Brexit

Das Vereinigte Königreich hat die Europäische Union am 31. Januar 2020 offiziell verlassen. Dieser Schritt wird Folgen für den Handel zwischen Rotterdam und dem Vereinigten Königreich nach sich ziehen. Je nach den Bedingungen für eine neue Zusammenarbeit zwischen dem VK und der EU werden neue Formalitäten, Tarife sowie Qualitäts- und Umweltnormen den ungehinderten Handel erschweren. Auf jeden Fall bis zum 31. Dezember 2020 wird sich noch nichts ändern, denn bis dahin gilt ein Übergangszeitraum.

Während dieses Übergangszeitraums verhandeln die EU und das Vereinigte Königreich über die Zusammenarbeit nach dem 31. Dezember 2020. Für den Rotterdamer Hafen ist es ausschlaggebend, dass in einem solchen Vertrag geregelt wird, dass der Import, Export und Transit möglichst einfach erfolgen können. Dies erfordert möglichst einheitliche Zollvorschriften sowie veterinäre und phytosanitäre Formalitäten im Vereinigten Königreich und der EU. Im Rotterdamer Hafen fahren täglich rund 3000 Lkw zu den Fährterminals bzw. verlassen sie; zudem werden jährlich über 40 Mio. t Ladung importiert und exportiert.

Der Rotterdamer Hafen hat sich zusammen mit Portbase, dem Zoll, dem niederländischen Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat und den Fährterminals möglichst gut auf den Brexit vorbereitet. Durch die Nutzung von Portbase ist es weiterhin möglich, ohne Aufenthalt zu exportieren und zu importieren. Dabei kommt es jedoch darauf an, dass sich alle Partner in der Kette bei Portbase registrieren. Unabhängig von der Kooperationsform wird eine zusätzliche Formalitätenkontrolle erfolgen. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, sich nun bei Portbase anzumelden.

Ende 2020 kann erneut, wie schon am 29. März, 12. April und 31. Oktober 2019 möglich, ein harter Brexit stattfinden, wenn die EU und das Vereinigte Königreich kein Handelsabkommen erzielt haben oder wenn keine Klarheit über eine Verlängerung des Übergangszeitraums erlangt wurde. In diesem Fall werden der Rotterdamer Hafen, der Zoll, das Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat, die Gemeinde und die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit NVWA erneut Maßnahmen treffen, um die Auswirkungen des Brexit so weit wie möglich zu begrenzen.

Get ready for Brexit

Sind Sie auf einen No-Deal-Brexit vorbereitet?
Was sich für Sie ändert.

Kein Zolldokument? Keine
Voranmeldung am Fährterminal?
Dann keine Überfahrt!

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Informationen für die Schifffahrt

Ob Brexit oder kein Brexit – die gesamte Seeschifffahrt muss sich vor dem Anlegen im Rotterdamer Hafen beim Hafenmeister anmelden. Weitere Informationen für anlegende Seeschifffahrt und Binnenschifffahrt.

Informationen für Exporteure und Importeure

Nachdem das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen hat, ist es kein Mitgliedstaat der EU mehr. Deshalb sind Verfahren am Zoll bei Import und Export zwischen EU-Mitgliedstaten und dem VK erforderlich. Niederländische Unternehmen müssen nach dem Brexit künftig bei Export und Import am Zoll eine Zollerklärung abgeben. Im Falle eines sogenannten harten Brexit gibt es keine Übergangsperiode – Importeure und Exporteure spüren die Folgen dann sofort.

Neben diesen Zollvorschriften können Sie es auch mit anderen Formalitäten zu tun bekommen wie Kontrollen tierischer Produkte oder zusätzlichen Vorschriften für die Ein- und Ausfuhr von Abfällen.
Die Niederländische Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (NVWA) fordert Unternehmer, die Waren an Kunden im Vereinigten Königreich liefern oder die Waren aus dem Vereinigten Königreich erhalten, dazu auf, sich rechtzeitig bei den digitalen Systemen, die zum Beantragen und Verarbeiten von Import- und Exportkontrollen und -zertifikaten erforderlich sind, anzumelden.

Informationen für den Straßentransport

Nachdem das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen hat, ist es kein Mitgliedstaat der EU mehr. Deshalb sind Verfahren am Zoll bei Import und Export zwischen EU-Mitgliedstaten und dem VK erforderlich. Niederländische Unternehmen müssen nach dem Brexit künftig bei Export und Import am Zoll eine Zollerklärung abgeben.
Nach dem Brexit ändern sich die Vorschriften für den Güterverkehr per Fähre. Vor dem Transport müssen mindestens drei Formalitäten in Ordnung sein:

  1. Buchung bei der Fährgesellschaft.
  2. Zollanmeldung für die zu transportierenden Waren
  3. Anmeldung der Zolldokumente über Portbase.

