Erreichbarkeit

Weiterer Ausbau von Rotterdam aus für ERS Railways

02 Februar 2021
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Corona hat im vergangenen Jahr für Sand im Getriebe gesorgt. Dasselbe galt im buchstäblichen Sinne für die Störungen auf der Maasvlakte. Trotzdem erhöhte ERS Railways seine Rotterdamer Verbindungen, jedoch nicht so stark wie ursprünglich geplant. Die Ambitionen wurden jedoch nicht gesenkt, berichtet Tjeerd Spierdijk. „Die Frequenz und Diversität der Verbindungen muss erhöht werden.“

Boxpress

„2020 haben wir große Investitionen getätigt und das hat zu Wachstum geführt. Nur war es im Endeffekt weniger, als wir zuvor geplant hatten. Natürlich hat die Pandemie auch uns beeinflusst - zusammen mit den Störungen im Schienenverkehr infolge überfälliger Instandhaltungsarbeiten und dem Ausbleiben erforderlicher Investitionen seitens Prorail.“ Spierdijk begann 2019 als Vertriebsleiter für die Niederlande und Belgien. Dies bedeutete für ERS das offizielle Comeback des Rotterdamer Büros. Inzwischen sieht er, dass der Infrastruktur für den Schienengüterverkehr mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, und das ist seiner Auffassung nach eine gute Sache. „Schauen wir uns mal die Theemsweg-Trasse an. Sie wir dem steigenden Schienengüterverkehr in Zukunft gewiss zugute kommen.“

Company-Züge

Das 1994 gegründete Unternehmen ERS Railways gehört seit 2018 zu Hupac. Die Schweizer Muttergesellschaft richtet sich spezifisch auf kontinentale Ladung, wobei sich ERS auf den maritimen Teil konzentriert. Im Zusammenhang mit EGS werden von Rotterdam aus zwei Netzverbindungen mit den Zielorten Nürnberg und München durchgeführt; beide dreimal pro Woche. Hier kann jedermann seine Fracht buchen.

Abgesehen von diesen Verbindungen unterhält ERS einen eigenen Netz-Verkehr mit dem Zielort Kornwestheim, in der Nähe von Stuttgart; ebenfalls dreimal pro Woche. Von dort besteht einmal pro Woche Anschluss an den Shuttle nach Singen an der deutsch-schweizerischen Grenze. Zudem unterhält ERS eine Reihe von so genannten „Company-Zügen“, die speziell für einen einzigen Kunden fahren: fünfmal pro Woche mit dem Zielort Wörth und einmal mit dem Zielort Duisburg. Die Züge werden vom „Antriebs-Joint-Venture“ boxXpress, bei der ERS Anteilseigner ist, gefahren.

„Wir suchen immer häufiger die Zusammenarbeit mit Partnern“, erläutert Spierdijk. „Wenn wir die Verkehrsverlagerung umsetzen und den Schienengüterverkehr steigern möchten, dann müssen die Frequenz und die Diversität der Verbindungen erhöht werden. Das ein bisschen wie die Diskussion um die Henne und das Ei, doch ist aus Sicht der Kunden ein einziger Zug eigentlich kein Zug. Auch in kostentechnischer Hinsicht ist das nicht ideal. Durch Kooperation kann Fracht kombiniert werden, und das ist häufig genau das Quäntchen, mit dem die kritische Masse für eine höhere Frequenz ermöglicht wird.“ Für die Zukunft erwartet Spierdijk daher, dass durch die Kombination der Netze mit der Muttergesellschaft Hupac interessante Verbindungen geschaffen werden können: "Das sieht man eigentlich schon beim Shuttle mit Zielort Kornwestheim, den wir 2018 von Hupac übernommen und zu einer maritimen Hinterlandanbindung umgebaut haben."

Boxxpress

Westhäfen

Die Erweiterung der Schienenverbindungen ist nach Auffassung von Spierdijk erforderlich, um den deutschen Markt dazu zu bewegen, mehr Ladung über Rotterdam transportieren zu lassen. Es ist Tradition, dass sich die Augen in Deutschland auf die nördlichen Häfen richten. Beinahe alle dortigen Verbindungen haben eine tägliche Frequenz, sind nicht grenzüberschreitend, mit kürzeren Entfernungen, und es fühlt sich vertraut an. Wenn wir dort einen Marktanteil erwerben möchten, dann muss mehr gefahren werden. Das geschieht auch allmählich. Das Interesse an den „Westhäfen“ steigt in der letzten Zeit, auch bei anderen intermodalen Betreibern.“

Für das Jahr 2021 erwartet Spierdijk ein Wachstum für die Rotterdam-Verbindungen. „Unser Ziel ist es, die Kapazitätsauslastung für unsere vorhandenen Netz-Shuttles zu optimieren. Darüber hinaus erwarten wir, bei den neuen Verbindungen zusätzliche Mengen buchen zu können. Grundsätzlich ist der Transport auf der Schiene etwas teurer, aber durch die Niedrigwasser- und Stauzuschläge der letzten Jahre in der Binnenschifffahrt sind unsere Tarife doch sehr wettbewerbsfähig. Zudem ist diese Modalität häufig schneller und zuverlässiger. Und das fällt den Kunden ebenfalls auf. Vor allem im Automotive-Sektor und in der chemischen Industrie sind Chancen für den Schienenverkehr vorhanden.“

Nachhaltig

Hinzu kommt, dass die Nachhaltigkeit ein immer wichtigerer Aspekt bei der Wahl der Modalität wird. „Auch in dieser Hinsicht schneidet die Schiene sehr gut ab. Mit boxXpress für den Zugbetrieb haben wir auch in dieser Hinsicht eine gute Ausgangsposition. Sie fahren mit einem aus dreißig nachhaltigen Siemens Vectron E-Loks bestehenden Fuhrpark. Ebenfalls interessant ist, dass wir auf der deutschen Schiene seit diesem Jahr vollständig mit grüner Wasserkraftenergie aus Norwegen fahren. Darüber hinaus verfügen wir über ungefähr 900 moderne Containerwagen; sie haben stille Bremsen und müssen nur einmal alle 240.000 Kilometer gewartet werden. Die Zukunft kann also kommen!“

Quelle: ERS Railways