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Zeit für „Truck Tinder“, eine App zur Verabredung zum Truck Platooning

Im Rahmen einer Mitarbeiterexkursion von Deltalinqs, einem der Gründungspartner von SmartPort, besuchte ich den Parkplatz Maasvlakte Plaza. Das klingt vielleicht etwas merkwürdig, da es sich um einen großen Parkplatz handelt. Es ist jedoch sehr wichtig, dass es eine überwachte Anlage gibt, auf der Lkw-Fahrer übernachten und sich unterhalten können. Der Parkplatz Maasvlakte Plaza liegt nahe der Hauptstraße. Lkw-Fahrer müssen also keinen Umweg fahren und verfügen über alle Grundeinrichtungen für sich und den Lkw. Man kann dort duschen, essen und trinken oder bei Bedarf, voraussichtlich ab Oktober dieses Jahres, direkt eine Reifenwartungsanlage und Tankstelle passieren.

Alles ist perfekt geregelt. Kurzum, es ist ein sicherer Übernachtungsort für Fahrer und ihre Ladung. Mit Erinnerung an diesen Besuch beim Parkplatz Maasvlakte Plaza und mit Blick auf die Tour de France überzeugt mich immer mehr eines der Projekte, an dem wir bei SmartPort arbeiten, nämlich das Truck Platooning. Dabei gelangen Lastwagen im Kolonnenverkehr von der 2. Maasvlakte aus zum Hafenhinterland.

Michiel Jak, Allgemeiner Geschäftsführer bei SmartPort

Neue Modalität
Beim Truck Platooning fahren Lastwagen in einer oder mehreren Kolonnen von drei oder fünf Fahrzeugen hintereinander; es ist sozusagen eine neue Modalität - wie ein Zug auf der Straße. Diese Fahrweise bietet einige Vorteile. Wenn die Fahrer so nah hintereinander unterwegs sind, lassen sich nach Berechnungen des Instituts TNO ca. 10 % Kraftstoff und somit auch CO2-Emissionen einsparen. Sie bewältigen die Strecke im Kolonnenverkehr bequemer, ähnlich einem Vogelschwarm. So lässt sich ein besserer Verkehrsfluss auf der Autobahn erzielen.

Zudem ist Truck Platooning sicherer, denn menschliches Versagen ist größtenteils eliminiert. Der Computer übernimmt die Routineaufgaben. Man denke dabei beispielsweise an die Einhaltung des Fahrstreifens, der korrekten Geschwindigkeit und des richtigen Abstands. Die Fahrer müssen nur eingreifen, wenn es spannend wird. Dies bietet den zusätzlichen Vorteil, dass das niederländische Fahrzeitengesetz vielleicht geändert werden könnte. Lkw-Fahrer können öfter eine Ruhezeit nach Wunsch einlegen und nicht nur, wenn es der Fahrtenschreiber vorschreibt. Insgesamt lässt sich mit Truck Platooning ohne weiteres eine Ersparnis von etwa € 5.000 pro Lkw jährlich erzielen. Bei TNO analysiert man derzeit, wie viel sicherer das Truck Platooning ist und wie stark sich der Verkehrsfluss dadurch verbessert. Nach dem Sommer wissen wir mehr.

Maßstabsgröße
Technisch ist es möglich, Lastwagen in einem solchen Kolonnenverkehr fahren zu lassen. Nun geht es um die Maßstabsgröße. Es müsste mit hohem Kostenaufwand eine Box eingebaut werden. Daher möchten wir 2020 mindestens 100 Lkw-Kolonnen täglich über die A15 fahren lassen, bestehend aus mindestens 300 Lkw und 600 Containern. Dann amortisieren sich die Kosten. Außer der Maßstabsgröße ist eine Verabredungs-App eine wichtige Voraussetzung. Damit können die Fahrer Logistikdaten austauschen und sich zu gemeinsamen Fahrten verabreden. Eine digitale Anwendung, die mit verfügbaren Daten realisierbar ist.

So komme ich wieder zum Parkplatz Maasvlakte Plaza. Denn wo kann man sich als Lkw-Fahrer besser verabreden als dort, wo 400 Kollegen ihren Lkw parken? So kann man einfach mit dem Truck Platooning beginnen. Man tauscht mit der App Daten aus, tankt und fährt gemeinsam los.

Michiel Jak
Allgemeiner Geschäftsführer bei SmartPort

SmartPort ist eine gemeinsame Initiative des Hafenbetriebs Rotterdam, von Deltalinqs, der Gemeinde Rotterdam mit der Erasmus Universität Rotterdam und der Technischen Universität Delft. So sind die führenden Parteien im Rotterdamer Hafen mit zwei international sehr renommierten Universitäten verbunden.

Komfort und Sicherheit, Maasvlakte Plaza bietet alle modernen Einrichtungen für Fahrer und Lastwagen. Dieser große Lkw-Parkplatz bietet 357 Parkplätze und ist 24 Stunden täglich zugänglich.

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