Erfüllt der Transport diese drei Bedingungen nicht, dann wird dem Lkw-Fahrer die Zufahrt zum Fähranleger verweigert. Lkw-Fahrern wird deshalb empfohlen, erst dann zu den Fähranlegern loszufahren, wenn für ihre Ladung die Zollerklärung eingereicht und die Zolldokumente vorab angemeldet wurden. Weitere Informationen unter www.getreadyforbrexit.eu

Temporäre Pufferparkplätze

In der Nähe der Fähranleger sind temporäre Pufferparkplätze eingerichtet. Lkw-Fahrer, die keine Zufahrt zum Anleger bekommen, können dort die erforderlichen Formalitäten, in Zusammenarbeit mit ihrem Auftraggeber oder Transportplaner, noch in Ordnung bringen.

Informationen für Anlieger

Der Brexit führt zu zusätzlichen Zollformalitäten, Passkontrollen und möglicherweise zu zusätzlichen Kontrollen durch die Niederländische Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit. Dies kann zu längeren Verarbeitungszeiten an den Fähranlegern und höherem Verkehrsaufkommen an oder in der Nähe der Anleger führen. Möglicherweise kommt es zu Verkehrsbelästigungen. Unter www.rotterdamonderweg.nl und www.vananaarbeter.nl finden Sie aktuelle Verkehrsinformationen.

Die Verkehrsbehörde „Rijkswaterstaat“, lokale Behörden, das Hafengewerbe, der Transportsektor und der Hafenbetrieb Rotterdam arbeiten eng zusammen, um das Risiko von Verkehrsbelastungen und Parkplatzproblemen als Folge des Brexit zu minimieren. So werden Notfallgelegenheiten bei Überaufkommen für Lkws an oder in der Nähe der Fähranleger in Hoek van Holland und im Hafengebiet Europoort geschaffen. Zudem werden auch temporäre Pufferparkplätze am Nord- und Südufer des Nieuwe Waterweg eingerichtet.

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Brexit-relevante Fakten und Zahlen über den Rotterdamer Hafen

• Für Rotterdam ist das Vereinigte Königreich nach Russland vom Volumen her das zweitwichtigste Herkunftsland für die über das Meer an- und abtransportierten Güter. Nach Deutschland, Belgien und Russland steht das VK mit etwa 40 Mio. Tonnen (8,5 % des Gesamtumschlags von Rotterdam) an 4. Stelle.

• Der britische Import umfasst vor allem Shortsea-Fracht: Roll-on/Roll-off (RoRo)-Ladung, Container und flüssiges Massengut. Der britische Export in die Niederlande besteht vor allem aus flüssigem Massengut (insbesondere Nordseeöl) sowie aus Shortsea- und RoRo-Ladung.

• Das niederländische Statistische Amt (Centraal Planbureau - CPB) hat 2016 errechnet, dass ein Brexit die Wirtschaft der Niederlande relativ hart treffen kann. Es ist darauf zurückzuführen, dass die niederländische Wirtschaft im Vergleich zur EU mittels Handelsbeziehungen stärker mit der britischen Wirtschaft verwoben ist. Nach Angaben des CPB können die Kosten für die Niederlande im Jahr 2030 bis zu 1,2% des BIP erreichen, was ungefähr 10 Milliarden Euro oder 575,- Euro pro Einwohner bedeutet. Nach Meinung des CPB wird der Einfluss auf die Lebensmittelindustrie, Chemie-, Kunststoff- und Gummiindustrie, Elektronikindustrie, Transportmittelindustrie und Metall- und Mineralindustrie am größten sein.

• Der Handelseffekt des Brexits auf den Seetransport von und zu den niederländischen Häfen kann bedeutend ausfallen, wie aus dem Bericht „Gehen wir baden? [Gaan we het schip in?]“ des Fachinstituts für Mobilitätspolitik (8. Februar 2018) hervorgeht. Bei der Einschätzung dieses Effekts wurden die Brexit-Handelsszenarien des CPB als Ausgangspunkt genutzt. Was den ausgehenden Transport betrifft, wird der Effekt des Brexits für alle niederländischen Häfen auf -4,4% bei einem ungünstigen und -2,6% bei einem günstigen Szenario geschätzt.

• Wenn das Vereinigte Königreich aus dem Binnenmarkt aussteigt, werden Zollabfertigungen erfolgen müssen. Die Niederlande werden zu diesem Zweck Zolleinrichtungen einrichten müssen, auch im Rotterdamer Hafen. Dafür stellen die niederländischen Zollbehörden sowie die niederländische Lebensmittel- und Warenbehörde zusätzliches Personal ein (750-930 Zoll und höchstens 143 NVWA).

Wie bereitet sich der Hafen von Rotterdam auf den Brexit vor?

