Impala kauft HES Hartel Tank-Terminal im Hafen von Rotterdam

28 November 2023
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Die Impala Terminals Group gibt bekannt, dass sie das HES Hartel Tank-Terminal im Rahmen eines Auktionsprozesses erwirbt. Impala ist ein globales Infrastruktur- und Logistikunternehmen, das sich auf den Handel mit Rohstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben in den nächsten zwei Jahren zwischen 90 und 100 Millionen Euro in die Fertigstellung des Terminals investieren. Die Transaktion wird voraussichtlich in den nächsten Tagen abgeschlossen.

Das HES Hartel Tank Terminal auf der Maasvlakte
Foto: Trafigura

Das Terminal wird in „Impala Energy Infrastructure Netherlands“ umbenannt. Die Anlage dient der Lagerung und dem Umschlag von Kraftstoffen und hat eine Lagerkapazität von 1,3 Millionen Kubikmetern. Die Anlage besteht aus mehr als fünfzig Tanks und bietet auch die Möglichkeit, verschiedene Biokraftstoffe zu lagern, so dass die Anlage auch eine Rolle bei der Energiewende in der Region spielen kann.

Verkaufsprozess

Der Bau des Terminals wurde im Dezember letzten Jahres nach einer Reihe von Rückschlägen gestoppt, darunter zunehmende Verzögerungen, unter anderem durch die Corona-Pandemie und damit verbundene Mehrkosten. Der bisherige Projektträger HES Hartel Tank Terminal B.V. wurde im Januar vom Gericht in Rotterdam für insolvent erklärt. Daraufhin folgte ein Auktionsverfahren für den Verkauf des Terminals. Dieses wird nun mit dem Kauf durch Impala abgeschlossen sein.

Das sei ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten, betonte der betreuende Kurator des Verkaufsprozesses, Carl Hamm. Am wichtigsten sei dabei, gemäß ihm, dass Impala die für die Fertigstellung und den Betrieb des Terminals erforderlichen Investitionen tätigen werde. Sjoerd Bazen, CEO von Impala Energy Infrastructure, ergänzt: „Dies ist eine äußerst positive Entwicklung für Impala, zumal unsere Kunden damit eine starke und strategisch günstig gelegene Anlage in der wichtigen Handelsregion Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen erhalten. Wir freuen uns darauf, unsere Aktivitäten in der Region in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern im und um den Hafen, einschließlich der Port of Rotterdam Authority, auszubauen.“

Neue Zukunft

Die Port of Rotterdam Authority hat bereits in das Terminal investiert und den Kai für Hochseeschiffe und die Anlegestellen für Lastkähne ausgebaut. Boudewijn Siemons, CEO a. i. und COO der Port of Rotterdam Authority, gratuliert dem neuen Eigentümer: „Wir freuen uns, dass Impala das Terminal erworben hat und es nun fertiggestellt werden kann. Der Hafen erhält eine zusätzliche, brandneue Lagermöglichkeit für verschiedene Kraftstoffe. Außerdem engagiert sich Impala hiermit für einen längeren Zeitraum in Rotterdam. Damit erhält das Terminal nach einer für alle Beteiligten – insbesondere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – unerfreulichen Insolvenz, eine neue Zukunft.“

Nachhaltigkeit

Bugaboo auf dem Weg zu einer emissionsfreien Lieferkette

09 November 2023
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Zusammenarbeit entscheidend für das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen

Eine CO2-neutrale Gesellschaft ist die Voraussetzung für eine zukunftsfähige Welt. Eine nachhaltigere Gestaltung der Logistikketten ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Wandels, stellt die Verlader aber auch vor große Herausforderungen. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Partnern der Lieferketten kann zu guten Ergebnissen führen, wie die Erfolgsgeschichte von Bugaboo beweist.

Am bekanntesten sind die beliebten Kinderwagen, aber das Sortiment von Bugaboo umfasst noch viele weitere Produkte für junge Eltern. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam produziert den Großteil seines Portfolios in seiner eigenen Fabrik in China und beliefert von dort aus Kunden in der ganzen Welt.

