Energiewende

Untersuchung der Möglichkeiten zur Nutzung ultratiefer Erdwärme in den Niederlanden beginnt

23 Oktober 2018
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Die nächste Phase in der Erkundung ultratiefer Erdwärme (Geothermie) ist erreicht. Sechs Konsortien haben einen entsprechenden Kooperationsvertrag zur Umsetzung des Erforschungsarbeitsprogramms „Exploratie Werkprogramma“ für ultratiefe Geothermie unterzeichnet. Im Rahmen des Forschungsprogramms Green Deal UDG arbeiten Behörden und private Partner zusammen, um die Chancen und Möglichkeiten für ultratiefe Erdwärme in den Niederlanden zu erforschen.

Wärmerohrleitungen
Foto: AVR

Erdwärme ist eine aussichtsreiche Technologie zur CO2-neutralen Gestaltung des Wärmebedarfs in den Niederlanden, passend zu den Zielsetzungen des Klimaübereinkommens. Im Boden ist warmes Wasser in Sand- und Gesteinsschichten gespeichert. Je tiefer in der Erde, desto wärmer wird es. Jeden Kilometer tiefer wird es etwa 30 °C wärmer. Die Energie in diesem warmen Wasser wird als Erdwärme oder Geothermie bezeichnet. Das Wasser kann hochgepumpt und die Wärme genutzt werden. Im Unterglasanbau wird Erdwärme bereits sehr erfolgreich eingesetzt und der Anteil der Erdwärme nimmt schnell zu. Erdwärme kann jedoch auch bei der Beheizung von Wohnhäusern und Gebäuden eine Rolle spielen. Auch ein Teil der Industrie könnte Erdwärme für ihren Wärmebedarf nutzen. Zu diesem Zweck muss in größerer Tiefe Erdwärme gewonnen werden, wo hohe Temperaturen herrschen. Erdwärme kann auf Dauer etwa 30 % des gesamten Wärmebedarfs decken. Erdwärme ist also eine relevante Technologie zur Erreichung der Klimaziele und trägt zur Energiewende bei.

Der niederländische Staat unterstützt die Entwicklung der Nutzung von Erdwärme und fördert die Erforschung der Möglichkeiten von Erdwärme in verschiedenen Tiefen. Im Juni 2017 unterzeichneten sieben Konsortien gemeinsam mit dem Staat, EBN und TNO den sog. Green Deal Ultratiefe Geothermie (UDG), um die Kenntnisse über und für ultratiefe Erdwärme (Wärmegewinnung in über 4 km Tiefe) in den Niederlanden zu erweitern. Die Konsortien UDG Leeuwarden, GOUD (Utrecht), UDG Renkum, Geothermie Oost Brabant, UDG Schiedam und UDG Haven Rotterdam setzen jetzt den nächsten Schritt zur gemeinsamen Fortsetzung des Erforschungsarbeitsprogramms „Exploratie Werkprogramma“ und der Erkundung ultratiefer Erdwärme in den Niederlanden. Dieses Programm umfasst u. a. detaillierte geologische Untersuchungen, die Untersuchung von Bohrtechniken, Risikoerfassung & -management sowie ein sorgfältiges Umgebungsmanagement.

Die Konsortien investieren nun in weitere Studien zum tiefen Untergrund, in deren Rahmen dessen Struktur erfasst wird. Dabei werden vorhandene Daten zum Untergrund mit den neuesten verfügbaren Techniken einer (erneuten) Analyse unterzogen sowie neue Daten zum Untergrund gesammelt. Dafür ist eine seismische Untersuchung erforderlich, bei der ein Scan des Untergrunds angefertigt wird, um dessen verschiedene Schichten und Strukturen sichtbar zu machen. Zusammen mit der anderen geologischen Arbeit und kombiniert mit der ausführlichen Risikoanalyse ist dies die Grundlage eines Beschlusses für einen nächsten Schritt. Nur wenn es sicher und verantwortungsbewusst möglich sowie wirtschaftlich interessant ist, wird in der nächsten Phase mit den Vorbereitungen für eine eventuelle Bohrung begonnen. Diese Entscheidung kann voraussichtlich frühestens Ende 2019 getroffen werden.