Pressemitteilung

Umschlag des Rotterdamer Hafens wächst um 1 %

Erheblich mehr Container umgeschlagen (+5,8 %), weniger Ölprodukte (-8,1 %)

Der Umschlag im Rotterdamer Hafen hat 2014 auf 445 Mio. t zugenommen. Die verschiedenen Marktsegmente haben dabei sehr unterschiedlich geleistet. Besonders hohe Zuwächse sind dabei im Containerbereich mit einem Plus von 5,8 % (beim Volumen) sowie im Stückgutbereich mit einem Anstieg von 12,1 % zu verzeichnen. Der stärkste Rückgang ist mit 8,1 % beim Umschlag von Ölprodukten feststellbar. Beim Rohöl, das den Hafen passierte, gab es eine Zunahme um 4,8 %. Beim Umschlag von Trockenmassengut kam es zu einem Rückgang von 0,7 %. Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam: „Für 2015 erwarten wir beim Umschlag das gleiche Wachstum wie im vergangenen Jahr: 1 %. Auch dieses Jahr wird das Wachstum voraussichtlich primär im Containerbereich realisiert. In den nächsten Jahren werden wir die vorhandenen umfangreichen Sparten im Hafen weiter fördern, doch zugleich setzen wir stark auf Innovation und eine breitere Fächerung der Aktivitäten im Hafen. Wir benötigen beides für eine gesunde Zukunft.“

Castelein ging während dieser jährlichen Präsentation auch auf die Herausforderungen für den Hafen ein. „Sowohl im Energie- und im Chemiebereich als auch bei der Logistik sehen wir große Veränderungen“, so Allard Castelein. „Damit der Hafen auch langfristig eine starke Stütze für unseren Wohlstand ist, arbeiten wir mit der Wirtschaft an Innovationen und einer breiteren Fächerung der Aktivitäten im Hafen. Das sieht man jetzt bereits an der Zunahme der Offshore-Aktivitäten, aber auch an einer weiteren nachhaltigen Gestaltung des Energie- und Chemiesektors. Wir setzen auf eine Effizienzsteigerung in der Industrie sowie auf die Entwicklung der biobasierten Industrie. Für den Containersektor ist vor allem die Entwicklung des Bahntransports nach Mitteleuropa von großer Bedeutung. Dieses Jahr arbeitet man bei den neuen Containerterminals auf der 2. Maasvlakte noch intensiv daran, alles in Betrieb zu nehmen; ab 2016 kommt real noch Kapazität für weiteres Wachstum hinzu.“

Minimaler Rückgang bei Trockenmassengut

Beim Umschlag von Trockenmassengut kam es 2014 zu einem Rückgang um 0,7 % auf 88,6 Mio. t. Bei der deutschen Stahlindustrie gab es im vergangenen Jahr eine Kapazitätsauslastung von 87 %. Unter anderem bedingt durch die Renovierung von Hochöfen in Deutschland wurden 5,2 % weniger Erze und Schrott in Rotterdam umgeschlagen. Beim Kohleumschlag war ein Rückgang von 0,9 % zu verzeichnen. Obgleich der Umschlag von Kokskohle für die Stahlindustrie in der Regel dem Umschlag von Erzen und Schrott entspricht, nahm er 2014 aufgrund der Konzentration der Zuführung über Rotterdam zu. Dieser positive Effekt wurde allerdings reichlich dadurch kompensiert, dass weniger Kohle für Kraftwerke erforderlich war, und zwar bedingt durch den milden Winter sowie durch die verstärkte Erzeugung erneuerbarer Energie in Deutschland. Beim Umschlag von Agrarmassengut kam es zu einem Anstieg von 9,2 %, vor allem weil mehr Weizen exportiert und zugleich mehr Mais und Soja importiert wurde. Zur Kategorie des sonstigen Trockenmassenguts gehören vor allem Rohstoffe für den Bau und die Industrie. Beim Umschlag dieser Güter war eine Zunahme von 6,8 % feststellbar, insbesondere bedingt durch die anziehende Weltwirtschaft.

Rückgang bei flüssigem Massengut

Beim Umschlag von flüssigem Massengut war ein Rückgang von 2,1 % auf 202,5 Mio. t zu verzeichnen. Dieses Marktsegment hat einen Anteil von 45 % am Gesamtumschlag in Rotterdam, sodass sich ein begrenzter Rückgang in erheblichem Maße auf die Gesamtumschlagzahl auswirkt. Beim Umschlag von Rohöl kam es zu einer Zunahme von 4,8 %. Bei den Raffinerien gab es weniger Wartungsstopps und einen höheren Auslastungsgrad. In der Kategorie der Mineralölprodukte war 2014 mit 8,1 % die stärkste Verringerung zu verzeichnen. Bedeutende Faktoren sind die Konkurrenz durch neue Tankterminals in anderen Häfen sowie eine Abnahme des Naphta-Umschlags. Naphta ist ein wichtiger Rohstoff für die Chemieindustrie. Dieser Sektor ist in Europa schwierigen Marktbedingungen ausgesetzt. Übrigens war der Umschlag von Ölprodukten in den vergangenen 10 Jahren von einem starken Wachstum gekennzeichnet: 2014 wurden trotz des Rückgangs noch immer mehr als zweimal so viele Mineralölprodukte umgeschlagen wie 2004. Der Umschlag von Flüssiggas ist vom Umfang her noch bescheiden (1,2 Mio. t), entwickelt sich aber mit einem Wachstum von 59,5 % rasant. Erklären lässt sich dies vor allem durch den Rückexport von Flüssiggas. Zur Kategorie des sonstigen flüssigen Massenguts gehören insbesondere chemische Produkte. Der Rückgang von 7,4 % lässt sich hauptsächlich durch die schwierige Konkurrenzsituation der europäischen chemischen Industrie gegenüber der Chemieindustrie in Übersee erklären. Energie und Rohstoffe sind an anderen Orten der Welt wesentlich günstiger.

Erheblicher Zuwachs im Container- und Stückgutbereich

Beim Umschlag von Containern kam es zu einer Zunahme von 5,8 % auf 12,3 Mio. TEU (Mengen) und um 5,2 % auf 127,6 Mio. t (Gewicht). Die starke Zunahme lässt sich durch eine Kombination verschiedener Faktoren erklären. Die Wirtschaft zieht sowohl in der Eurozone als auch im Vereinigten Königreich an. Im Zuge dieser Entwicklung nahmen insbesondere die Deepsea-Volumen auf den Schifffahrtsrouten von Asien und Nordamerika zu. Außerdem zeigen sich die ersten Auswirkungen der Maßstabsvergrößerung in der Containerschifffahrt: Rotterdam ist ein attraktiver Hafen für die zunehmend größer werdenden Schiffe.

Die Kategorie Stückgut umfasst eine Kombination von Roll on/Roll off (RoRo)-Verkehr und sonstigem Stückgut. Beim Umschlag in dieser Kategorie gab es einen Zuwachs von 12,1 % auf 26,0 Mio. t. Der RoRo-Verkehr nahm um 8 % zu, vor allem durch die anziehende britische Wirtschaft. In der Kategorie des sonstigen Stückguts schnitten insbesondere Stahl, Nichteisenmetalle und Projektladung gut ab. Der Bereich des sonstigen Stückguts, der jahrelang eine rückläufige Tendenz aufwies, weil zunehmend mehr Ladung in Containern transportiert wurde, schnitt mit einem Wachstum von 28 % außergewöhnlich gut ab.

Foto: Ries van Wendel de Joode

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