„Wir sind in der Fertigungsindustrie tätig und haben daher logischerweise einen relativ großen CO2-Fußabdruck. Das macht es schwierig, unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Aber gerade weil es sich um unsere eigene Produktionsstätte handelt, können wir unseren Fußabdruck leichter erfassen und direkter kontrollieren", erläutert Lise Hordijk, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Bugaboo.

Sie weiß am besten, wie ehrgeizig diese Nachhaltigkeitsziele sind. Bugaboo setzt sich aktiv für eine bessere Zukunft ein. Das ultimative Ziel lautet: Emissionsfrei bis 2035. „Die Zeit drängt, aber ich bin überzeugt, dass es erreichbar ist“, so Hordijk.

Verantwortungsvolle Produktion

Die Zusammenarbeit in der Kette ist gemäß Hordijk entscheidend, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Für Bugaboo beginnt dies bei der Produktionsphase der Lieferkette. „Wir schauen uns unter anderem das Design unserer Produkte an; wie wir Materialien anders verwenden und Rohstoffe verantwortungsvoll beziehen können", erläutert Hordijk.

Dies führte unter anderem zu Partnerschaften mit DSM Engineering Materials (heute Envilor) und Neste, mit denen wir entlang der Wertschöpfungskette übergreifend zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit ermöglichte die erfolgreiche Einführung von biobasierten Kunststoffen in das Bugaboo-Portfolio.

Lisa Hordijk im Bugaboo-Lagerhaus

„Das ist eines der am häufigsten verwendeten Materialien in unseren Produkten. Durch die Umstellung auf eine nachhaltigere Alternative konnten wir unsere CO2-Emissionen für diese Produkte um bis zu 24 Prozent senken. Selbstverständlich ohne Abstriche bei der Qualität“, so die Nachhaltigkeitsmanagerin weiter. Jetzt sucht Bugaboo nach Alternativen zu anderen Materialien für den Herstellungsprozess. „Es gibt auf jeden Fall noch Potenzial für Verbesserungen“, stellt Hordijk fest.

CO2-Emissionen reduzieren

Aber auch der Transport zu den Einzelhändlern und Kunden weltweit, insbesondere der Transport von Seecontainern, hat einen großen Einfluss auf die CO2-Emissionen der Verlader.

Die überwiegende Mehrheit der transportierten Container ist für den europäischen Markt bestimmt und wird über den Hafen von Rotterdam verschifft. „Rotterdam hat sich zum Ziel gesetzt, der umweltfreundlichste Logistikstandort zu sein. Damit können wir unsere Produkte auf die nachhaltigste Art und Weise vertreiben“, erklärt Hordijk.

Die Port of Rotterdam Authority übernimmt zusammen mit den Kettenparteien die Vorreiterrolle beim Übergang zu CO2-neutralen Ketten und hat gemeinsam mit GoodShipping die Kampagne „Switch to Zero“ initiiert, an der sich auch Bugaboo beteiligt. Hordijk: „Die Kampagne ist mehr als nur eine nette Initiative und passt perfekt in unser „Push to Zero“-Programm, mit dem wir die CO2-Emissionen reduzieren, anstatt sie auszugleichen – Insetting statt Offsetting.“

„Insetting bewirkt echte Veränderung“

GoodShipping ist Marktführer im Bereich Insetting und ermöglicht es Verladern und Produzenten, Seefracht mit nachhaltigem Treibstoff statt mit herkömmlichem fossilen Treibstoff zu transportieren. Die Initiative liegt nicht bei den Reedereien, sondern bei den Frachteigentümern.

Wat ist Insetting?

Insetting ist das Prinzip, nach dem Unternehmen ihren ökologischen Fußabdruck innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette reduzieren. Eine CO2-Reduzierung wird nicht durch Kompensation erreicht, sondern durch die tatsächliche Nutzung nachhaltiger Alternativen. Durch Zertifikate für die Verwendung alternativer Kraftstoffe wird eine gleichwertige Menge an nachhaltigem Transport (also CO2-Reduzierung) eingekauft. Mit Insetting können Unternehmen die Nachhaltigkeit ihrer eigenen Wertschöpfungskette effektiv beeinflussen. Nach diesem Prinzip werden auch längerfristige Veränderungen in der Kette vorangetrieben.

