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Laufende Projekte

De industrie gaat stap voor stap naar CO₂-neutraal

14 Juni 2021
Wie können wir Ihnen helfen?

In Partnerschaften mit Unternehmen arbeiten wir auf einen CO₂-neutralen Hafen hin. Dies erfordert einen radikalen Wandel und neue Technologien.

Wir testen Innovationen in der Praxis, setzen neue Technologien ein und verknüpfen anwesende und neue Unternehmen miteinander. Inzwischen ergreifen wir schon jetzt Maßnahmen, um Emissionen kurzfristig so weit wie möglich einzuschränken. Dass die Arbeit an der Energiewende im Rotterdamer Hafen bereits in vollem Gange ist, zeigen die nachstehend genannten laufenden Projekte.

Kranumschlag im Hafen


ERSTER SCHRITT - ENERGIEWENDE

Die Industrie kann sich schrittweise hin zu einer CO₂-neutralen Wirtschaft entwickeln. Schritt 1 besteht darin, dass die vorhandene Industrie eine Reihe von Effizienzmaßnahmen ergreift. Restwärme wird dazu verwendet, Wohnungen, Betriebsgebäude und Gewächshäuser zu beheizen, und CO₂ wird aufgefangen und unter der Nordsee gespeichert.

Fernwärmenetz: Häuser und Gewächshäuser mit Wärme aus der Industrie versorgen

Die Niederlande werden in Zukunft anders beheizt werden. In Häusern und Gewächshäusern wird zurzeit viel Erdgas für eine behagliche und wachstumsfördernde Temperatur verfeuert. Gleichzeit produziert die Industrie im Rotterdamer Hafen viel Wärme bei Fertigungsprozessen. Ein Teil davon wird in anderen Fabriken recycelt, aber die meiste Wärme verpufft einfach in der Luft.

Der Hafenbetrieb und Gasunie arbeiten gemeinsam an der Nutzung der Restwärme als Ersatz für Erdgas in Haushalten und Gewächshäusern. Dadurch verringern sich die CO₂-Emissionen beim Endverbraucher, und es wird weniger Gas aus Groningen benötigt.

Lesen Sie hier alles über das Wärmenetz Südholland – eine neue Heizung

Beträchtliche CO₂-Reduzierung in der Industrie mit Projekt Porthos

Das Auffangen des Treibhausgases CO₂, um es anschließend zu nutzen oder unterirdisch zu speichern (Carbon Capture Usage and Storage, kurz CCUS) ist eine der Maßnahmen, über die die energie-intensive Industrie verfügt, um den Ausstoß von CO₂ beträchtlich und kurzfristig zu reduzieren. Der Koalitionsvertrag der Regierung Rutte-III und auch der Entwurf des Klimaabkommens unterstreichen die Bedeutung von CCUS für die Realisierung der nationalen Klimaziele.

Mehr über das Thema CCUS und Porthos lesen

16.000 Haushalte erhalten Restwärme aus Pernis

16.000 Rotterdamer Haushalte werden mit Restwärme beheizt, die aus einer Raffinerie in Pernis stammt. Dies ist eine Initiative von Shell, dem Hafenbetrieb Rotterdam und dem Warmtebedrijf Rotterdam.

Restwärme Shell für 16.000 Haushalte


ZWEITER SCHRITT - ENERGIEWENDE

Schritt 2 besteht in der Veränderung des Energiesystems. Viele Prozesse in der Industrie erfordern hohe Temperaturen. Langfristig können Elektrizität und Wasserstoff eine große Rolle beim Gestalten einer nachhaltigen Produktion in der Industrie spielen. Aber dann muss sehr viel Elektrizität aus Quellen wie Sonne, Wind und Wasserkraft gewonnen werden. Außerdem muss diese Elektrizität bezahlbar sein.

Sonnenkollektoren

Windkraftanlagen im Hafengebiet

Im Hafengebiet Rotterdam befindet sich die größte Konzentration von Windkraftanlagen in Südholland: Anfang 2019 haben diese eine Leistung von ca. 200 Megawatt erzeugt. Dies entspricht ca. 10% der an Land erzeugten nationalen Windenergieleistung. In Kürze werden mindestens 150 Megawatt an neuer Windleistung hinzukommen. Regelmäßig werden vorhandene Windkraftanlagen durch neue und leistungsstärkere ersetzt. So wurden im März 2019 die 17 Windkraftanlagen auf dem Slufterdijk durch 14 größere mit einer Kapazität ersetzt, die fast doppelt so hoch ist.

