Innovation
Column

Sehr intelligent ist jemand, der weiß, was er noch nicht weiß

Dünung #2

In Rotterdam versuchen wir stets die Frage zu beantworten, wie man Dinge im Hafen intelligenter, effizienter und nachhaltiger gestalten kann. Wie gehen die Partner im Hafen dabei vor, und was hätten sie selbst cleverer machen können bzw. wie hätten sie das tun können?

Mark Oosterveer ist Programmmanager bei iTanks

Mark Oosterveer portretfoto

Mark Oosterveer

Eine Frage zum eigenen Thema oder Problem zu stellen und die Stärke des Netzwerks zu nutzen, um eine Lösung zu finden, zeugt von Intelligenz und genau darum geht es.

Mark Oosterveer, iTanks

„Der Hafen von Rotterdam ist für mich der Ort, wo Ambitionen, Innovation, harte Arbeit und manchmal tolle Geschichten auf einer Art industriellem Marktplatz zusammenkommen. Viele Leute kennen einander schon oder haben von den beim Nachbarn aktuell laufenden Projekten gehört. Die Kommunikationslinien sind kurz - und daher kann man einander schnell finden. In der Welt, in der ich tätig bin - der Welt der Industrie- und Unternehmensdienstleistungen - sieht man, dass die Akteure bei dem einen Projekt Konkurrenten von einander sind, während sie bei einem anderen Projekt Vertragspartner von einander sind. Stets dreht sich alles um den Kunden und sein Projekt.

In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Wartungsverträge und Großprojekte in der Industrie stark erhöht. Und zwar so stark, dass Firmen eifrig auf der Suche nach Arbeitnehmern sind, damit sie die ihnen erteilten Aufträge ausführen können. Dabei es ist es egal, ob es sich um reguläre Jobs oder Großprojekte handelt - an so mancher Stelle entstehen Engpässe. Und wenn die erforderlichen Mitarbeiter nicht zu finden sind, muss die Arbeit anders, intelligenter oder weniger häufig erledigt werden. Dabei können Innovationen für Abhilfe sorgen.

Auftraggeber und Unternehmer werden immer wieder mal mit Themen konfrontiert, die von der Konjunktur abhängen. Und dabei sorgen wirtschaftlicher Gegen- sowie Rückenwind für jeweils ganz eigene Herausforderungen. Das reicht von: „Wie schalten wir vorübergehend eine Fabrik ab - das heißt, wie kann man sie am besten einmotten, weil wir nichts mehr produzieren?“ bis hin zu: „Wie kann ich die Arbeit automatisieren bzw. Robotern übertragen, da ich keine neuen Mitarbeiter finden kann“. Und das einschließlich all dessen, was zwischen diesen Extremen liegt.

Ich habe den Eindruck, dass Firmen in der gesamten Lieferkette in den letzten Jahren auch offener geworden sind, wenn es darum geht, sich über diese Art von Themen auszutauschen. Dazu braucht es Courage, seine eigenen Schwächen aufzuzeigen - wenn man so sagen will. Doch ist es meiner Ansicht nach gerade ein Zeichen von Intelligenz, zu wissen, was man noch nicht weiß und von da aus nach der Antwort zu suchen. Dabei kann es sich um eine technische Frage oder ein Arbeitsmarktthema handeln. Wenn jemand ein Problem hat, ist es häufig so, dass sich jemand anders schon Gedanken dazu gemacht hat.

Bei den Meetings, die wir bei iTanks für unser Netzwerk organisieren, sorgen wir unter unseren Partnern für Verbindung und Innovation. Gern stellen wir unserem Netzwerk eine Plattform für neue Ideen zur Verfügung und versuchen, Partnern bei der Lösung von Fragen behilflich zu sein. Damit geht die Herausforderung einher, das Ganze konkret und messbar zu belassen. Wir produzieren keine zentimeterdicken Analysen, sondern liefern einen echten Beweis dafür, dass etwas möglich ist oder aber nicht möglich ist. Meines Erachtens ist es dabei wichtig, klein und erweiterungsfähig zu beginnen. Wenn das Projekt nicht gelingt,

scheitert es im kleinen Rahmen und dann haben wir etwas gelernt. Wenn es gelingt, kann man es in wenigen Schritten erweitern.

Eines der Projekte, das mir dabei in den Sinn kommt, ist die Zusammenarbeit mit Deltalinqs, Port of Rotterdam, der Stadt Rotterdam, Innovation Quarter und iTanks. Ende 2018 haben wir ein gemeinsames Weihnachtsfrühstück auf der U-Boot-Werft bei RDM Rotterdam organisiert. Dabei stellten fünf Akteure aus der Region der Öffentlichkeit ein aktuelles Thema vor. Vopak, ECT, Port of Rotterdam, die Stadt Rotterdam und 4Shipping präsentierten jeweils eine eigene Herausforderung. Danach konnte man - mit oder ohne Kenntnis der Sachlage - über die Lösung mitdenken. Und das ist ein intelligenter Schachzug! Anschließend haben wir uns angesehen, welche Ideen wirklich realisierbar sind und wer an diesen teilnehmen möchte.

Seitdem haben wir mehrere Folgeveranstaltungen organisiert. Manchmal fanden wir heraus, dass die eine Lösung greifbar nahe war und die andere noch in weiter Ferne lag. Aber eine Frage zum eigenen Thema oder Problem zu stellen und die Stärke des Netzwerks zu nutzen, um eine Lösung zu finden, zeugt von Intelligenz und genau darum geht es.“

Innovation

Rotterdam möchte der intelligenteste Hafen der Welt werden. Um unsere Spitzenposition zu behalten, müssen wir kontinuierlich innovieren. Innovation ist ein entscheidendes Mittel, um die geplanten Veränderungen bei der Energiewende und der Digitalisierung in Rotterdam zu realisieren.

Möchten Sie über die Entwicklungen im Hafen auf dem Laufenden gehalten werden?

Melden Sie sich dann für unseren Newsletter an.

Choose your language

The page is not available in chosen language.

Go to the front page