„Bei der Seefracht ist die Zahl der nachhaltigen Optionen in der Container-Lieferkette noch nicht sehr groß“, erklärt Hordijk. „Offsetting – der Ausgleich von Emissionen, zum Beispiel durch das Pflanzen von Bäumen – ist wichtig, führt aber nicht zu einer echten Veränderung. Insetting jedoch schafft das, indem fossile Brennstoffe durch Biokraftstoffe ersetzt werden.“

Die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf nachhaltige Biokraftstoffe hat bisher zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um bis zu 73 Prozent geführt. „Es ist eine niedrigschwellige Möglichkeit, zu einer konkreten CO2-Reduzierung beizutragen. Ohne dass größere Änderungen in der Lieferkette erforderlich sind“, weiß Hordijk.

Lisa Hordijk geht über das APM-Terminal

Und es bleibt nicht bei der Wahl von Rotterdam und der Zusammenarbeit mit GoodShipping. Auch mit dem Logistikdienstleister DSV wird eng zusammengearbeitet, um eine nachhaltige Logistikkette zu realisieren. Von einem speziellen Lager in Moerdijk aus kümmert sich DSV um die Lagerhaltung und den Vertrieb für Bugaboo.

„Zweimal pro Jahr erhalten wir detaillierte Nachhaltigkeitsberichte. Anhand dieser Berichte prüfen wir gemeinsam, wie wir auch diesen Teil der Lieferkette noch nachhaltiger gestalten können“, erklärt Hordijk.

„Keine leeren Versprechungen“

Bugaboo auf dem richtigen Weg zu einer emissionsfreien Lieferkette. Auch wenn noch mehr möglich ist: Das Erreichte kann sich sehen lassen. Besonders stolz ist Hordijk auf die Tatsache, dass die Reduktionsziele des Unternehmens von der Science Based Target Initiative verifiziert wurden. Dieses globale Gremium prüft, ob die Emissionsreduktionsziele tatsächlich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens beitragen und mit diesen übereinstimmen.

„Mit der Halbierung der CO2-Emissionen in unserer Produktion und bei den Materialien haben wir uns hohe Ziele gesetzt“, betont Hordijk. „Aber dank der Verifizierung haben wir die Gewissheit, dass wir wirklich einen Beitrag leisten können und es nicht bei leeren Versprechungen bleibt.“

Die Nachhaltigkeitsmanagerin blickt daher zuversichtlich in die Zukunft: „Angesichts der enormen Anzahl von Containern, die mit dem Schiff transportiert werden können, ist dies nach wie vor die nachhaltigste Transportart. Insetting-Initiativen wie die von GoodShipping machen die Lieferkette noch nachhaltiger“, sagt sie abschließend.

Lisa Hordijk am APM-Terminal
Innovation

Würmer als Lösung für die Trocknung von Sedimentschlamm

30 Oktober 2023
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Die europäische Baggerindustrie produziert schätzungsweise 200 Millionen Kubikmeter Baggergut pro Jahr. In den Hafenbecken der Rotterdamer Häfen werden jedes Jahr etwa 5 Millionen Kubikmeter Baggergut ausgebaggert. Der überwiegende Anteil dieses Materials ist eine Mischung aus sehr feinen Sedimenten und Wasser. Diesen wässrigen Schlamm in Erde zu verwandeln, dauert normalerweise sehr lange, denn das Wasser muss abfließen oder natürlich verdunsten. Dies wird als Entwässerung bezeichnet.

Von Würmern getrocknete Erde

Miguel de Lucas, CEO von Medeina, entdeckte eine Möglichkeit, den Entwässerungsprozess erheblich zu beschleunigen. Die Methode basiert auf einer besonderen Kombination aus Biologie und Physik; der Star der Show ist nämlich ein Wurm! Miguel de Lucas: „Wenn man unsere Würmer in ein Sediment mit Wasser setzt, bauen sie ein Netz von Tunneln im gesamten Sediment. So kann das Wasser viel schneller abfließen.“

Lesen Sie das ganze Interview mit Miguel. Medeina ist einer der Teilnehmer des Accelerator-Programms 2023 PortXL. Zusammen mit sieben anderen Start-ups und Scale-ups aus aller Welt nimmt das Unternehmen an diesem 100-Tage-Programm teil.

