Wassersicherheit

Es geht uns vor allem darum, dass wir an einer sicheren und gesunden Umgebung arbeiten, uns für ein gutes Klima einsetzen und Arbeitsplätze schaffen. 2015 und 2016 fand das Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“ (Wassersicherheit Botlek) statt, in dessen Rahmen untersucht wurde, welche möglichen Folgen im Botlek-Gebiet bei Hochwassersituationen durch den Klimawandel in Betracht kommen.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Rotterdamer Hafengebiet derzeit gut geschützt ist. Der Hafen liegt zwar zum großen Teil außerhalb der Deiche, doch die Hafengelände sind relativ hoch oberhalb des Meeresspiegels angelegt und teilweise durch Hochwasserschutzanlagen geschützt. Nur bei äußerst extremen Witterungsverhältnissen sind einige Unternehmen Hochwassersituationen ausgesetzt. Im Vergleich zu anderen internationalen Häfen ist unser Hafen denn auch sehr wassersicher.

Das Pilotprojekt ist eine gemeinsame Initiative des Hafenbetriebs Rotterdam, der Gemeinde Rotterdam, des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt und des Wasserwirtschaftsamts Rijkswaterstaat; es wurde in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Versorgungsunternehmen und Deltalinqs durchgeführt.

Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung und der Anwesenheit vitaler und sensibler Funktionen im Gebiet haben das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Umwelt und der Hafenbetrieb Rotterdam das Pilotprojekt gemeinsam finanziert.

Warum ein Pilotprojekt für Wassersicherheit?

Der Einsatz für Sicherheit ist im Rotterdamer Hafen ein kontinuierlicher Prozess. Dies gilt sicher auch für das Thema „Wassersicherheit“. Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel an und somit auch die Hochwassergefahr. Im “Advies Deltaprogramma Rijnmond-Drechtsteden” (Empfehlung für das Deltaprogramm Rijnmond-Drechtstädte) 2014 ist festgehalten, dass Forschung notwendig ist, um Anwohner und Unternehmen in der Region Rotterdam auch künftig vor Hochwassersituationen zu schützen. In vier außerhalb der Deiche liegenden Gebieten wurde eine Studie durchgeführt. Es geht um das historische Hafengebiet Dordrecht, Noordereiland und Merwe-Vierhavens sowie um das Botlek-Gebiet. Das Botlek-Gebiet wurde speziell wegen der Lage im Hafengebiet, der damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Bedeutung und der Anwesenheit vitaler und sensibler Funktionen gewählt.

Das Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“ (Wassersicherheit Botlek) ist einzigartig, da der Hafenbetrieb Rotterdam, die Gemeinde Rotterdam, das Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat, das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Umwelt und die Hafenwirtschaft zum ersten Mal in enger Zusammenarbeit die möglichen Folgen des Klimawandels für das außerdeichs liegende Hafengebiet untersucht haben.

Obschon sich das Hafengelände zum großen Teil außerhalb des Deichs befindet, ist es ein hoch gelegenes Gebiet, das teilweise durch Sturmflutsperrwerke geschützt ist. Im Gegensatz zu binnendeichs gelegenen Gebieten wurden für Gelände außerhalb des Deichs keine nationalen Wassersicherheitsnormen erstellt. In Gebieten außerhalb der Deiche gilt ein individuelles Risiko für eventuelle Hochwasserfolgen. Bewohner und Unternehmen sind also selbst für die Ergreifung von Maßnahmen zur Begrenzung der Folgen und für eventuelle Folgen einer Überschwemmung verantwortlich.

Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel und nimmt die Gefahr von Hochwassersituationen im Hafengebiet zu. Je nach Klimawandel prognostiziert das niederländische meteorologische Institut KNMI bis 2100 einen Anstieg zwischen 35 und 85 cm. In der Studie wurden die Auswirkungen des voraussichtlichen Klimawandels berücksichtigt.

