Column

Stolz auf unsere Industrie

KOLUMNE Allard Castelein, Chief Executive Officer Hafenbetrieb Rotterdam

„Auf unsere Industrie dürfen wir wirklich stolz sein. Die Industrie in und um Rotterdam sorgt für Arbeitsplätze, ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und stellt Produkte her, die wir alle tagtäglich verwenden. Man sollte also annehmen, dass wir mit dieser Industrie pfleglich umgehen. In Diskussionen über das Klimaschutzabkommen merke ich jedoch, dass die Industrie nicht immer die ihr zukommende Wertschätzung erhält. Vor allem bei der Frage, wer die Rechnung bezahlt, wird allzu einfach auf die Industrie gezeigt.“

Press Photo Allard Castelein

Foto: Ernst Bode

„Die Niederlande sind eine offene Volkswirtschaft. Die Industrie hängt zu einem Großteil vom Export ab. Wenn die Niederlande als einziges Land eine beträchtliche Kohlendioxidsteuer einführen, dann schneidet sich unser Land damit ins eigene Fleisch. Aus diesem Grunde muss man, gemeinsam mit anderen (nordwest-)europäischen Ländern, einen höheren CO2-Preis oder eine höhere Kohlendioxidsteuer einführen. Und dass solch ein höherer CO2-Preis im Rahmen der Energiewende erforderlich ist, steht außer Frage. Derzeit kostet das Recht, eine (1) Tonne CO2 ausstoßen zu dürfen, die Industrie € 20. Dieser Preis muss auf € 50 bis € 70 erhöht werden. Dann nämlich werden sich neue Technologien rentieren und wird die Energiewende eine Beschleunigung erfahren.

Es ist so, dass Unternehmen in Rotterdam gern in die Senkung von CO2 investieren möchten. Wenn jedoch ihre Konkurrenten andernorts das nicht tun, dann machen sich die niederländischen Unternehmen selbst wettbewerbsunfähig. Wie sieht die Lösung aus? Es geht darum, im internationalen Rahmen an einem höheren CO2-Preis zu arbeiten und in der Zwischenzeit in den Niederlanden ein so genanntes Bonus-Malus-System einzuführen, wie es im Konzept zum Klimaschutzabkommen vorgeschlagen wurde. Demzufolge bezahlt derjenige, der nicht modernisiert, ein „Bußgeld“ und werden Unternehmen, die wegweisend sind, belohnt. Und inzwischen müssen wir Investitionen in die Infrastruktur vornehmen, wodurch wir es Unternehmen ermöglichen, umweltgerechter tätig zu sein: beispielsweise mithilfe von Fernwärmenetzen, Infrastruktur für CO2, Offshore-Wind und Wasserstoff.

Gerade die Tatsache, dass wir hier über einen so großen, starken und effizienten Industrie-Cluster verfügen - auf den wir wirklich stolz sein können - führt dazu, dass sich Rotterdam bei diesem Übergang in einer soliden Ausgangsposition befindet.“

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