Innovation
Column

„Welches andere Hafengebiet liegt in der Nähe eines S-Bahnhofs?"

In Rotterdam suchen wir kontinuierlich eine Antwort auf die Frage, wie man den Hafen intelligenter, effizienter, besser und nachhaltiger gestalten kann. Wie gehen Partner im Hafen mit diesem Aspekt um, warum und was hätten sie selbst besser machen können?

Isabelle Vries column

Isabelle Vries, leitende Programm-Managerin

Der Rotterdam Makers District setzt sich aus den Gebieten RDM Rotterdam und Merwe-Vierhavens (M4H) zusammen und ist der ideale Ort für die innovative Fertigungsindustrie. Jungunternehmen können hier zu etablierten Firmen heranwachsen. Isabelle Vries ist die leitende Programm-Managerin für den Hafenbetrieb Rotterdam und die Stadt Rotterdam.

„Ich selbst habe meinen Abschluss an der Landwirtschaftlichen Universität Wageningen (Wageningen University & Research), Niederlande, gemacht. Und damit ist es nicht so logisch, dass ich danach angefangen habe, in Rotterdam zu arbeiten. Im meinem Arbeitsleben kann man mich vielleicht als Planer bezeichnen, was jedoch weniger der Fall ist, wenn es um meinen eigenen Lebensweg geht. Ich wollte eigentlich nur ein Jahr in Rotterdam bleiben. Seinerzeit bekam man auf Partys noch mitleidige Kommentare zu hören: „Was? Du nimmst einen Job in Rotterdam an ...?“ Es waren jedoch die Dynamik und das Engagement der in dieser Hafenstadt arbeitenden Menschen, die mich so sehr angesprochen haben. Inzwischen wohne und arbeite ich seit 30 Jahren hier ... Unvorstellbar, was sich in den drei Jahrzehnten alles verändert hat.“

Erneuerung aus dem Osten

„Die Transformation alter Hafengebiete finde ich schon seit längerem interessant, und zwar vor allem in Bezug auf das Thema eines intelligenten Hafens. Früher wurde ich auch als Umweltberaterin für das Projekt Kop van Zuid eingeschaltet, was damals noch ein wirklich desolates Hafengebiet war. An beinahe demselben Ort, wo ich Untersuchungen angestellt habe, wohne ich inzwischen mit meiner Familie.

Als Lektorin an der Fachhochschule Rotterdam habe ich schon vor einigen Jahren Folgendes vertreten: „Wir hängen nicht mehr dem Modell „port out, city in“ an. Wir befinden uns in einer Phase, die wir als Stadhavens 3.0 bezeichnen. Der Hafenbetrieb Rotterdam bezieht diesbezüglich keine Rückzugs- oder Defensivhaltung mehr, sondern übernimmt stattdessen die Rolle eines Entwicklers. Dies im Rahmen der Erkenntnis, dass sich die Erneuerung des Hafens auch im Osten vollziehen kann. Die Hafengebiete innerhalb dieses Teils sind sicherlich wertvoll, insbesondere für die kleineren und mittleren Unternehmen, die wir heute als Scale-Ups oder Grown-Ups bezeichnen. Von Unternehmen dieser Art geht häufig eine hohe Innovationskraft aus.“

In diesem Gebiet findet eine geringere Differenzierung zwischen dem hafenbezogenen Sektor und anderen Unternehmen statt. Technologien, die in der Automobil-, Gesundheits- oder Bauindustrie eingesetzt werden, können nämlich auch für den Hafen relevant sein.

Isabelle Vries, leitende Programm-Managerin

Zweites Leben

„RDM hat ein zweites Leben ‚geschenkt‘ bekommen. Und auch der Waalhaven kann sich, meiner Ansicht nach, wieder neu erfinden. Das wäre auch gut für die Chancen, die Rotterdam-Zuid zu bieten hat. Diese Gebiete sorgen für relativ viele, in der Nähe der Stadt gelegene Arbeitsplätze, die auch mit Lehre und der Entwicklung von Knowhow verbunden werden können. Deltalinqs, i-Tanks, Smart Port, Techniek College und STC haben alle hier ihren Standort - und das ist kein Zufall, dass das so ist.

Mit dem Kurs, den der Hafenbetrieb Rotterdam derzeit fährt, wird dem Merwe-Vierhavengebied viel Aufmerksamkeit zuteil. Gemeinsam mit der Stadt Rotterdam wird dieses Gebiet unter dem Namen Rotterdam Makers District einer Transformation unterzogen. Und das geschieht nicht aus dem Gegensatz heraus: Wohnen oder Arbeiten, sondern im gemeinschaftlichen Interesse der Innovation in puncto Wirtschaft und Standortpolitik.“

Kopplung technischer Betriebe an kreative Unternehmer

„Dieses Gebiet, das als Abkürzung den Namen M4H trägt, kann gemeinsam mit RDM für Start-Ups und Scale-Ups, die gut erreichbar sein wollen, sehr wichtig werden. In den früheren Lagerhallen für Obst gehen schon Anfang 2020 hochwertige Unternehmen an den Start, die sich weiterentwickeln werden. Das ECE (Erasmus Centre for Entrepreneurship) und PortXL sind ebenfalls hier zu finden. Denn welches andere Hafengebiet kann von sich sagen, in der Nähe eines S-Bahnhofs oder fünfzehn Fahrradminuten vom Hauptbahnhof Rotterdam entfernt zu liegen? In diesem Gebiet findet eine geringere Differenzierung zwischen dem hafenbezogenen Sektor und anderen Unternehmen statt. Technologien, die in der Automobil-, Gesundheits- oder Bauindustrie eingesetzt werden, können nämlich auch für den Hafen relevant sein. Und was in dem einen Sektor als Abfall gilt, kann von einem anderen erneut als Rohstoff verwendet werden. In diesem Bereich können wir sehr gut technische Unternehmen an die Kreativbranche koppeln. Es ist Platz dafür vorhanden, zu experimentieren und Prototypen zu entwickeln.

In diesem Zusammenhang halte ich es für wichtig, dass die bereits dort ansässigen und die zukünftigen Betriebe miteinander in Kontakt kommen. Wir verbinden RDM und M4H miteinander und organisieren zum Beispiel Events an spannenden Locations. Ich treffe auch wahnsinnig kreative und engagierte Unternehmer - und vielleicht ist das der tollste Aspekt an meinem Job. In der Serie Havenmakers, die auch in den sozialen Medien zu finden ist, geben wir ihnen ein Gesicht. Wir wollen der Stadt, dem Hafen und der ganzen Welt zeigen, dass sie ihren Standort hier haben und dass sie etwas zu bieten haben. Auch darin besteht in meinen Augen die Arbeit an einem intelligenten Hafen.“

Innovation

Rotterdam möchte der intelligenteste Hafen der Welt werden. Um unsere Spitzenposition zu behalten, müssen wir kontinuierlich innovieren. Innovation ist ein entscheidendes Mittel, um die geplanten Veränderungen bei der Energiewende und der Digitalisierung in Rotterdam zu realisieren.

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