Duurzaamheid

Wahlrecht für Container für Wachstum im Schienenverkehr

04 Oktober 2019
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Der Gütertransport über die Schiene ist nachhaltiger als über die Straße. Das dürfte wohl niemand in Abrede stellen. Daher ist das auch ein wichtiges Argument, das der Bahnsektor anführt, um Kunden dazu zu bewegen, die Verkehrsverlagerung - auch Modal Shift genannt - in Richtung Schiene vorzunehmen. Das Ziel ist ein dreißigprozentiger Anteil der Bahn am Gütertransport im Jahr 2030. Allerdings - wie realistisch ist das? Wir stellen Arno van Rijn und Rob Bagchus, jeweils kaufmännischer Leiter und Leiter für öffentliche Angelegenheiten und Public Relations bei ECT, diese Frage.

Noah's Train
Noah's Train

Derzeit findet durchschnittlich ca. achtzehn Prozent des Gütertransports in Europa seinen Weg über die Schiene. Im Rotterdamer Hafen liegt dieser Prozentsatz übrigens deutlich niedriger - dort sind es zehn Prozent. Das ist vor allem auf die hervorragenden Möglichkeiten zurückzuführen, anhand derer Rotterdam über die Binnenschifffahrt erreicht werden kann. Arno van Rijn geht jedoch stark davon aus, dass der Anteil der Bahn in den kommenden Jahren zunehmen wird. „Wir merken, dass Auftraggeber immer häufiger die CO2-Emissionen in ihre Entscheidung bezüglich des von ihnen zu wählenden Transports miteinfließen lassen. Und dabei hat die Bahn dann gute Karten. Wir sehen auch immer häufiger, dass Binnenschiff und Schiene kombiniert werden. Und daraus ergeben sich dann wiederum interessante Möglichkeiten.“

Nutzungsentgelt

Trotz der zunehmenden Berücksichtigung der Nachhaltigkeit ist dies natürlich nicht der einzige Faktor, der darüber entscheidet, welche Modalität gewählt wird. „Die Herausforderung für die Bahnbetreiber besteht darin, wettbewerbsfähig zu sein. Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen im Hinblick auf das Nutzungsentgelt für die Schiene sind Impulse in die richtige Richtung. Dabei handelt es sich um positive Entwicklungen - denn auf der Schiene ist noch ein Wachstumspotenzial vorhanden.“

Sechzehn Schienen

ECT nutzt die Modal Shift übrigens gut. Über drei eigene Bahnterminals verbindet das mehr als fünfzig Jahre bestehende Unternehmen den Deepsea-Verkehr auf der Maasvlakte direkt über die Schiene mit Europa. Die Bahnterminals verfügen insgesamt über sechzehn Schienen und sind unter anderem auch der Anfangs- und Endpunkt der Betuweroute. Wöchentlich sind diese Bahnterminals der Dreh- und Angelpunkt rund um die Uhr für mehr als einhundert Shuttlezüge von und zu Bestimmungsorten wie Linz, Duisburg, Straßburg und Basel sowie von dort aus weiter zu allen wichtigen Wirtschaftszentren in ganz Europa.

25x Venlo

Über „European Gateway Services“ bietet das Unternehmen zudem seit dem Jahr 2009 selbst nachhaltige Transporte per Binnenschiff und Bahn von und zu einem aus Inlandsterminals bestehenden Netz an, die ebenfalls die ‚last mile‘ beinhalten. EGS ist in Rotterdam der größte maritime Bahnbetreiber, der wöchentlich mehr als vierzig Dienste von und zu verschiedenen Zielorten in den Niederlanden, Belgien und Österreich durchführt. Jährlich werden über das gesamte EGS-Netz mehr als eine Million TEU transportiert. Bagchus sagt dazu: „Für uns ist die Schiene - zum Erschließen neuer Märkte, und dann vor allem in Süddeutschland - attraktiv. Durch die Bündelung von Ladung können wir beispielsweise auch ungefähr fünfundzwanzig Züge pro Woche nach Venlo schicken.“

Zur Wahl gehen

Ob die Schiene im Jahr 2030 den geplanten Anteil von dreißig Prozent erreicht, ist nach Aussage von Van Rijn schwer vorherzusagen. „Dabei geht es auch nicht so sehr um diese konkrete Zahl. Die Steigerung des Anteils im kommenden Jahrzehnt wird gewiss umgesetzt. „Wie umfangreich diese Steigerung letztendlich wird, liegt auch an der Politik“, äußert sich Baghus. „Wir haben eine größtenteils gemischte Schiene. Es ist wichtig, dass dem Güterverkehr im Verhältnis zum Personenverkehr eine vollwertige Rolle zugewiesen wird. Dann wird es möglich, erhebliche Fortschritte zu erzielen. Tja ... Container gehen nun mal nicht zur Wahl.“