Eneco und Vattenfall eröffnen Windpark Slufterdam 2.0 mit doppelter Leistung

Die stärkste Windturbine der Welt, der Haliade-X 12 MW-Prototyp von GE, wird diesen Sommer auf der Maasvlakte installiert

North Sea Wind Power Hub

Beim North Sea Wind Power Hub-Konsortium arbeiten TenneT TSO B.V. (Niederlande), Energinet (Dänemark), TenneT TSO GmbH (Deutschland), Gasunie und der Hafenbetrieb Rotterdam an der Entwicklung eines groß angelegten, nachhaltigen, europäischen Energiesystems auf der Nordsee. Windparks werden an zentral gelegene Hubs in der Nordsee angeschlossen. Über Kabel oder Pipelines werden Nordseeländer und Hubs miteinander verbunden.

H-Vision: blauer Wasserstoff

Im Rahmen des Projekts H-Vision arbeiten sechzehn Parteien hauptsächlich aus dem Hafenindustriegebiet Rotterdam gemeinsam an einer Machbarkeitsstudie zur Herstellung und Anwendung von blauem Wasserstoff. Auch der Hafenbetrieb Rotterdam gehört als Partner dem Projekt H-Vision an. H-Vision möchte die Industrie bereits vor 2030 mit CO₂-armer Energie versorgen, indem vor allem Erdgas durch blauen Wasserstoff ersetzt wird und möglicherweise auch Restgase zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen zum H-Vision-Projekt finden Sie auf der Deltalinqs-Website

Rückgrat für Wasserstoff

Der Hafenbetrieb arbeitet zusammen mit der Gasunie an einem Rückgrat für Wasserstoff für den Hafen. Es wird beabsichtigt, diese Anlage bereits 2024 in Betrieb zu nehmen. Die Unternehmen können sich an dieser Anlage sowohl für die Abnahme als auch für die Anlieferung von Wasserstoff beteiligen. Die Haupttransportleitung wird mit einer Reihe von zentralen Standorten verbunden, an denen der Wasserstoff mit Hilfe von windbetriebenen Elektrolyseuren hergestellt wird. In der Realität betrifft dies mehrere Standorte. Der erste ist für die Maasvlakte 2 vorgesehen.

Dieser Ansatz stimuliert den Einsatz von Wasserstoff in der Industrie und damit die Entwicklung des Wasserstoffmarktes. Gemeinsam mit Partnern engagiert sich der Hafenbetrieb für die Entwicklung von blauem und grünem Wasserstoff. In dieser Hinsicht gilt blauer Wasserstoff als Wegbereiter für die spätere Einführung von grünem Wasserstoff. Dies bietet die Aussicht auf eine rasche Ökologisierung, während die Infrastruktur für „Blau" bald auch für „Grün" geeignet sein wird.

Lesen sie die Pressemitteilung 'Rotterdam entwickelt sich zur Wasserstoffdrehscheibe für Deutschland'

Lesen Sie mehr über Wasserstoff

Grüner Wasserstoff für BP-Raffinerie

BP, Nouryon (vormals AkzoNobel Specialty Chemicals) und der Hafenbetrieb Rotterdam untersuchen die Möglichkeiten für die Produktion von grünem Wasserstoff für die BP-Raffinerie in Rotterdam. Grüner Wasserstoff wird durch die Elektrolyse von Wasser mithilfe von Ökostrom gewonnen. Für eine groß angelegte Produktion von grünem Wasserstoff wird viel Ökostrom, beispielsweise aus Offshore-Windparks, benötigt. Dies erfordert ebenfalls eine große Kapazität bei den Elektrolyseuren. Deswegen untersucht der Hafenbetrieb Rotterdam auch die für Wasserstoff erforderliche Infrastruktur. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten eines speziellen Betriebsgeländes für Elektrolyseure untersucht.

Die Energiewende sorgt für viel Wirbel beim Wasserstoff

Der Hafenbetrieb: Auftakt zu noch größer angelegten Wasserstoffherstellung und -Netzwerk

Grünen Wasserstoff Uniper

Das Energieversorgungsunternehmen Uniper und der Hafenbetrieb Rotterdam haben eine Vereinbarung über die Entwicklung der Produktion von grünem Wasserstoff an Unipers Maasebenen-Standort abgeschlossen. Diese Pläne sind eine Weiterführung der Ergebnisse einer rezenten Machbarkeitsstudie und schließen ebenfalls an die geplante neue Wasserstoffinfrastruktur und die wachsende Nachfrage nach nachhaltigem Wasserstoff seitens der Rotterdamer petrochemischen Industrie an.

