonnen, da weniger Baustoffe und Mineralien eingeführt wurden. Dagegen wurde mehr Flugasche, ein Reststoff von Kohlekraftwerken, in die USA abgeführt. Insgesamt kam es beim trockenen Massengut zu einem Rückgang von 1,0 %.

Container
Beim Umschlag von Containern war ein Rückgang um 0,5% insgesamt 12,2 Millionen Tonnen in TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, Standardcontainer) und 1,1% mit 126,3 Millionen Tonnen in Gewicht feststellbar. In der erste Hälfte des Jahres war der Umschlag 6,2 Millionen TEU und in der zweiten Hälfte des Jahres 6,0 Millionen TEU. Dennoch stieg das nach Asien transportierte Volumen - der weitaus umfangreichste Handelsstrom - in Bezug auf ganz 2015 um 2 %. Der Transport von Containern von und nach Latein- und Nordamerika verringerte sich. Innerhalb Europas kam es beim Transport zur iberischen Halbinsel und Großbritannien zu einer Zunahme. Die starke britische Wirtschaft ist auch ein wichtiger Grund für das Anziehen des Roll-on-roll-off-Verkehrs (Ro-ro) über die Nordsee. Ein weiterer Aspekt war, dass es beim Transport über Calais zu Behinderungen durch Streiks, die Flüchtlingsproblematik und Störungen am Tunnel unter dem Kanal kam. Der Ro-ro-Verkehr nahm um 10,1% mit 22,0 Millionen Tonnen zu. Beim sonstigen Stückgut war ein Rückgang um 5,5% , dies sind insgesamt 5,7 Millionen Tonnen, zu verzeichnen. Als Hauptgrund ist der einmalige Antransport einer Reihe von Containerkränen in 2014 anzuführen. Ro-ro und sonstiges Stückgut bilden zusammen die Kategorie Massenstückgut. Hier kam es zu einer Zunahme um 6,5 %.

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