Umschlag im Rotterdamer Hafen sinkt bis zum dritten Quartal um 6,0 %

23 Oktober 2023
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In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 verzeichnete der Rotterdamer Hafen beim Umschlag einen Rückgang von 6,0 Prozent. Insgesamt wurden 329,9 Millionen Tonnen gegenüber 351,0 Millionen Tonnen im Vergleichszeitraum 2022 umgeschlagen. Der Rückgang betraf vor allem den Umschlag von Containern und Kohle. Der Umschlag von Eisenerz und Schrott, Agribulk sowie LNG stieg dagegen an.

Der Rückgang des Gesamtumschlagvolumens ist eine direkte Folge des beschränkten Wachstums der Weltwirtschaft und geopolitischer Spannungen, die für ein sinkendes Welthandelsvolumen und eine rückläufige Industrieproduktion sorgen.

Maasvlakte 2 aus der Vogelperspektive fotografiert
Foto: Martens Multimedia

Boudewijn Siemons, CEO a.i. & COO Port of Rotterdam Authority: „Der Umschlag in den ersten neun Monaten ist erwartungsgemäß geringer als im Vorjahr, entspricht aber unseren Prognosen. Die Wirtschaft hat sich noch nicht erholt, und das belastet die Umschlagszahlen weiterhin. Trotz des Umschlagrückgangs investieren wir weiter in einen vitalen und klimaneutralen Hafen. Zu diesem Zweck haben wir im dritten Quartal einen wichtigen Meilenstein im Rahmen des CO2-Transport- und Speicherprojekts Porthos erreicht. Nach der positiven Entscheidung des Staatsrats im August wurde die endgültige Investitionsentscheidung im Oktober getroffen, sodass wir so bald wie möglich mit dem Bau beginnen werden. Dank Porthos werden bald 2,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aufgefangen und dauerhaft gespeichert.“

Trockenes Massengut

Insgesamt ging das Segment Trockenes Massengut in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 11,9 % zurück. Trotz sinkender Stahlproduktion stieg der Umschlag von Eisenerz und Schrott (6,8 %). In den letzten Monaten liefen die Hochöfen stabil und die Erzvorräte wurden wieder aufgefüllt. Der Kohleumschlag verzeichnete einen deutlichen Rückgang (-16,8 %), da u. a. in den Kraftwerken weniger Kohle verfeuert wurde. Diese kämpfte gegen eine starke Konkurrenz durch Sonne, Wind und Gas. In den letzten Monaten waren deshalb mehrere Kohlekraftwerke stillgelegt worden.

Der Zuwachs bei Agribulk (40,7 %) und der Rückgang bei sonstigem trockenem Massengut (-53,6 %) sind durch administrative Korrekturen verzerrt. Ohne diese Verzerrung beträgt der Zuwachs im Agribulk-Segment 4,6 %. Dies ist vor allem auf die gestiegenen Soja-Importe aus Südamerika zurückzuführen. Der Umschlag von sonstigem trockenen Massengut ging nach Korrektur um -23,9 % zurück, weil die Nachfrage nach Rohstoffen für das Baugewerbe und die Industrieproduktion zurückging und diese Ladungen aufgrund der niedrigeren Containertarife wieder verstärkt in Containern transportiert wurden.

Flüssiges Massengut

Das Segment flüssiges Massengut verzeichnete einen Rückgang von 2,4 %. Der LNG-Umschlag stieg leicht um 0,4 %, da mehr LNG importiert wurde, um russisches Pipelinegas zu ersetzen. In den anderen Segmenten ist ein leichter Umschlagrückgang zu verzeichnen. Der Rohölumschlag ging beispielsweise um 1,9 % zurück, da mehr Wartungsarbeiten in den Raffinerien stattfanden und dadurch weniger Rohöl angeliefert wurde.