Lesen Sie mehr in der Pressemeldung

Beitrag zur Energiewende durch den Hafenbetrieb Rotterdam

Auch der Hafenbetrieb Rotterdam trägt sein Scherflein zur Realisierung eines energieeffizienten Hafens bei. Ein Drittel der Patrouillenfahrzeuge wird zu 100% mit Biokraftstoffen betrieben. Unter den Mitarbeiter(inne)n fördern wir die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern. Für die Leasing-Autofahrer(innen) gilt eine CO₂-Norm von 59 g/km. Das Büro nutzt Hafenwärme und grünen Strom. Überall im Hafen tauscht der Hafenbetrieb die Straßenbeleuchtung gegen LED-Beleuchtung aus.

Shell-Fabrik für grünen Wasserstoff und Errichtung der Infrastruktur durch die Gasunie und den Hafenbetrieb Rotterdam

Mit der Ankündigung von Shell, bereits 2023 eine Fabrik für grünen Wasserstoff in Betrieb nehmen zu wollen, gewinnt die Wasserstoffwirtschaft derzeit enorm an Fahrt. Die Fabrik wird auf der Maasvlakte 2 ihren Sitz erhalten. Der Wasserstoff wird von dort aus über eine neue Pipeline zur Raffinerie in Pernis transportiert. Die Gasunie und der Hafenbetrieb Rotterdam wollen diese Pipeline gemeinsam anlegen.

In der Pressemitteilung können Sie mehr über die grüne Wasserstofffabrik lesen

Einfuhr blaues Ammoniak

Horisont Energi (EURONEXT: HRGI) und der Havenbedrijf Rotterdam haben einen Vertrag über die Entwicklung eines Transportkorridors für blaues Ammoniak von Norwegen nach Rotterdam abgeschlossen.

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Studie über die großmaßstäbliche Einfuhr von Wasserstoff

Havenbedrijf Rotterdam, Koole Terminals, Chiyoda Corporation und Mitsubishi Corporation führen gemeinsam eine Machbarkeitsstudie über die Einfuhr von Wasserstoff im kommerziellen Maßstab an eines der Terminals von Koole im Rotterdamer Hafen durch und setzen dabei die bewährte Technologie von Chiyoda für die Lagerung und den Transport von Wasserstoff ein: SPERA Hydrogen™.

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Güterzug entlädt Mais

DRITTER SCHRITT - ENERGIEWENDE

Bei diesem Schritt geht es um den Ersatz fossiler Rohstoffe. Das wird durch die Nutzung von Biomasse, recycelten Materialien, grünem Wasserstoff und CO₂ ermöglicht.

Vollständiges Recycling verunreinigter Baustoffe der Rotterdamer Betrieb

REKO baut eine neue Anlage zur Reinigung von verunreinigtem Asphalt. In der Anlage wird Asphalt in einem rotierenden Trommelofen bei Temperaturen von 1.000 Grad thermisch gereinigt. Dadurch entstehen sauberer Sand, Kies und Füllstoff, die wiederverwendet werden können. Zudem erzeugt die Anlage Elektrizität für rund 50.000 Haushalte. Mit dieser neuen Anlage verfügt REKO über die weltweit größte Kapazität, um diese Art von kontaminierten Baustoffen zu recyceln.

REKO investiert EUR 125 Millionen in zweite Anlage

Bleicherde als Baumaterial

Bleicherde wird dazu verwendet, pflanzliche Öle zu reinigen. Abhängig von der Intensität, mit der die Bleicherde verwendet wird, ist sie schon nach wenigen Wochen gesättigt. Momentan wird sie dann vor allem zu Abfall. Die neue Anlage stellt daraus neue Rohstoffe her, unter anderem dadurch, aus der Bleicherde Öl zurückzugewinnen. Das zurückgewonnene Öl kann beispielsweise als Biokraftstoff verwendet werden und die verbleibende Bleicherde in Baumaterialen.

Chlorabfall als neuer Rohstoff und neue Energie

Das Abfallverarbeitungsunternehmen Indaver verarbeitet und verwaltet Abfall nicht nur, sondern geht noch einen Schritt weiter. Die Anlage mit dem Namen IndaChlor soll Abfall aus ganz Europa verarbeiten, unter anderem von industriellen Betrieben aus dem Rotterdamer Hafen. Der Chlorabfall wird in neuen Rohstoff und neue Energie umgewandelt. In einem geschlossenen Kreislauf wird das erzeugte Produkt wieder an die Industrie in der Nähe geliefert.