Mit dem Pilotprojekt wird vom Hafenbetrieb Rotterdam, der Gemeinde Rotterdam, dem niederländischen Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat und dem Ministerium für Infrastruktur und Umwelt darauf abgezielt, bei den Unternehmen ein größeres Bewusstsein für die möglichen Risiken des Klimawandels zu schaffen. Um dafür zu sorgen, dass das Hafengebiet auch in Zukunft wassersicher und nachhaltig bleibt, haben wir die möglichen Hochwassergefahren und die Erzielung und Behaltung eines akzeptablen Niveaus untersucht. Zusammen mit der beteiligten Hafenwirtschaft haben wir an der Entwicklung einer Empfehlung für eine Adaptationsstrategie gearbeitet, bei der es vor allem um „Joint Fact Finding“, also um Bewusstseinsschaffung, Wissensentwicklung und das Teilen von Kenntnissen ging.

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Pilotprojekts fließen in das Programm „Strategische adaptatie agenda Buitendijks” (Strategisches Adaptationsprogramm außerdeichs) ein. Der Abschlussbericht beschreibt Änderungen und Maßnahmen (Adaptationsstrategie) zur Vermeidung oder Beschränkung der Folgen einer Überschwemmung und somit zum künftigen Schutz des Gebiets.

Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigen, dass eine eventuelle künftige Hochwassersituation vor allem wirtschaftliche Schäden nach sich zieht. Diese bestehen vor allem aus direkten Schäden an Gebäuden, Anlagen und anderen Einrichtungen sowie aus indirekten Schäden durch Betriebsunterbrechungen bzw. eine nicht optimale Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Die Gefahr von Umweltschäden ist gering und es gibt keine oder kaum Opfer.

Der indirekte Schaden ist in manchen Fällen gebietsüberschreitend. Es gibt nicht nur einen großen Zusammenhang und eine große Abhängigkeit zwischen den verschiedenen Aktivitäten im Botlek-Gebiet, sondern auch mit den umliegenden Hafengebieten und außerhalb (z. B. in Regionen wie Schiphol und Chemelot). Der wirtschaftliche Schaden hängt stark vom Ort des Hochwassers und der Art des Unternehmens ab. Das Pilotprojekt ergab eine Empfehlung für eine Adaptationsstrategie, die u. a. präventive Gebietsmaßnahmen, die klimabeständige Entwicklung neuer Gelände, Notfallpläne auf der Ebene der Unternehmen und des Gebiets umfasst. Einige Teile bzw. Teilgebiete des Pilotprojekts „Waterveiligheid Botlek“ werden wir 2017 detaillierter untersuchen.

2017 werden auch die Hafengebiete Waal- & Eemhaven und Merwe-Vierhavens in vergleichbarer Weise untersucht.

Anlass für das Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“

Das Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“ zielte auf einen Teil des Hafengebiets ab (Botlek und Vondelingenplaat). Durch die wirtschaftliche Bedeutung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, die Art des Unternehmens und die Anwesenheit sensibler Infrastruktur in Kombination mit der Lage außerhalb der Deiche an Flüssen und am Meer war trotz der geschützten Lage eine Untersuchung der möglichen Folgen erwünscht.

Warum dieses Gebiet?

Das Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“ gehört zum Deltaprogramm. Sowohl im Rahmen der „Rotterdamse Adaptatie Strategie“ (RAS, Rotterdamer Adaptationsstrategie) als auch im Rahmen des „Deltaprogramma Rijnmond Drechtsteden“ (Deltaprogramm Rijnmond Drechtstädte) wurden einige Gebiete benannt, in denen die Hochwassergefahr durch den Klimawandel zunimmt. Dabei wurde die Notwendigkeit der Entwicklung einer gemeinsamen Adaptationsstrategie erkannt.

Lage im Hafengebiet

Das Botlek-Gebiet (einschließlich Vondelingenplaat) liegt an einem Ort im Hafengebiet, das teilweise durch Hochwasserschutzanlagen geschützt ist und teilweise in offener Verbindung zum Meer liegt. Im Gebiet befindet sich das Sturmflutsperrwerk Maeslantkering, das zusammen mit dem Sperrwerk Hartelkering und dem Deichring Rozenburg die Anlage Europoortkering bildet. Bei hohen Wasserständen (Amsterdamer Pegel +3 m und höher) werden die Sperrwerke geschlossen, sodass das Hinterland geschützt ist.