Mineralölerzeugnisse gingen um 3,1 % zurück, da seit den Sanktionen gegen russische Ölerzeugnisse weniger Schweröl über Rotterdam transportiert wurde. Die Kategorien innerhalb des Segments der sonstigen flüssigen Massengüter (unter anderem Chemikalien, Biokraftstoffe, pflanzliche/tierische Öle und Fruchtsäfte) verzeichneten einen Rückgang um 3,5 %. Höhere Energiekosten und eine geringere Kapazitätsauslastung der Fabriken in Europa führten zu einem Abbau der vorhandenen Lagerbestände.

Container & Breakbulk

Die weltweite Nachfrage nach Gütern ist aufgrund von Inflation, begrenztem Wirtschaftswachstum, geopolitischen Spannungen und höheren Ausgaben für Dienstleistungen statt für Produkte immer noch niedriger als im Jahr 2022. Die Auswirkungen dieser Entwicklung lassen sich am Containerumschlag in Rotterdam ablesen. Das Containersegment verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Rückgang von 8,1 % beim Gewicht und 7,2 % bei der Anzahl der Container (TEU, twenty feet equivalent unit). Das Transhipment volumen stieg im dritten Quartal 2023 um 8,1 %.

Auch der RoRo-Transport (-3,8 %) und der sonstige Stückguttransport (-13,7 %) gingen aufgrund geringerer Verbraucherausgaben, hoher Lagerbestände und niedrigerer Investitionen zurück. Infolgedessen sank der Gesamtumschlag im Breakbulk-Segment um 6,0 %.

Vorerst keine Seeschiffe am Park- und Lloyd-Kai

13 Oktober 2023
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Seeschiffe sind an den Park- und Lloyd-Kais im Zentrum von Rotterdam ab dem 20. Oktober vorerst nicht mehr willkommen. Die Europäische Kommission hat dort Mitte September 2023 eine Kontrolle durchgeführt mit dem Ziel, die Sicherheit von Häfen zu verbessern. Daraus ging hervor, dass die derzeitigen Sicherheitsmaßnahmen dieser öffentlichen Warteplätze nicht den Anforderungen der Europäischen Kommission entsprechen.

Etwa 1.700 Seeschiffe nutzen jährlich die öffentlichen Liegeplätze am Park-Kai und 400 Seeschiffe am Lloyd-Kai.

Seeschiffe, die an der Parkkade in Rotterdam angedockt sind

Auch die anderen öffentlichen Warteplätze in den Niederlanden werden künftig von der Europäischen Kommission näher untersucht. Hier finden Vorschriften im Rahmen des ISPS-Code Anwendung, dem Internationalen Code für die Gefahrenabwehr auf Schiffen und in Hafenanlagen. Dieser gilt seit 2004 für Seeschiffe und Hafenanlagen, die diese aufnehmen. Diese Vorschriften betreffen die Verbindung zwischen dem Schiff und dem Kai – die so genannte Schnittstelle zwischen Schiff und Land – und erfordern gewisse Sicherheitsmaßnahmen, sowohl für das Schiff als auch für die Hafenanlage.

Da es sich um öffentlichen Raum, bewohntes Gebiet und ein geschütztes Stadtbild handelt, entschied man sich am Park- und Lloyd-Kai für eine Kameraüberwachung. Diese Maßnahme wurde ursprünglich als angemessen betrachtet. Da das Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft und die Port of Rotterdam Authority die europäischen Gesetze und Vorschriften unterschiedlich interpretiert und umgesetzt haben, hat die Europäische Kommission diese Maßnahme nun als unzureichend erachtet.

Die Port of Rotterdam Authority untersucht nun andere mögliche (öffentliche) Warteplätze für Schiffe, die den Park- und Lloyd-Kai benutzen. Außerdem arbeitet sie an Maßnahmen, um Seeschiffen so bald wie möglich wieder die Nutzung öffentlicher Warteplätze zu ermöglichen. Noch ist unklar, wie lange die Situation andauern wird. Wir werden die Beteiligten über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Mass Flow Meter Bunkermesssystem ab 1. Januar 2026 vorgeschrieben

11 Oktober 2023
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Ab 1. Januar 2026 ist die Verwendung eines Bunkermesssystems für Bunkerschiffe in den Häfen Antwerpen-Brügge und Rotterdam vorgeschrieben. Ab diesem Zeitpunkt müssen Bunkerschiffe in beiden Häfen über ein zertifiziertes System verfügen, das genau angibt, wie viel Kraftstoff sie an Seeschiffe liefern.

