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Seminar „Waste to Chemicals“: auf dem Weg zu einem nachhaltigen Chemieindustrie-Cluster in Rotterdam

Das Konsortium Waste to Chemicals (W2C) organisiert am 6. Dezember ein Seminar. Die Partner Air Liquide, Nouryon, Enerkem und der Hafenbetrieb Rotterdam arbeiten seit 2016 gemeinsam an der Entwicklung einer fortschrittlichen „Waste-to-chemicals“-Anlage. Diese Anlage verarbeitet nicht recyclingfähigen Abfall zu Chemikalien und Biokraftstoffen und bietet damit eine nachhaltige Alternative zur Abfallverbrennung.

Am Donnerstagnachmittag, dem 6. Dezember, organisiert das Konsortium W2C ein Seminar im Hotel Bruno (Wilhelminapier, Rotterdam). In diesem Seminar wird der Status der Realisierung der Anlage erläutert und das Konsortium teilt das gesammelte Fachwissen und seine Erfahrungen mit anderen interessierten Partnern.
„Dieses Projekt kann einen enormen Einfluss auf die Wirtschaft und die Beschäftigung haben“, sagt Marco Waas, Geschäftsführer RD&I bei Nouryon (ehemals AkzoNobel Specialty Chemicals) und Moderator des Seminars.

Anlage können die Niederlande im Jahr 2050 zu einem großen Teil unabhängig von fossilen Rohstoffen und dem Ölmarkt werden. Wie können und wollen andere interessierte Partner dazu beitragen? Das ist es, was wir im Seminar ausloten möchten“, meint Marco Waas.
Das Konsortium kommt gerne ins Gespräch mit interessierten Unternehmen, Behörden, Branchenorganisationen, Forschungsinstituten und Wissenszentren, die auch zur Energiewende beitragen möchten.

Enormer Einfluss auf die Wirtschaft

Das W2C-Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen Chemieindustrie-Cluster in Rotterdam. Marco Waas: „Die Anlage bietet eine nachhaltige Alternative zur Abfallverbrennung. Sie wandelt nicht recyclingfähigen Abfall in Chemikalien und Biokraftstoffe um. Dieses Projekt kann einen enormen Einfluss auf die Wirtschaft und die Beschäftigung haben, die Entwicklung der zirkulären Wirtschaft bekommt dadurch einen großen Schub. Das Projekt betrifft jedoch auch den Aufbau einer neuen Wertschöpfungskette für die Unternehmen. Es gibt so viele Partner, die einen Beitrag leisten können oder damit zu tun bekommen. Mit allen diesen Beteiligten möchten wir gerne über ihre Ideen und Erwartungen sprechen.“

Auf allen Niveaus

Für wen ist das Seminar interessant? Marco Waas: „Das Seminar ist vor allem für die Personen und Unternehmen gedacht, die sich bereits in der Abfallbranche bewegen sowie für Unternehmen des Chemiesektors. Oder für Unternehmen, die einen Beitrag leisten möchten und können, zum Beispiel zur Verbesserung der Prozessautomatisierung oder präventiver Wartung der Anlage. Es können technische Start-up-Unternehmen, aber auch Universitäten bzw. andere wissenschaftliche Institute oder Branchenorganisationen sein. Auch für Behörden ist es sicherlich eine interessante Frage, wie man so ein Projekt auf die Beine stellt. Es umfasst nämlich so viele unterschiedliche Sektoren und betrifft alle Niveaus. Technisch ist das Projekt herausfordernd und ausführbar - die echte Herausforderung liegt jedoch darin, es tatsächlich in einer solchen Größenordnung zu realisieren, bei der es rentabel ist. Wie sorgt man dafür, die Unternehmen mit den richtigen Anreizen zur Teilnahme zu bewegen? Das hat auch mit Politik zu tun. Deswegen ist das Seminar auch für Mitarbeiter lokaler, regionaler und sogar landesweiter Behörden interessant.“
In den letzten Jahren hat das Konsortium viel erreicht und viel Fachkenntnis gesammelt. Im Seminar teilt das Konsortium W2C sein Wissen, seine Erfahrungen und seine Vision.
Das Seminar beginnt mit Rednern von Nouryon, Enerkem, dem Hafenbetrieb Rotterdam und der Gemeinde Rotterdam. Anschließend wird es drei Workshoprunden zu den Themen „Governance der Energiewende“, „Technische Herausforderungen“ und „Wertschöpfung im Abfall-Cluster“ geben.

Warum sollte man unbedingt teilnehmen? Marco Waas: „Es ist ein so ikonisches Projekt, eine öffentlich-private Partnerschaft, im Herzen zirkulärer Wirtschaft. Es ist keine einfache Materie, das Seminar vermittelt einen guten Einblick. Allen, die mitdenken, mitreden und mitentwickeln möchten, sage ich auf jeden Fall: Kommen Sie zum Seminar!“

Die W2C-Anlage

Die Anlage kann jährlich 360.000 Tonnen Abfall verarbeiten. Das ist mehr, als die Menge, die 700.000 Haushalte produzieren. Aus dieser Menge produziert die Anlage 220 Millionen Tonnen bzw. 270 Millionen Liter „grünes“ Methanol (aus nicht fossilen Quellen). Es bedeutet eine Senkung der CO2-Emission um ca. 300.000 Tonnen. Der Abfall wird zuerst zu Synthesegas und dann zu sauberem Methanol verarbeitet. Es kann für die chemische Industrie und den Transportsektor eingesetzt werden. Methanol ist ein wichtiger Rohstoff für Kunststoffe sowie ein nachhaltiger Transportkraftstoff. Gegenwärtig wird Methanol hauptsächlich aus
Erdgas und Kohle gewonnen.

EFRE

Das W2C-Projekt wird vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union mitfinanziert. Das Programm „Chancen für den Westen II“ ist darauf ausgerichtet, der Wirtschaft einen zusätzlichen Impuls zu geben. Dabei haben die Verbesserung des Unternehmensgründungsklimas, Innovation beim Mittelstand und eine kohlenstofffreie Wirtschaft Priorität.

Energiewende

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt sich gegen die Klimaveränderung ein und will eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Energiewende spielen. Senkung des CO2-Ausstoßes und effiziente Nutzung der Roh- und Reststoffe stellen für den Hafenbetrieb wichtige Aufgaben dar.

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