Innovation
Column

So logisch, warum gibt es so etwas noch nicht?

Dünung #8

In Rotterdam suchen wir kontinuierlich eine Antwort auf die Frage, wie man den Hafen intelligenter, effizienter, besser und nachhaltiger gestalten kann. Wie gehen Partner im Hafen mit diesem Aspekt um, weshalb und was hätten sie selbst besser machen können?

„Die Idee ist so logisch, dass ich mir beinahe nicht vorstellen kann, dass es so etwas im intelligentesten Hafen von Europa noch nicht gibt.“ So äußert sich Wouter Groen, Manager Nextlogic, über die integrale Planung für die Abfertigung der Containerbinnenschifffahrt im Rotterdamer Hafen.

Wouter Groen Nextlogic

Wouter Groen, manager Nextlogic

Während meines Studiums an der Technischen Hochschule habe ich festgestellt, dass kein echter Techniker in mir steckt. Ich wechselte zum Studiengang Technisches Management - und da war ich an der richtigen Stelle. Die Kombination aus Technik, Abläufen und Entscheidungsfindung läuft auch bei Nextlogic zusammen. Ich bin der Ansicht, das der Rotterdamer Hafen seine Wettbewerbsposition mit Nextlogic in intelligenter Weise wieder ein Stück voranbringt Wenn wir jetzt über einen Zeitraum von drei Jahren zurückschauen, können wir uns nicht mehr vorstellen, wie man je ohne Nextlogic hat arbeiten können.

Wenn wir jetzt über einen Zeitraum von drei Jahren zurückschauen, können wir uns nicht mehr vorstellen, wie man je ohne Nextlogic hat arbeiten können.

Wouter Groen, Nextlogic

Gute Planung von den Kais aus

„Das Konzept für Nextlogic entstand aus der Idee, dass die Abfertigung bei der Containerbinnenschifffahrt verbessert werden musste: Es gab und gibt noch immer einen großen Bedarf an einem effizienteren Ablauf im Hinblick auf die Planung von den Kais. In Rotterdam werden jährlich 2.500.000 Container auf Binnenschiffe geladen und/oder von diesen abgeladen. Dafür müssen ungefähr 18.000 Schiffe im Hafen anlegen. Manche Terminals teilen mit, dass 10 % der geplanten Kaikapazität letzten Endes nicht genutzt werden. Dies geschieht beispielsweise aufgrund einer Änderung in der Planung oder einer Verzögerung. Das ist schade, denn dann steht schon ein Kran zur Verfügung und eine Mannschaft ist eingeteilt worden. In dieser Zeit könnten somit noch viel mehr Container umgeschlagen werden, wodurch die Schiffe schneller bedient werden können.“

Bizarre Situation

„Einer der Binnenschifffahrtsbetreiber beschrieb sehr treffend, wie bizarr die derzeitige Situation eigentlich ist. Seine Disponenten beschäftigen sich 20 % ihrer Zeit mit der Erstellung von Planungen für die Containerbinnenschiffe, die für sie unterwegs sind. Und 80 % ihrer Zeit bringen sie damit zu, dieselben Planungen anzupassen und zu korrigieren! Eine Arbeitsmethode, die Binnenschifffahrtsbetreiber, Terminals und Leerdepots offenbar akzeptiert haben, aus der jedoch vor allem eine große Ineffizienz hervorgeht. Die Geschäftsparteien teilen ebenfalls mit, dass sie beim Korrigieren besser als ihre Konkurrenten seien. Und dass sie daraus ihren Vorteil ziehen ... „In der Lage zu sein, Störungen besser zu bewältigen als der Konkurrent, das sollte meiner Ansicht nach nicht das geeignete Differenzierungsmerkmal sein.“

Die Lösung: integrale Planung

„Mit Nextlogic arbeiten wir nun seit fünf Jahren an einer Lösung. Nach intensiver Abstimmung mit den Partnern der Lieferkette scheint die integrierte Planung, anhand eines digitalen Systems aller Besuche von Binnenschiffen an den einzelnen Terminals, die gesuchte Lösung zu sein. Nextlogic muss letzten Ende für ungefähr 200 Binnenschiffe und 15 Umschlagstandorte in Rotterdam die tägliche Planung bewerkstelligen können. Das ist eine echte Herausforderung, denn es erfordert Beteiligung und Engagement seitens der Partner der Lieferkette. Sie trennen sich von einem Teil ihrer Autonomie - und das finden diese Unternehmen ziemlich spannend.“

„Die integrale Planung von Nextlogic befindet sich derzeit in der Testphase. Nur so viel: Die ersten Ergebnisse sind positiv. Zum ersten Mal gibt es ein Gesamtbild aus Angebot und Nachfrage, und das ist wirklich noch nie dagewesen. Die Idee ist so logisch, dass ich mir beinahe nicht vorstellen kann, dass es so etwas im intelligentesten Hafen von Europa noch nicht gibt. Natürlich ist mir bewusst, dass fundamentale Systemveränderungen dieser Art enorm komplex sind und daher bei den Unternehmen Geduld und Durchhaltevermögen erforderlich sind. Der Trick besteht dann darin, sich die stetige Aufmerksamkeit zu sichern und so viele Marktteilnehmer wie möglich teilhaben zu lassen. Nextlogic funktioniert nun einmal besser, je mehr Unternehmen sich daran beteiligen. Die derzeitige Planung sieht so aus, dass wir in der ersten Hälfte des Jahres 2020 unser Go-Live erleben werden. Ich strebe dabei an, dass wir mit 70 % der Marktpartner an den Start gehen. Was mir vorschwebt, ist wirklich ein Big Bang!

Ich strebe an, dass wir mit 70 % der Marktpartner an den Start gehen. Was mir vorschwebt, ist wirklich ein Big Bang!

Wouter Groen, Nextlogic

Von der Idee zur Realität

„Ich bin ein zielorientierter Mensch. Wenn es nach mir ginge, hätte Nextlogic schon früher funktionieren müssen. Letztes Jahr habe ich ein Haus gekauft, das noch gebaut werden musste. Dabei kommt in mir dasselbe Gefühl auf. Ich habe mir schon so oft die Zeichnungen angeschaut. Ich kenne das Haus in- und auswendig, aber derzeit ist es nur als Zeichnung vorhanden. Jetzt, wo der Bauunternehmer, der mein Haus baut, mit der Übergabe anfängt und alles Form annimmt, wird das Bild, das ich in meinem Kopf hatte, Realität. Mir wird bewusst, dass das nun auch bei Nextlogic geschieht. Teile des Systems werden inzwischen genutzt, und die Geschäftspartner sind ganz begeistert. In der kommenden Zeit wird alles, was bislang nur auf dem Papier vorhanden war, in die Tat umgesetzt. Es ist schon toll, das mitzuerleben!“

Innovation

Rotterdam möchte der intelligenteste Hafen der Welt werden. Um unsere Spitzenposition zu behalten, müssen wir kontinuierlich innovieren. Innovation ist ein entscheidendes Mittel, um die geplanten Veränderungen bei der Energiewende und der Digitalisierung in Rotterdam zu realisieren.

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