Maeslantkering

Dabei ist anzumerken, dass das Sperrwerk Maeslantkering eine Versagenswahrscheinlichkeit von 1:100 hat, d.h., dass es bei 100 Schließungen statistisch gesehen durchschnittlich einmal nicht schließt, z. B. aufgrund einer technischen Störung. Die offene Verbindung zum Meer verläuft vom Hartelkanaal und Calandkanaal aus an der Süd- und Westseite des Gebiets des Pilotprojekts. Wenn die Meeresspiegel in Zukunft sehr hoch ansteigen, kann das Wasser vom Hartelkanaal und Calandkanaal aus in Richtung des Nieuwe Waterweg fließen, also über das Botlek-Gebiet. Dies kann zu Schäden an Unternehmen und sensibler Infrastruktur führen.
Entlang dem Hartelkanaal liegt auch noch die Tuimelkade, die 1996 angelegt wurde als der Hartelkanaal die offene Verbindung zum Meer erhielt. Die Tuimelkade bietet zusätzlichen Schutz, hat jedoch einen formalen Status und steht unter Verwaltung des Hafenbetriebs Rotterdam.

Art der Unternehmen

Das Botlek-Gebiet ist ein Gebiet mit großen wirtschaftlichen Interessen, in dem zahlreiche (petro)chemische Unternehmen angesiedelt sind. Hier liegt ein Knotenpunkt etlicher überregionaler Aktivitäten mit Hinterlandverbindungen über die Schiene, die Straße und das Wasser nach Südwesteuropa. Ein umfangreiches Pipeline-Netz bietet eine sichere, effiziente und umweltfreundliche Transportlösung für flüssiges Massengut wie Rohöl und Ölprodukte. Pipelines sind Verbindungen zwischen Unternehmen im Hafen; der Hafen steht per Pipeline auch in Verbindung mit wichtigen Zielen in den Niederlanden, Belgien und Deutschland.

Abwägungsrahmen

Was darf als „akzeptables Risiko“ betrachtet werden? Im Falle eines Gebiets außerhalb des Deichs ist dies keine einfache Frage.
Zur gemeinsamen Beurteilung der Gefahr von Hochwassersituationen mit mehreren Betroffenen (öffentlich und privat) wurde ein spezieller Abwägungsrahmen entwickelt.
Dafür wurden die üblichen (öffentlichen) Abwägungsrahmen für Risiken (Wassersicherheit und externe Sicherheit) herangezogen. Dieses Vorgehen wurde von Benutzern und Experten geprüft und verstärkt und führte zu einem ersten Vorschlag für akzeptable Versagensrisiken in Hinsicht auf Opfer, Schäden und Umwelt. Wir werden den Abwägungsrahmen weiterentwickeln.

Interpretation der Ergebnisse

Im Pilotprojekt wurden die besten verfügbaren Modelle und Daten verwendet. Trotzdem gibt es noch zahlreiche Annahmen und Unsicherheiten bei den einzelnen angewandten Methoden. Anders als bei Gebieten binnendeichs ist dies ein relativ neues Thema. Dies wirkt sich auf die Ergebnisse aus, die somit als erste Orientierung zu sehen sind.
Hochwassersituationen im Botlek-Gebiet haben auch erhebliche Folgen für das Krisenmanagement. Überschwemmte Gebiete sind z. B. nicht oder schlecht für Hilfsdienste erreichbar. Auch beschränkt eine Überschwemmung der A15 die Evakuierungsmöglichkeiten der umliegenden Deichringe (Rozenburg, Voorne-Putten). Das Pilotprojekt führte bei den beteiligten Unternehmen und Behörden zu zahlreichen Erkenntnissen, die zur Verbesserung des Krisenmanagements nützlich sind.

Haben Sie eine Frage zum Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“ (Wassersicherheit Botlek)? Setzen Sie sich mit uns per E-Mail in Verbindung: waterveiligheidbotlek@portofrotterdam.com

Zudem sind folgende Partner am Projekt beteiligt:
• Unternehmen im Botlek-Gebiet und im Waal-/Eemhaven
• Deltalinqs
• Deltaprogramma Ruimtelijke Adaptatie – Vitaal en Kwetsbaar (Deltaprogramm Räumliche Anpassung - vital und sensibel)
• Waterschap Hollandse Delta (Wasserwirtschaftsgebiet Holländisches Delta)
• DCMR
• Provinz Südholland
• Veiligheidsregio (Sicherheitsregion) Rotterdam-Rijnmond
• Versorgungsunternehmen
• Branchenorganisationen (VNCI, TLN usw.)
• Bahn- und Straßenunternehmen

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