Maersk-Schiffe bunkern am APM2-Terminal auf der Maasvlakte 2
Foto: Kees Torn

Mit dieser Maßnahme wollen die Hafenbehörden den Bunkermarkt in Antwerpen, Zeebrügge und Rotterdam transparenter, effizienter und zuverlässiger gestalten.

Ende letzten Jahres hatten beide Häfen bereits angekündigt, dass sie zertifizierte Bunkermesssysteme an Bord von Bunkerschiffen verbindlich vorschreiben würden. Dies ist eine Konsequenz unabhängiger Untersuchungen in Antwerpen, Zeebrügge und Rotterdam, die regelmäßige Mengenprobleme auf dem Bunkermarkt aufzeigten.

In den letzten Monaten haben die Häfen Konsultationen mit verschiedenen Interessengruppen durchgeführt, um alle Bedürfnisse und Wünsche zu ermitteln. Gemeinsam legten die Parteien einen realistischen Stufenplan für die Einführung des Bunkermesssystems fest. Darüber hinaus mussten die praktischen Aspekte der Einführung dieses Systems vor dem Hintergrund des unterschiedlichen Rechtsrahmens in Belgien und den Niederlanden hinreichend geprüft werden.

Derzeit sind 40 von 170 Bunkerschiffen in Rotterdam, Antwerpen und Zeebrügge mit einem Bunkermesssystem ausgestattet. Die Hafenbehörden sind sich daher bewusst, dass diese Maßnahme erhebliche Auswirkungen auf den Bunkermarkt haben wird. Die Frist bis 1. Januar 2026 gibt den verschiedenen Unternehmen der Bunkerkette genügend Zeit, sich auf die Maßnahme einzustellen.

Diese künftige Verpflichtung wurde bereits in die Lizenzen für Bunkerschiffe im Hafen von Antwerpen-Brügge aufgenommen. Die Genehmigung für Bunkerunternehmen in Rotterdam wird noch einer Änderung unterzogen. Auf der ARACON-Konferenz am 19. und 20. Oktober werden die beiden Häfen über die Fortschritte berichten.

Deutscher Stahlkonzern thyssenkrupp investiert in Rotterdamer Hafen

05 Oktober 2023
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thyssenkrupp Steel Europe investiert in den Hafen von Rotterdam. Bei Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V. (EECV) wird für einen zweistelligen Millionenbetrag ein neuer Seeschiffentlader gebaut. Der neue Kran ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass thyssenkrupp langfristig eine Zukunft für seine Infrastruktur im Rotterdamer Hafen sieht.

Fortune entlädt Erz am EECV-Terminal
Foto: Frans van Keulen

Die Anlage ist zum Entladen von Brenn- und Rohstoffen für das Stahlwerk bestimmt. „Von 2027 an wird der Kohleumschlag allmählich zurückgehen, Eisenerz ist jedoch weiterhin erforderlich, um klimafreundlichen Stahl zu produzieren. EECV und thyssenkrupp Veerhaven transportieren damit den zukünftigen Rohstoff für die neue DRI-Anlage, die mit Wasserstoff betrieben wird. Mit der neuen Entladeanlage und der bewährten Schubschiffflotte werden beide Unternehmen auch in den kommenden Jahrzehnten eine zuverlässige Verbindung zwischen dem Rotterdamer Hafen und dem künftigen Duisburger Werk für grünen Stahl sicherstellen“, so Dr. Heike Denecke-Arnold, COO von thyssenkrupp Steel.

Energiewende

Port of Rotterdam Authority und Yokogawa initiieren Studie zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz in der Industrie

26 September 2023
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Die Port of Rotterdam Authority und die Yokogawa Electric Corporation haben eine Machbarkeitsstudie zur Steigerung der branchenübergreifenden Integration für die effiziente Nutzung von Energie und Versorgungseinrichtungen im Rotterdamer Industriecluster in die Wege geleitet, um zu den ehrgeizigen regionalen Dekarbonisierungszielen beizutragen. Eine erste Bestandsaufnahme hat gezeigt, dass die Optimierung des Strom- und Versorgungsverbrauchs über alle Unternehmen hinweg zu Kosteneinsparungen von bis zu 5 % führen kann.

