Energiewende

Die Häfen von Rotterdam und Singapur eröffnen den längsten Grünen Korridor weltweit für effiziente, nachhaltige Schifffahrt

03 August 2022
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Der Hafenbetrieb Rotterdam und die Maritime und Hafenbehörde von Singapur haben ein Memory of Understanding (MoU) für den längsten Grünen und Digitalen Korridor der Welt unterzeichnet. Ziel ist es, 2027 die erste nachhaltige Schifffahrt auf dieser Route zu realisieren.

OnUnterzeichnung des MOU Grüner Korridor
Allard Castelein (CEO des Hafenbetriebs Rotterdam), Ahmed Aboutaleb (Bürgermeister von Rotterdam), S. Iswaran (Minister für Verkehr und Handelsbeziehungen Singapur) und Quah Ley Hoon (CEO der See- und Hafenbehörde Singapur).

Singapur und Rotterdam gehören zu den größten Bunkerhäfen der Welt und sind damit wichtige Kettenglieder auf den viel genutzten asiatisch-europäischen Schifffahrtsrouten. In der Seefahrt wird größtenteils noch Gasöl verwendet, aber es gibt immer mehr nachhaltige Alternativen, wie etwa Biokraftstoffe. Des weiteren wird an Alternativen wie synthetischen Kraftstoffen, Wasserstoff und Kraftstoffen auf Basis von Wasserstoff wie Ammoniak und Methanol gearbeitet.

Jede Alternative hat ihre eigenen Herausforderungen im Hinblick auf Kosten, Verfügbarkeit, Sicherheit und Einschränkungen, die daher rühren, dass die Energiedichte im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen geringer ist. Darum haben die beiden Häfen nun vereinbart, eine breite Koalition aus Verladern, Kraftstofflieferanten und anderen Unternehmen zu bilden, die gemeinsam an möglichen Lösungen arbeiten wird.

Die Hafenbehörden werden mit dem Global Centre for Maritime Decarbonisation und dem Mærsk Mc-Kinney Møller Center for Zero-Carbon Shipping zusammenarbeiten. Darüber hinaus werden Partner aus der gesamten Kette mit einbezogen. Den Anfang machen bp, CMA CGM, die Digital Container Shipping Association, Maersk, MSC, Ocean Network Express, PSA und Shell. Damit lässt sich Finanzierung anziehen und es können gemeinsame Pilotprojekte für Bunkerung und Verwendung von kohlenstoffarmen und -freien Kraftstoffen auf der Route gestartet werden.

Des weiteren sollen die zwei Häfen auch Effizienz, Sicherheit und Transparenz des Gütertransports optimieren, und zwar durch Schaffung eines digitalen Korridors, innerhalb dessen Daten, Standards und elektronische Dokumentation sicher geteilt werden können. Das vereinfacht Schifffahrt und Frachttransport zwischen den Häfen und trägt zur Optimierung von Schiffen mit just-in-time shipping bei.

Das MoU wurde von den beiden CEO beim World Cities Summit in Singapur im Beisein des Ministers für Transport von Singapur, Iswaran, und des Bürgermeisters von Rotterdam Aboutaleb unterzeichnet.

Allard Castelein, CEO Hafenbetrieb Rotterdam: „Infolge ihres großen Ausmaßes ist die Schifffahrt eine der wichtigsten Industrien, die nachhaltiger gemacht werden sollte. Wenn wir Akteure in der gesamten Kette entlang einer der größten Handelsrouten der Welt zusammenbringen, versetzen wir Transportunternehmen in die Lage, auf CO2-neutrale Kraftstoffe umzusteigen. So beschleunigen wir den Übergang zur nachhaltigen Seefahrt.”

Quah Ley Hoon, CEO des Hafens von Singapur: „Dieses MoU stärkt die Partnerschaft zwischen Singapur und Rotterdam und bestätigt erneut, wie engagiert Singapur daran arbeitet, den Übergang zu mehreren Kraftstoffen im Rahmen des Maritime Singapore Decarbonisation Blueprint 2050 zu fördern. Außerdem beschleunigt das unsere Bemühungen, die maritime Effizienz durch Digitalisierung zu optimieren. Das Pilotprojekt ergänzt die Anstrengungen der Schifffahrtindustrie, u.a. Partner wie Google Cloud, die Dekarbonisierung und Digitalisierung der internationalen Schifffahrt zu unterstützen.“

Der Minister für Transport und Handelsbeziehungen von Singapur, S. Iswaran: „Im Rahmen des Klimaschutzes, der gemeinsame Anstrengungen des gesamten maritimen Sektors erfordert, ist es eine dringende Priorität, die Schifffahrt nachhaltiger zu machen. Als weltweiter maritimer Knotenpunkt trägt Singapur aktiv zu den Bemühungen der IMO bei, die internationale Schifffahrt nachhaltiger und weltweite Zulieferketten resilienter zu machen. Dieses MoU mit dem Hafenbetrieb Rotterdam zeigt, wie gleichgesinnte Partner zusammenarbeiten können, um die Bemühungen des IMO zu ergänzen. Es wird als wertvolle Plattform dienen, um Ideen zu testen, die ausgeweitet werden können, um die internationale Schifffahrt nachhaltiger zu machen.“

Bo Cerup-Simonsen, CEO des Mærsk Mc-Kinney Møller Center for Zero-Carbon Shipping: „Der Singapur-Rotterdam-Green Corridor passt genau zu unserer Strategie, die Dekarbonisierung der maritimen Industrie zu beschleunigen, indem wir Vorreiter unterstützen. Wir brauchen kühne Projekte wie dieses, um zu lernen und grüne Kooperationen über die gesamte Wertekette hinweg weiterzuentwickeln. Durch Verbindung weltweit führender Partner um eine der wichtigsten Handelsrouten herum können wir konkrete, ausweitungsfähige Lösungen zur Dekarbonisierung demonstrieren, die Industrie und Entscheidungsträger in der ganzen Welt informieren und inspirieren können.“

Professor Lynn Loo, CEO von GCMD: „Die internationale Schifffahrt wird um 2030 herum minimal 5 % emissionsfreie Kraftstoffe in ihrem Kraftstoffmix einsetzen müssen, um die Zielvorgaben von Paris zu erfüllen. Grüne Korridore bieten einen Rahmen zur Harmonisierung von Normen und gesetzlichen Bestimmungen, zur Erhöhung der Verfügbarkeit grüner Kraftstoffe und zur Stärkung ihrer Zulieferketten. Außerdem tragen sie durch Anziehen von grüner Finanzierung zur Schaffung der Bunkerinfrastruktur in den beteiligten Häfen bei. GCMD freut sich daher, Aktionspartner bei der Entwicklung des weltweit ersten grünen, digitalen Korridors zu sein.“