• Eine wichtige Konsequenz des Brexits ist, dass nicht nur Terminals und Reedereien damit zu tun haben, sondern dass er sich auf die gesamte logistische Kette im Hinterland auswirkt. Konkret bedeutet es, dass wenn ein deutscher Verlader keine Zollnummer hat oder seine Umsatzsteuererklärung nicht in Ordnung ist, ihm der Zugang zum Terminal in Rotterdam verweigert wird. Es ist deswegen von essenzieller Bedeutung, dass alle Partner der Logistikkette sich darauf einstellen, dass das VK ein Drittland wird. Im September 2018 waren erst 18 % der niederländischen Unternehmer, die mit dem Vereinigten Königreich Handel treiben, damit beschäftigt, sich aktiv auf den Brexit vorzubereiten. Deswegen betont der Hafenbetrieb andauernd, dass alle Glieder der Logistikkette sich vorbereiten sollten - vom Terminaloperator bis zum Verlader.
• Der Brexit kann zu Staubildung bei den Terminals im Hafen führen, da zusätzliche Formalitäten zu Verzögerungen führen können, zum Beispiel wenn die Spediteure ihre Frachtpapiere nicht entsprechend vorbereitet haben. Um dieses Risiko möglichst zu verringern, verhandelt der Hafenbetrieb mit Terminalbetreibern und umliegenden Gemeinden über die Realisierung zusätzlicher Parkplätze für Lkw-Transporte auf den Terminals und in ihrer Nähe.
• Der Hafenbetrieb Rotterdam hat gemeinsam mit den Terminals eine Simulationsstudie bezüglich des möglichen Einflusses des Brexits auf die Infrastruktur auf und um die Terminals durchfüren lassen. Die Ergebnisse dieser Simulation können die Behörden in ihrer Rolle als Straßenverwaltung nutzen, um die größten Engpässe zu beseitigen.
• Angesichts der Tatsache, dass RoRo und die Shortsea Terminals noch nicht über die ICT-Infrastruktur verfügen, die für die Abfertigung des Drittländerverkehrs erforderlich ist, hilft der Hafenbetrieb Rotterdam über sein Tochterunternehmen Portbase mit einem Anschluss an ein ICT-System, welches - genauso wie es bei den Containerterminals der Fall ist - die Formalitäten vollständig automatisiert. Dies stellt sicher, dass der Handelsverkehr mit dem VK möglichst wenig Verzögerungen verursacht.

Wo liegen beim Brexit die Chancen und Gefahren für den Rotterdamer Hafen?

• Kurzfristig sind die möglichen Verzögerungen im Bereich RoRo und den Shortsea Terminals die akuteste Gefahr für den reibungslosen Handelsverkehr mit dem VK. Mittel- und langfristig kann die Wiedereinführung von Handelszöllen zu Veränderungen in Produktionsprozessen und Distributionssystemen führen, was wiederum geringere Handelsströme nach sich ziehen könnte. Es bietet Rotterdam jedoch auch Chancen, zum Beispiel wenn Unternehmen ihre Tätigkeit aus dem VK nach Rotterdam verlegen. Der Hafenbetrieb und die Stadt Rotterdam arbeiten dabei eng zusammen.

Wie kann der Hafenbetrieb den Unternehmen im Hafen helfen, die negativen Folgen des Brexits möglichst einzuschränken?

• Der Hafenbetrieb Rotterdam ist bereits seit vielen Monaten damit beschäftigt, die Hafenunternehmen über die möglichen Folgen des Brexits und die Notwendigkeit, sich darauf rechtzeitig vorzubereiten, zu informieren. Der Hafenbetrieb nimmt auch im Namen der Rotterdamer Wirtschaft an diversen Besprechungen mit nationalen Behörden, Gemeinden und Inspektionsbehörden teil um sicherzustellen, dass das Engagement der staatlichen Behörden genau den Bedürfnissen der Wirtschaft entspricht. Es handelt sich um Angelegenheiten wie ausreichende Zollkapazitäten sowie ausreichende Möglichkeiten für Tiergesundheits- und Pflanzenschutzinspektionen, damit sie im gesamten Hafengebiet stattfinden können.
• Der Hafenbetrieb Rotterdam hat gemeinsam mit den Terminals eine Simulationsstudie bezüglich des möglichen Einflusses des Brexits auf die Infrastruktur auf und um die Terminals durchfüren lassen. Die Ergebnisse dieser Simulation können die Behörden in ihrer Rolle als Straßenverwaltung nutzen, um die größten Engpässe zu beseitigen.
• Angesichts der Tatsache, dass RoRo und die Shortsea Terminals noch nicht über die ICT-Infrastruktur verfügen, die für die Abfertigung des Drittländerverkehrs erforderlich ist, hilft der Hafenbetrieb Rotterdam über sein Tochterunternehmen Portbase mit einem Anschluss an ein ICT-System, welches - genauso wie es bei den Containerterminals der Fall ist - die Formalitäten vollständig automatisiert. Dies stellt sicher, dass der Handelsverkehr mit dem VK möglichst wenig Verzögerungen verursacht.

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