Botlek seen from the sky

Die einzelnen Unternehmen der petrochemischen Industrie haben ihre eigenen Abläufe zumeist stark optimiert. Doch Bedenken, vertrauliche Informationen preiszugeben, halten sie oft davon ab, einen Blick „über den Zaun“ zu werfen und mit anderen Unternehmen in einem Industriecluster zusammenzuarbeiten – obwohl dies zu weiteren Energie- und Ressourceneinsparungen führen könnte.  Die Port of Rotterdam Authority und Yokogawa wollen diese Barriere durchbrechen, indem sie den vertraulichen Austausch von Daten und eine tiefere Integration innerhalb des Clusters erleichtern, um durch die Optimierung der Produktion ganzer Industriecluster die großen potenziellen Effizienzgewinne zu erschließen.

Durch die Integration verschiedener Energieträger wie Wärme, Strom und Wasserstoff kann die Flexibilität der Industrie erhöht werden, was zu einer neuen Effizienz beiträgt. So kann zum Beispiel der Stromverbrauch „hinter dem Zähler“ zwischen benachbarten Unternehmen optimiert werden, um Verbrauchsspitzen zu bewältigen, was auch dazu beitragen könnte, eine Überlastung des Stromnetzes im Hafengebiet zu verhindern oder zu verringern. Derselbe Ansatz kann durch eine Koordinierung der Verwendung anderer Energieträger erweitert werden. Unternehmen, die Dampf als Nebenprodukt erzeugen, könnten zum Beispiel die Produktion genau dann hochfahren, wenn ein benachbartes Unternehmen mehr Dampf benötigt, und so verhindern, dass Wärme verschwendet wird. Insgesamt könnte dieser übergreifende Ansatz bei der Versorgung einen relevanten Beitrag zur Energieeinsparung und Emissionsreduzierung leisten.

Als Europas größter Hafen und Sitz von mehr als 200 Industrieunternehmen ist der Hafen von Rotterdam in einer einzigartigen Position, um dieses Projekt zur Unterstützung der Energiewende zu ermöglichen und umzusetzen. Yokogawa kann seine Simulationstechnologie, die eine optimale Produktionsplanung unterstützt, seine Lösungen für regionales Energiemanagement und seine Beratungskapazitäten einsetzen, um Möglichkeiten für Effizienzsteigerungen in verschiedenen Industriesystemen aufzudecken. 

Vor-Durchführbarkeitsstudie

Die beiden Unternehmen haben bereits eine Vormachbarkeitsstudie abgeschlossen, in der Computersimulationen und Vergleiche mit dem Betrieb im Industriecluster des Rotterdamer Hafens durchgeführt wurden, um mögliche Einsparungen bei einer Reihe von Energieträgern zu ermitteln. Dies wurde mit vertiefenden Workshops und Diskussionsrunden mit verschiedenen in diesem Gebiet tätigen Unternehmen kombiniert. 

Die Vormachbarkeitsstudie zeigte, dass die Effizienz durch eine bessere Abstimmung der Nutzung von Strom, Wärme, Dampf und Rohstoffen wie Wasser und Industriegasen um bis zu 5 % gesteigert werden kann, was zu niedrigeren Kosten und einer niedrigeren CO2-Bilanz führt. Langfristig könnte eine tiefere Integration und Optimierung innerhalb des Industrieclusters zu Einsparungen von bis zu 10 % führen. Auf diese Weise könnte sich der Raum Rotterdam zu einer „industriellen Sharing Economy“ entwickeln, in der eine intensive gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Infrastrukturen zu hocheffizienten Abläufen für alle Unternehmen in der Region führt.

Nach diesen vielversprechenden ersten Auswertungen haben die Port of Rotterdam Authority und Yokogawa nun eine Machbarkeitsstudie mit mehreren Petrochemie- und Energieunternehmen des Clusters gestartet, um konkrete Anwendungsfälle auf der Grundlage der bestehenden Abläufe zu definieren. Die ersten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden für Ende 2023 erwartet. Wenn die Ergebnisse überzeugen, wird der nächste Schritt darin bestehen, Pläne für die Durchführung von Feldversuchen mit kooperierenden Unternehmen im Hafen ab 2024 zu entwickeln.