Recycling von Batterien für Elektrofahrzeuge

TES sichert sich den Betrieb einer Anlage zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen und Elektrogeräten im Rotterdamer Hafen. TES ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Kreislaufwirtschaft und deckt mit nachhaltigen Lösungen den gesamten Lebenszyklus verschiedenster Produkte ab. Das Unternehmen verfügt damit ab sofort über ein ca. 10.000 m2 großes Gelände, einschließlich eines 2.000 m2 großen Gebäudes, sowie eine bestehende Anlagengenehmigung. Die Vereinbarung mit dem Rotterdamer Hafenbetrieb umfasst darüber hinaus eine Erweiterungsfläche auf dem Nachbargrundstück, so dass insgesamt 40.000 m2 zur Verfügung stehen. Die erweiterte Anlage soll bis Ende 2022 vollständig betriebsbereit sein und wird dann die erste Lithium-Ionen-Batterie-Recyclinganlage in den Niederlanden sein. Mit diesen neuen Kapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien werden die bestehenden Anlagen in Singapur und Frankreich optimal ergänzt. Diese strategisch wichtige Expansion eröffnet TES sowohl die Möglichkeiten zu einem der weltweit größten Recycler von Lithium-Ionen-Batterien als auch zu einem führenden Anbieter von Sekundärrohstoffen für die Batterieproduktion zu werden.

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TRANSPORT UND DIGITALE LÖSUNGEN

Nicht nur die Industrie, sondern auch der Gütertransport zum und vom Hafengebiet und in den Hafenbereichen selbst muss nachhaltiger werden. Gemeinsam mit Partnern entwickelt der Hafenbetrieb Rotterdam eine Reihe von Aktivitäten, um den Logistiksektor bei der Senkung des CO₂-Ausstoßes zu unterstützen.

Güterzüge

Mehr Nachhaltigkeit in der Binnenschifffahrt

Heute nimmt die Zero Emission Services (ZES) die Alphenaar in Betrieb, das erste niederländische Binnenschiff, das für den Antrieb austauschbare Energiecontainer einsetzt. Die Alphenaar verkehrt zwischen Alphen aan den Rijn und Moerdijk für die Brauerei Heineken, den ersten Endkunden von ZES.

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Erstes über Energiecontainer angetriebenes emissionsfreies Binnenschiff fahrbereit | Port of Rotterdam

Emissionsfreier Binnenschifffahrt

Zur Senkung der CO₂-Emissionen der Binnenschifffahrt ist der elektrische Antrieb eine Option. Mit sieben Partnern ist der Hafenbetrieb einer der Projektträger des „Groene Cirkels“-Programms, das auf die Nutzung austauschbarer Batteriecontainer abzielt. Heineken wird der erste Nutzer auf der Wegstrecke Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen. Zudem arbeiten verschiedene Parteien an Vorzeigeprojekten auf Basis von Wasserstoff. Der Hafenbetrieb unterstützt all diese Initiativen, unter anderem mit Preisnachlässen auf Binnenhafengebühren.

Landstromversuche für Seeschiffe

Seeschiffe, die Rotterdam ansteuern, benötigen Energie am Kai, um die Stromversorgung an Bord gewährleisten zu können. Dafür werden heutzutage hauptsächlich Dieselgeneratoren eingesetzt. Der Anschluss ans Stromnetz ist für Seeschiffe - angesichts ihres enormen Verbrauchs - schwieriger als für die Binnenschiffe. Der Hafenbetrieb Rotterdam legt großen Wer darauf, dass Landstrom für Seeschiffe verfügbar wird. Hierdurch wird die Luftqualität verbessert. Deshalb wird ein Teststandort eigerichtet. Dafür arbeitet der Hafenbetrieb Rotterdam mit der Stadt Rotterdam zusammen. Zudem führen die Unternehmen Heerema, Eneco und der Hafenbetrieb Rotterdam eine Machbarkeitsstudie für Öko-Landstrom im Calandkanaal durch.

Digitalisierung führt zu niedrigerem Energieverbrauch

In Rotterdam wird Digitalisierung gerade eingesetzt, um die Effizienz und die Zuverlässigkeit der Logistikkette weiterhin zu verbessern. In der Praxis führt dies zu niedrigeren Transaktionskosten beim Buchen von Ladung, sowie ebenfalls ein niedrigerer Energieverbrauch durch kürzeren Fahrtrouten und beschleunigter Abwicklung von Ladungen.