Energiewende

Porthos-Projekt kann fortgesetzt werden

22 August 2023
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Der Eingliederungsplan und die Umweltgenehmigungen für das so genannte Porthos-Projekt sind weiterhin gültig. Das bedeutet, dass das Porthos-Projekt weitergeführt werden kann. Dies geht aus einem Urteil der Abteilung für Verwaltungsrecht des Staatsrats vom 16. August 2023 hervor.

Porthos in der Botlek

Update: 16 August. 2023, 13:35

Porthos freut sich über grünes Licht des Staatsrats für CO2-Speicherung

Wild Port of Europe für Filmpreis in Deutschland nominiert

17 August 2023
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Wild Port of Europe, der Film des Niederländers Willem Berents und der Deutschen Melanie Kutzke über die unerwartete Präsenz reicher Natur in den Häfen von Rotterdam und Moerdijk, wurde bei GREEN SCREEN, dem internationalen Naturfilmfestival in Eckernförde, Deutschland, als „Bester innovativer Film“ nominiert. Zuvor wurde der Naturfilm mit dem Kristallen Film Award des Nederlands Filmfestival ausgezeichnet.

Willem Berents bei den Dreharbeiten zu Wild Port of Europe

Der Film wird auf dem Festival in Eckernförde am 8. September in Anwesenheit von Melanie Kutzke und Willem Berents, den Machern des Films, gezeigt.

„Wir freuen uns über diese Nominierung, denn sie würdigt gerade den innovativen Aspekt unseres Films. Mit Wild Port of Europe wollen wir uns für die verkannte Natur einsetzen. Der Film handelt von der unsichtbaren Natur, die gegen alle Widerstände versucht, in einer extrem industrialisierten Landschaft zu überleben, in der der Mensch alles bestimmt: der größte Hafen Europas“, so Melanie Kutzke.

Ein Gebiet, das sich auch ständig verändert. Dass es hier eine reiche Natur gibt, ist unerwartet und unangenehm und wird daher im Allgemeinen lieber verleugnet als begrüßt. Auf der einen Seite wird diese Natur aus wirtschaftlichen Gründen an den Rand gedrängt, denn es bleibt in erster Linie ein Hafen-Industriegebiet. Und auf der anderen Seite wird sie bequemerweise geleugnet, weil die Natur an einem „schmutzigen“ Ort wie einem Industriegebiet nicht mit unserem nostalgischen Bild der Natur oder unserer aktuellen Weltanschauung übereinstimmt. Es ist genau dieser Spagat, der Wild Port of Europe in seiner Form deutlich macht. In der Kameraarbeit haben wir uns stets darum bemüht, die natürliche und die industrielle Welt einander gegenüberzustellen. „Poetisches Unbehagen“, so nennen wir selbst es. Ohne Voreingenommenheit und ohne ein zwingendes Voice-over. Wild Port of Europe überlässt das Erlebnis und die Interpretation dem Zuschauer.

Die Produktion des Films dauerte fünf Jahre und war eine extreme Herausforderung. Die Häfen sind nicht nur riesig, sie befinden sich auch buchstäblich hinter verschlossenen Türen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Natur hier nur überleben kann, indem sie jede sich bietende Gelegenheit ergreift – und die sind nicht vorhersehbar. Doch die Geduld brachte faszinierende Bilder hervor, unter anderem von einem Turmfalken, der hoch oben in einer Containerlandschaft nistet. Aber auch von einem eierstehlenden Igel und einer Iltisfamilie, die notgedrungen ein Nomadendasein führt. Von riesigen Vogelkolonien, die von Wetterextremen heimgesucht werden. Und von einem Bussard, der ein Wasserfass als Kühlbox für seinen Vorrat an Kaninchenkadavern benutzt.

Green Screen

Das „Green Screen Festival“ findet vom 6. bis 10. September in Eckernförde an der Ostsee statt. Es ist – nach Angaben der Organisatoren – das beliebteste Festival für Naturdokumentationen in Europa und wird seit 2007 ausgerichtet.